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Kaputtes Smartphone? Der Handydoktor hilft

Smartphones nehmen einen grossen Teil unseres Alltagslebens ein. Doch was, wenn das eigene High-Tech-Gerät in die Brüche geht? Ersetzen oder reparieren? Der Kostenaspekt ist bei Handybesitzern ein wichtiger Faktor.
Nicola Ryser
Zerbrochen und zersplittert: Immer wieder geht das eigene Smartphone kaputt. Dann kann man es zum Handydoktor bringen. Bilder: Nicola Ryser

Zerbrochen und zersplittert: Immer wieder geht das eigene Smartphone kaputt. Dann kann man es zum Handydoktor bringen. Bilder: Nicola Ryser

Ein junger Mann läuft gedankenversunken durch die Wiler Marktgasse, will sich sein Smartphone aus der Hosentasche ziehen, da passiert es – das Handy rutscht ihm durch die Finger, fällt in Richtung Kopfsteinpflaster. Reflexartig fuchtelt er mit den Armen herum in der Hoffnung, im Stile eines Ninjas das Gerät im letzten Moment auffangen zu können. Doch er ist die entscheidende Hundertstelsekunde zu spät. Das eigene Smartphone, der treue Begleiter, landet mit dem Gesicht – sprich mit dem Bildschirm oder Display – nach unten auf dem Boden. In diesem Moment steht für den Handybesitzer die Zeit still. Schlimmes erahnend bückt er sich langsam nach vorne, hebt das Smartphone auf und schaut – oh Schreck – dem unausweichlichen Schicksal entgegen. Der Bildschirm ist zersplittert, ein Spinnennetz, wie es metaphorisch genannt wird. Was nun?

Griff ins Portemonnaie ist unumgänglich

Das Handy ist heutzutage omnipräsent. Im Haus, im Bus, im Büro, in den Ferien: Überall wird das Allround-Tool hervorgenommen und damit hantiert. So spielen sich nicht selten Szenen wie oben illustriert ab; Momente der Unachtsamkeit, in denen das eigene High-Tech-Gerät in die Brüche geht. Nur sind sich daraufhin viele Handybesitzer des nächsten Schrittes unsicher. Weiter gebrauchen, ersetzen oder reparieren lassen?

Viele benützen das Handy weiter, wenn die Funktionen noch intakt sind und sich der Besitzer selbst nicht am Schaden stört. Aus Angst vor dem Verlust der eigenen Daten wie Ferienfotos oder persönlicher Musikliste und aus Kostengründen wird es nicht zur Reparatur gebracht oder ersetzt. Wenn jedoch nichts mehr funktioniert, dann ist der Griff ins Portemonnaie unumgänglich. In Wil gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum Beispiel der Besuch bei einem sogenannten Handy-Doktor.

Dario Papatola ist ein solcher. Er ist Geschäftsführer des dpRepairs-Shops in der Kirchgasse. Ein passionierter Handytechniker, der sich aus einem Hobby seine berufliche Tätigkeit geformt hat: «Ursprünglich bin ich gelernter Lastwagenfahrer. Doch vor drei Jahren habe ich mich umentschieden.» Er habe immer gerne an Handys herumgewerkelt, sich vieles selbst oder durch Tutorials und Anleitungen beigebracht. «So habe ich mir nicht nur das Know-how für die technische Materie der Smartphones erworben, sondern auch das Feingefühl, das es bei solch kleinen Schräubchen nun mal braucht.»

Reparatur oder Ersatz?

Am häufigsten muss er kaputte Displays oder Akkus ersetzen. Es gibt aber auch grössere Schäden, die Papatola beheben muss. «Grundsätzlich kann bei Handys alles, was äusserlich sichtbar beschädigt ist, repariert werden.» Schwierig werde es jedoch, wenn die Stromversorgung durch den Schaden nicht mehr gewährleistet werden kann. «Beispielsweise, wenn das Handy in den Strandferien ins Salzwasser fällt. In seltenen Fällen muss man dann das Handy ersetzen.»

Die Frage «Reparatur oder Ersatz?» – da stimmt Papatola zu – ist eine Preisfrage, die die Kunden sehr beschäftigt. «Handys werden heutzutage immer teurer, Reparaturen sind im Vergleich zu Neupreisen bis zu 60 Prozent günstiger.» So kostet die Reparatur des Displays eines iPhone 7 im dp-Repairs-Shop 159 Franken. Für ein neues iPhone 7 muss man mindestens 299 Franken zahlen. Papatola fügt an: «Von Vorteil ist natürlich, wenn das Handy versichert ist und die Kosten den Wiederbeschaffungswert nicht übersteigen.» Mit der Hausrat- und zahlreichen Smartphoneversicherungen, auch von Grossanbietern, gibt es für Handyinhaber genug Auswahl. Sunrise beispielsweise bietet mit Smartprotect eine Versicherung mit monatlichem Tarif an; dieser variiert je nach Modell zwischen 6 und 16 Franken.

Mit dem teueren Abo wird es billiger

Ist das Handy nicht versichert und deckt die Garantie beim Kauf die Schäden nicht ab, kann vor allem ein Neukauf bei grösseren Anbietern schnell teuer werden - vorausgesetzt, man wählt beim Kauf nicht ein teures Monats-Abo. So zahlt man für das neue iPhone XS mit 64 Gigabyte bei der Swisscom mit einem spezifischen Monats-Abonnement 299 Franken, ohne ist es jedoch um 900 Franken teurer. Will man diesem nicht gerade kostengünstigen Weg ausweichen, ist bei einem Handy-Schaden eine Reparatur die einzige Möglichkeit.

Auch hier wollen die Grossanbieter ihren Konsumenten entgegenkommen. Bei der Swisscom kann man das Handy an ein sogenanntes «Repair Center» senden und bekommt es in 24 Stunden, in Ausnahmefällen in ein paar Tagen, funktionstüchtig zurück. Jedoch scheinen trotz des bestehenden Angebots die Dienste der Handydoktoren gefragter zu sein.

Das Geschäft läuft

Zumindest bei Papatola ist die Nachfrage gross: «Das Geschäft läuft sehr gut. Ich bin eigentlich den ganzen Tag mit Reparaturen beschäftigt.» Doch warum ziehen Handynutzer ein Reparaturgeschäft dem eigenen Telefonanbieter vor? «Natürlich geht es hier auch um die Preise. Ich höre von Kunden oft, dass meine Reparaturen günstiger sind als bei Swisscom und Co.» So zahlt man im Swisscom-«Repair Center» für ein neues Display des iPhone 7 50 Franken mehr als im dpRepairs. Papatola fügt einen weiteren wichtigen Grund hinzu: «Der direkte Kontakt wird sehr geschätzt. Kunden können bei uns an Ort warten, einen Kaffee trinken und durchgehend beraten werden.» Seine Devise als Reparateur: Stets freundlich, zuvorkommend und zuverlässig sein sowie dem Kunden das Vertrauen schenken, dass das Handy – ein sehr intimer Gegenstand – in guten Händen sei.

Am Ende des Tages gehe es aber schlicht um die Schnelligkeit. Für die Reparatur eines iPhone-Displays benötigt Papatola gerade mal 20 Minuten. Bei der Swisscom muss man mindestens einen Tag lang warten. «Das ist der Hauptgrund, warum die Leute vermehrt zu uns kommen.» Auch der junge Mann hat nach dem ersten Schock den Handy-Doktor aufgesucht. Nach 20 Minuten bekommt er sein Smartphone «gesund» zurück. Kein Spinnennetz mehr! Zumindest bis er das nächste Mal in der Marktgasse gedankenversunken umherläuft und nach seinem Handy fischt.

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