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Wenn das Gehirn vergisst: Maximilian Beer aus Wil hat sich für seine Maturaarbeit mit dem Thema Demenz auseinandergesetzt

Alleine im Kanton St. Gallen sind über 8000 Menschen von der unheilbaren Krankheit Demenz betroffen. In seiner Maturaarbeit hat sich der Wiler Maximilian Beer darum intensiv mit der Gehirnkrankheit befasst.
Joëlle Ehrle
Wie ein Blatt im Herbst: Bei Demenz lösen sich die Erinnerungen und kehren nicht wieder zurück. (Bild: fotolia)

Wie ein Blatt im Herbst: Bei Demenz lösen sich die Erinnerungen und kehren nicht wieder zurück. (Bild: fotolia)

«Eigentlich sind die Zahlen höher, da nicht alle Menschen diagnostiziert und in der Statistik erfasst sind», sagt Maximilian Beer. Er spricht von den 150000 Personen schweizweit, die dem Verlust kognitiver Fähigkeiten zum Opfer gefallen sind. Beer fügt hinzu, dass eine Diagnose nämlich erst nach sechs Monaten gestellt werden kann. Wie ein Fachexperte erklärt der 18-jährige Schüler der Kantonsschule Wil, worum es sich bei seiner Maturaarbeit handelt.

Den Fokus auf Wil gelegt

Viele Bücher habe er über die Gehirnerkrankung Demenz gelesen, habe im Internet recherchiert und mit Fachleuten geredet. Nun sei er stolz darauf, seine fertige Arbeit in den Händen halten zu können. In dem auf Englisch verfassten, 30-seitigen Dokument beleuchtet Beer die verschiedenen Facetten der Krankheit. So beantwortet er unter anderem die Frage, ob den Demenzkranken in Wil genügend Hilfe angeboten wird und ob es Lücken in einem bestimmten Bereich gibt – mit positivem Resultat: Die Region Wil sei gemäss Beer in der Lage, die steigende Zahl an Demenzpatienten zu behandeln.

Maximilian Beer: «Besonders spannend waren die Besuche in den Kliniken.»

Maximilian Beer, Kantischüler aus Wil

Maximilian Beer,
Kantischüler aus Wil

Vor allem die Interviews mit Spezialisten halfen dem Kantischüler, einen Blick in die Welt der Betroffenen zu erhalten. «Ich hatte ein Gespräch mit Edith Scherer, Angehörigenberaterin der Psychiatrischen Klinik Wil, und Margit Anwander, der dortigen Neuropsychologin.» Zudem führte er ein Interview mit Stephanie Kaiser, Oberärztin und Leiterin der Memory Clinic der Psychiatrische Klinik Wil, und besuchte das Pflegezentrum Thurvita Bergholz, wo er mit Betreuerin Rosalba Huber sprach. Dieser Besuch sei für Beer besonders interessant und wertvoll gewesen: «Ich sah, was man dort alles für die Betroffenen tut und erfuhr vieles über den Alltag der Demenzzerkrankten.»

Dank seiner zusätzlichen Recherchen weiss der Schüler, dass man mit einer ausgewogenen Ernährung und viel Bewegung der Krankheit vorbeugen oder sie verzögern könnte. «Der regelmässige Konsum von Obst und Gemüse sowie der Verzicht auf das Rauchen haben ebenfalls einen positiven Effekt auf das Gehirn und seine Funktionen.»

Medizinstudium vorstellbar

Dass sich der 18-Jährige für Medizin interessiert, kommt nicht von Ungefähr: Sein Vater Karsten Beer ist Facharzt für Neurologie und führt eine Praxis in Wil. «Wir haben viel über das Thema gesprochen. Seine Erfahrungen waren für meine Arbeit sehr nützlich», sagt der Schüler.

Schliesslich wusste Maximilian Beer derart viel über die Krankheit, dass der Umfang eingeschränkt werden musste: «Ich hatte zu viele Wörter und musste kürzen.» Doch das zusätzliche Wissen könnte ihm von Nutzen sein: «Ich kann mir ein Medizinstudium gut vorstellen.» Vorerst konzentriere er sich aber auf die bevorstehende Abschlussprüfung im Sommer. Dann schliesst der Schüler die zweisprachige Matura mit Schwerpunkt Wirtschaft und Recht ab.

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