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Beste Bedingungen für Feuerwerk: Wenigstens an Silvester knallt es

Feuerwerksverbot am Nationalfeiertag, lange Trockenperioden: Es war ein hartes Jahr für Feuerwerksverkäufer Alain Stucki. Nun erhofft er sich einen versöhnlichen Jahresabschluss.
Nicola Ryser
Feuerwerk an Silvester: Nach dem Verbot am ersten August kann man immerhin den Jahreswechsel mit Feuer zelebrieren. (Bild: Andrea Stalder)

Feuerwerk an Silvester: Nach dem Verbot am ersten August kann man immerhin den Jahreswechsel mit Feuer zelebrieren. (Bild: Andrea Stalder)

«Seit ich 1991 in den Betrieb eingestiegen bin, habe ich so etwas noch nie erlebt», wurde Alain Stucki, Feuerwerksverkäufer und Geschäftsführer der Stucki AG, im August zitiert. Am Nationalfeiertag knallte es dieses Jahr nicht, aufgrund langer Trockenheit wurde ein Feuerwerksverbot ausgesprochen. Eine Hiobsbotschaft für die Stucki AG, die ihren Standort in Wil hat. Rund 60 Prozent der Jahresumsätze erwirtschaftet die Firma um den ersten August. Doch dieses Jahr konnte praktisch nichts verkauft werden, Umsatzeinbussen von mehr als 50 Prozent lautete die Bilanz.

Beste Bedingungen für den Jahreswechsel

Knapp fünf Monate später steht der Silvester vor der Tür, der zweitwichtigste Termin im Feuerwerksgeschäft. Folgt nun der grosse Ansturm, nachdem am ersten August das Feuerwerk ausblieb? Seit Samstag hat der Feuerwerksverkauf bei der Stucki AG begonnen. Immerhin dieser werde wohl im normalen Rahmen verlaufen, sagt Stucki, zumindest das Wetter spiele mit: «Einerseits war es in den vergangenen Wochen genug feucht, anderseits bleibt es an Silvester trocken. Perfekte Bedingungen für alle, die mit Feuerwerk ins neue Jahr rutschen wollen.» Dies sei auch an Silvester nicht selbstverständlich, erinnert sich Stucki: «Vor zwei oder drei Jahren waren es um den Jahreswechsel enorm trocken, in den Bergen lag teilweise nicht einmal Schnee. Dieses Jahr haben wir Glück.»

Alain Stucki Geschäftsführer Stucki AG (pd)

Alain Stucki Geschäftsführer Stucki AG (pd)

Doch trotz der optimalen Bedingungen glaubt Stucki nun nicht an den grossen Ansturm: «Die Leute kaufen jetzt nicht doppelt so viel, weil sie am 1. August keine Raketen steigen lassen konnten.» Denn während man im Sommer problemlos draussen grillieren oder feiern könne, sehe es heute Abend anders aus.

«Da geht man raus in die Kälte, hat nach 15 Minuten eine blaue Lippe und will am liebsten wieder zurück in die warme Stube. Silvester ist halt leider nicht wie der 1. August.»

Defizit ist dieses Jahr unumgänglich

Ungefähr 20 Prozent des Jahresumsatzes macht der Silvesterverkauf aus. «Den können wir dieses Jahr gut gebrauchen», sagt Stucki. Fakt ist jedoch: 2018 werden sie mit einem Defizit beenden – das ist aufgrund der trockenen Perioden unumgänglich.

«Wir hatten keine Chance, den Verlust aus dem Verkauf im August teilweise zu kompensieren. Denn auch danach blieb es lange trocken und das Verbot bestehen.»

Die Stucki AG, die auch Hochzeiten oder Firmenfeiern beliefert, konnte dadurch kaum Feuerwerkskörper verkaufen. Nun hofft Stucki, dass wenigstens das nächste Jahr wieder in geordneten Bahnen verlaufen wird, auch wenn er einer unsicheren Zukunft entgegenblickt. Die Thematik Klimawandel beschäftigt die Branche: «Wir hoffen, dass nicht jedes Jahr so wird wie dieses. Jedoch ist es möglich, dass es mehr solcher Trockenperioden und damit einhergehende Verbote geben wird. Genaue Prognosen zu stellen ist jedoch schwierig.» Das Wetter gehöre nun mal zum Geschäft dazu. Vielleicht müsse man sich früher oder später auch unternehmerisch eine neue Strategie im Feuerwerkverkauf überlegen. Stucki hätte da schon eine – wenn nicht ernst gemeinte – Idee: «Dann nehmen wir neben neuen Feuerwerkskörpern auch Wasserpistolen in unser Sortiment auf.»

Zuerst zünden, dann trinken

Das Thema Sicherheit ist beim Ablassen von Feuerwerken immer ein essenzielles Thema – auch an Silvester. Verkäufer Alain Stucki hat für die Raketenfanatiker einen wichtigen Tipp: «Man sollte mit dem Alkoholkonsum lieber bis nach dem Feuerwerk warten.» Während man am ersten August nicht so lange warten müsse, um die Raketen zu zünden, sei dies an Silvester umso schwieriger, da bereits zwei Stunden vor Mitternacht die ersten Korken fliegen. Darum Stuckis Vorschlag: «Lest zuerst die Gebrauchsanweisung und zündet die Raketen nüchtern an. Danach darf gefeiert werden.» (nry)

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