Wenn die Jugend forscht

Die Wilerin Anaïs Lienhart war in Davos am 49. Nationalen Wettbewerb der Stiftung «Schweizer Jugend forscht» vertreten. Dort wurde sie für ihre Forschungsarbeit mit dem Prädikat «sehr gut» ausgezeichnet.

Kristian Filipovic
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Anaïs Lienhart schrieb Kurzgeschichten über das Leben von Komponistin Rebecca Clarke und war damit in Davos an einem Wettbewerb vertreten. (Bild: pd)

Anaïs Lienhart schrieb Kurzgeschichten über das Leben von Komponistin Rebecca Clarke und war damit in Davos an einem Wettbewerb vertreten. (Bild: pd)

WIL. Mit Forschung werden oft nur die Naturwissenschaften assoziiert. Doch es lässt sich viel mehr erforschen als nur die Gesetze der Natur. Dies zeigten junge Menschen vor wenigen Tagen in Davos beim 49. Nationalen Wettbewerb der Stiftung «Schweizer Jugend forscht». Das Spektrum an gewählten Themen, das von den Jugendlichen erforscht wurde, war gross. Zu dieser Vielfalt an Erforschtem hatte auch die 20jährige Wilerin Anaïs Lienhart beigetragen. Bei ihrer Arbeit verfasste sie fünf biographische Kurzgeschichten über die Komponistin Rebecca Clarke. Einen Beitrag zur Forschung hat sie geleistet, indem sie untersuchte, welchen Effekt das Nutzen von Kurzgeschichten für eine Biographie hat. In Davos wurde sie in der Endrunde des Wettbewerbs für ihre Arbeit mit dem Prädikat «sehr gut» ausgezeichnet.

Arbeit auf Englisch

Als sich Anaïs Lienhart für den Wettbewerb anmeldete, tat sie dies ohne grosse Erwartungen. «Die Anmeldung war in zwei Minuten übers Internet getätigt. Ich dachte mir, ich kann nur verlieren, wenn ich mich nicht anmelde.» Sie entschied sich, mit ihrer Maturaarbeit anzutreten. Dass sie bei dieser biographischen Kurzgeschichte über die Komponistin Rebecca Clarke schrieb, hatte den Grund, dass Lienhart nach einem Fernsehbeitrag über die Komponistin von ihrer Musik begeistert war. Ihre Faszination galt jedoch nicht nur der englischen Komponistin, sondern auch der englischen Sprache, und so verfasste sie ihre Arbeit auf Englisch. So verwundert es wenig, dass die ehemalige Kantischülerin Lienhart im September ein Studium in London anfangen wird. Jedoch nicht in englischer Literatur – sie wird sich den Rechtswissenschaften widmen.

Workshop in Bern

Mit dem Einreichen ihrer Arbeit ging es nicht direkt nach Davos. Nach einer ersten Triage besuchten die jungen Forscherinnen und Forscher einen Workshop in Bern und bekamen eine Betreuungsperson. Dies gab ihnen die Möglichkeit, an ihren Arbeiten zu feilen und dadurch ihre Chancen für die Teilnahme am Nationalen Wettbewerb in Davos zu erhöhen und dort schliesslich zu glänzen.

Zusätzlich zu ihren Kurzgeschichten erarbeitete Lienhart unter der Betreuung von Rahel Rivera von der Universität Zürich einen theoretischen Teil, in dem sie den Einfluss von Kurzgeschichten auf die Erzählung einer Biographie beschreibt. Mit diesem innovativen Ansatz qualifizierte sich die Wilerin für den 49. Nationalen Wettbewerb in Davos. Bei diesem konnte sie ihre Arbeit einer Fachjury und der Öffentlichkeit präsentieren.

Davos als wertvolle Erfahrung

Mit der Teilnahme an der Prämierungsfeier in Davos hatte sie ihre Erwartungen schon übertroffen. Sie sei sehr zufrieden, dass ihre Arbeit zudem mit dem Prädikat «sehr gut» ausgezeichnet worden sei, sagt Lienhard.

Die Prämierung fand im Kongresszentrum statt. «Für mich war es ein besonderes Erlebnis, an jenem Ort mit den anderen Teilnehmern ausgezeichnet zu werden, wo sich ansonsten internationale Politiker und Ökonomen treffen», sagt die junge Frau. Speziell in Erinnerung bleibe ihr auch die Rede von Chemiker und Nobelpreisträger Kurt Wüthrich, der einen guten Humor hätte, sagt Lienhart. «Die wertvollste Erfahrung war, dass ich viele neue Leute kennenlernen durfte, die alle viel Herzblut in ihre Arbeiten gesteckt haben. Ich freute mich über den gegenseitigen Austausch. Ich hoffe, der Kontakt zu diesen Personen bleibt auch in Zukunft erhalten. Vielleicht gehe ich nächstes Jahr wieder an den Wettbewerb, dann aber als Besucherin.»

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