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Wenn der Wald zur Gefahrenzone wird: In Wil sind "Mountainbike-Rowdys" keine Seltenheit

Wanderer und Spaziergänger sehen sich im Wald immer häufiger durch rasende Mountainbikefahrer bedroht. Zu Unfällen kommt es laut St. Galler Kantonspolizei aber selten.
Claudio Weder
Um ein Haar kam es im Burgstallwald zu einem Zusammenprall zwischen einem Biker und einem Fussgänger. (Bild: Christian Beutler/Keystone)

Um ein Haar kam es im Burgstallwald zu einem Zusammenprall zwischen einem Biker und einem Fussgänger. (Bild: Christian Beutler/Keystone)

«Nur durch einen Sprung zur Seite konnte ich mich vor einem Unfall retten», erzählt ein Fussgänger, der kürzlich während eines Spaziergangs im Burgstallwald von einem entgegenkommenden Mountainbikefahrer überrascht wurde. Dieser sei ihm auf einem schmalen Waldweg an unübersichtlicher Stelle entgegengerast. «Das Tempo war der Unübersichtlichkeit der Strecke nicht annähernd angepasst», erzählt der Fussgänger. Es sei nicht das erste Mal, dass er sich auf diese Weise vor Mountainbikern im Wald hätte retten müssen. «Offensichtlich gibt es unter den Bikern Rowdys mit wenig Verantwortungsgefühl», sagt er.

Laut Revierförster Renaldo Vanzo sind Mountainbike-Rowdys im Wiler Wald tatsächlich keine Seltenheit. Dies sei unter anderem für Wildtiere ein Problem. «Viele Mountainbiker benützen Trampelpfade im Unterholz, wobei die Gefahr besteht, dass sie Wildtiere aufschrecken.» Auch Fussgänger würden sie gefährden – doch auf den Trampelpfaden hätten im Grunde genommen weder Fussgänger noch Velofahrer etwas verloren, sagt Vanzo. Auf den Forststrassen sei es hingegen in der Regel erlaubt, durch den Wald zu biken. Dies sei dann auch für die Tiere weniger problematisch. «Die Rehe gewöhnen sich schnell an die Menschen», erklärt Vanzo.

Appell an den gesunden Menschenverstand

Der Wald muss der Allgemeinheit zugänglich sein. Im Wald treffen Menschen mit unterschiedlichen Interessen aufeinander: Mountainbiker, Wanderer, Jogger, Familien mit Kindern. Es werde daher von allen Parteien besondere Rücksicht verlangt, sagt Vanzo. Auch von den Mountainbikern. «Aber das sollte eigentlich selbstverständlich sein.»

Was man gegen Mountainbike-Rowdys im Wald tun kann? «Man kann eigentlich nur an den gesunden Menschenverstand appellieren. Es braucht Verständnis, Respekt und Rücksicht – der Natur gegenüber und den Mitmenschen, die den Wald auch nutzen wollen.»

Zu Unfällen kommt es nur selten

Laut Angaben der Kantonspolizei St. Gallen kommt es im Wald aber nur ganz selten zu schweren Unfällen zwischen Mountainbikern und Fussgängern. «Wenn etwas passiert, dann handelt es sich meistens um leichte Zusammenstösse, bei denen die Polizei nicht beigezogen werden muss», sagt Mediensprecher Hanspeter Krüsi. Hauptursache bei diesen Unfällen seien neben dem Nichtbeherrschen des Fahrzeugs vor allem die überhöhte Geschwindigkeit der Biker.

Häufiger seien hingegen Konfrontationen und Streitigkeiten zwischen Mountainbikern und Fussgängern darüber, wer nun wo sein darf. Das ist tatsächlich nicht immer ganz klar. Eine explizite Vortrittsregelung gibt es laut Krüsi nämlich nicht.

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