Wenn das Fotoalbum verstaubt

Homepage-Check (2): Wer wissen will, was im Mitteilungsblatt «Dezember 2011» von Bichelsee-Balterswil steht, kann dieses bereits jetzt beim Online-Auftritt der Gemeinde öffnen. Nicht durchgehend ist die Homepage allerdings so aktuell.

Simon Dudle
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Bichelsee-Balterswil. Den Webauftritt der Gemeinde zu finden, ist nicht weiter schwierig, da die Domain gleich ist wie der Name der vereinigten Gemeinde, also www.bichelsee-balterswil.ch. Auch wer www.bichelsee.ch eingibt, gelangt zur Homepage, nicht zielführend ist allerdings der Link www.balterswil.ch.

Über die Gemeinde: Positiv hervorzuheben ist der geschichtliche Abriss, der bis auf die erste Nennung zurückgeht und ausführlich, aber nicht strapazierend lang ist. So ist etwa zu erfahren, dass Balterswil neun Jahre vor Bichelsee erstmals erwähnt worden sein dürfte. Noch deutlich früher wurde Ifwil genannt. Selbst der eine oder andere Einheimische kann auf der Page noch etwas dazulernen, so ist zum Beispiel die Bedeutung der verschiedenen Flurnamen (Espriet, Furt, Lützelweid etc.) angegeben. Selbst die Villarskuh, die wohl bekannteste Blechkuh des Landes, ist im Online-Auftritt Teil der Geschichte von Bichelsee-Balterswil.

Zum Gemeindeammann: Nur ein einziger Klick ist nötig, um Gemeindeammann Beat Weibel zu finden. Bei diesem sind Privat-, Geschäfts- und die Faxnummer, eine Mailadresse sowie die Privatadresse angegeben. Die sechs weiteren Gemeinderäte sind mit privater Adresse sowie Telefonnummer und einer eigenen Gemeinderats-Mailadresse angegeben.

Agenda und Mitteilungsblatt: Auf der Startseite sucht man vergebens nach einer Agenda, lediglich auserwählte Termine sind aufgelistet. Die Agenda ist unter «Termine» zu finden und reicht derzeit von Januar 2011 bis Februar 2012, wobei die Daten jetzt im Sommer recht umfassend sind. Die Agenda scheint eine Excel-Datei als Basis zu haben, was nicht allzu dynamisch und modern wirkt.

Das Mitteilungsblatt NBB (Neus us Bichelsee-Balterswil) ist prominent auf der Startseite verlinkt. Es wird einiges an Arbeit in dieses Blatt investiert, zum Beispiel auch beim Layout. Das NBB wirkt frischer und moderner als die Homepage. Auf dieser findet sich ein Archiv der Gemeindemitteilungen, welches bis ins Jahr 2004 zurückreicht. Nicht nur das, auch die Zukunft scheint schon abgedeckt zu sein. So kann man bereits das PDF der Ausgaben des Septembers, Oktobers, Novembers und Dezembers 2011 anklicken. Tut man dies, so öffnet sich ein Fenster, in dem dann allerdings nur der Seitenkopf und -fuss des NBB erscheint.

Aktualität: Auf der Startseite sind kaum News zu finden. Derzeit hat es neben drei Veranstaltungshinweisen eine Info bezüglich Pilzkontrollen genauso wie die Fristverlängerung der Steuerkontrolle und der Link zum aktuellen Mitteilungsblatt. Auch der Rückblick auf den Anlass bezüglich Gemeindeentwicklung von Mitte Juni ist zu finden. Die statistischen Angaben zur Gemeinde sind veraltet und stammen aus dem Herbst des Jahres 2009. Zumindest das Datum 31. Dezember 2010 wäre wünschenswert. Andere Hinterthurgauer Gemeinden sind diesbezüglich aktueller.

Übersichtlichkeit: Diese ist gut. Man findet in nützlicher Frist, wonach man sucht. Wenn man kritisiert, dass die Startseite zu wenig Inhalt bietet, so ist hinzuzufügen, dass wegen des Mutes zur Leere die Übersichtlichkeit durchaus gefördert wird.

Illustrationen: Diese sind sehr zurückhaltend eingesetzt. Gerade auf der Startseite würde es etwas mehr Bilder vertragen, damit der erste Eindruck etwas lebendiger wäre. Gut ist, dass der Bichelsee auf der Startseite Platz gefunden hat. Die Aufnahme aus der Luft – mehrfach auf Unterseiten plaziert – gefiele dort mehr. Positiv ist, dass es ein Fotoalbum auf der Homepage hat. An diesem ist allerdings zu bemängeln, dass der bis dato aktuellste Eintrag der Neujahrsapéro vom 2. Januar ist. Das ist schade, gäbe es doch mehr Möglichkeiten, Anlässe und auch Bewohner der Gemeinde ins Bild zu rücken, zum Beispiel bei der Bundesfeier am 1. August. Gut ist, dass in diesem Fotoalbum jeder Weiler mit einem Bild bestückt ist und es schöne Panoramaaufnahmen gibt, die durchaus auch auf der Startseite publiziert werden dürften.

Extras: Löblich ist zu erwähnen, dass man auf der Homepage einen virtuellen Rundgang durch das Dorf machen kann. Dann sind es auch einige kleine Details, welche die Seite aufwerten. So zum Beispiel die Information, dass es scheinbar genau ein Bed-and-Breakfast-Angebot gibt, nämlich bei Käthi Ruppli in Bichelsee. Zum Schmunzeln ist Folgendes: Wenn man mit der Maus auf die Fläche «Jobs» fährt, so weicht dieses Wort und wird durch «Stellen» ersetzt. Nun, das Englisch scheint nicht jedermanns Sache zu sein.

Gesamteindruck: Die Seite ist übersichtlich und anwenderfreundlich, aber etwas gar schlicht. Darum wirkt sie auch leicht veraltet. Zudem fehlt die Einheitlichkeit. Fast jede Unterseite hat ihre eigene Gestaltung. Nützliche Formulare sind nicht zu finden oder wurden vom Verfasser dieses Artikels nicht gefunden. Die Homepage erfüllt ihren Zweck, ist allerdings nur am Rande etwas für Ästheten.

Facebook: Bichelsee-Balterswil hat keinen eigenen Auftritt im Social Media. Gibt man den Gemeindenamen bei Facebook ein, so erhält man lediglich Informationen, welche von Wikipedia zur Verfügung gestellt wurden.

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