Weitsicht
Schon wieder: Der Turm muss saniert werden, weil er nach 15 Jahren Alterserscheinungen zeigt

Bei seiner Einweihung 2006 wurde dem Wiler Wahrzeichen eine Lebensdauer von über 80 Jahren bescheinigt. Nun muss es bereits zum zweiten Mal innert drei Jahren saniert werden.

Gianni Amstutz
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Die Notwendigkeit zur Sanierung zeigte sich bereits im vergangenen Herbst deutlich.

Die Notwendigkeit zur Sanierung zeigte sich bereits im vergangenen Herbst deutlich.

Bild: PD

Die Wiler Wahrzeichen leiden an Alterserscheinungen. Während die anstehende Sanierung des Hof zu Wil mit seinem Alter von über 800 Jahren wenig verwundert, ist dies beim Wiler Turm doch überraschend. Schliesslich wurde dieser erst 2006 eingeweiht.

Nun muss er bereits saniert werden – und das schon zum zweiten Mal nach 2018. Damals mussten zahlreiche der insgesamt 189 Stufen teilersetzt oder ausgebessert werden, weil sie morsch waren. Kostenpunkt: rund 10'000 Franken. Ein Sicherheitsrisiko hat für die Besucher aber nie bestanden, hiess es damals von den Verantwortlichen.

Der Mittelring muss ersetzt werden

Der Mittelring sowie einzelne Stützen müssen ersetzt werden.

Der Mittelring sowie einzelne Stützen müssen ersetzt werden.

Bild: PD

Nun steht nur drei Jahre später bereits die nächste Sanierung an. Dabei wird in einem ersten Schritt der Mittelring auf halber Turmhöhe ersetzt. Die Arbeiten erfordern ein Gerüst rund um den Turm und dauern etwa vier Wochen. Deshalb bleibt der Wiler Turm während vier Wochen im September für jeglichen Publikumsverkehr gesperrt.

Eine Gefahr für die Nutzer bestand und besteht aber auch in diesem Fall nicht. Dass dies so bleibt, ist das Ziel dieser neuerlichen Sanierung. Die vereinzelten Schwachstellen sollen beseitigt werden – und das in mehreren Etappen.

Sanierung dauert bis 2024

Nach der Auswechslung des Mittelrings sollen im nächsten Jahr auch verschiedene Podeste beim Auf- und Abstieg erneuert werden. 2024 schliesslich soll die Sanierung fürs Erste abgeschlossen werden. Dann werden gemäss der Medienmitteilung der Stadt einzelne Stützen ersetzt.

Da der Verantwortliche der Stadt ferienhalber abwesend ist, bleibt die Frage vorerst ungeklärt, für wie lange diese Massnahmen anhalten werden beziehungsweise wann die nächsten Sanierungen nötig sein werden. Ebenfalls unklar ist, ob die Stadt mit einer solch schnellen Abnutzung gerechnet hat oder die Sanierungen zu diesem Zeitpunkt erwartet wurden.

Lebensdauer von 80 Jahren?

Die letzte Sanierung des Wiler Wahrzeichens dürfte es auf jeden Fall nicht gewesen sein. Denn dem Turm wurde bei seiner Einweihung 2006 eine Lebensdauer von mindestens 80 Jahren prognostiziert. Julius Natterer, der das Bauwerk entworfen hatte, meinte damals sogar:

«Der Turm wird uns alle überleben.»

Nachdem nun bereits zum zweiten Mal nachgebessert werden muss, scheint sich dies – zumindest ohne weitere Bauarbeiten in späteren Jahren – doch als eine eher gewagte Prognose zu entpuppen.

Anfangs viele Vorbehalte gegen Projekt

Überhaupt blickt der Turm trotz grosser Beliebtheit in der Bevölkerung auf eine bewegte Geschichte zurück. So war sein Bau anfangs äusserst umstritten. Initiiert wurde das Projekt vom Verkehrsverein Wil, heute bekannt als Wil Tourismus. Dies anlässlich des 1250-Jahr-Jubiläums der Äbtestadt.

Nur knapp schaffte es das Projekt durchs Stadtparlament. Weil Wil damals mit einer Verschuldung zu kämpfen hatte, betrachteten viele Parlamentsmitglieder den Bau des Turms als unnötig und zu kostspielig. Letztlich wurde der Kredit über 170'000 Franken aber doch genehmigt. Den Rest der Gesamtkosten von 560'000 Franken wurde vom Verkehrsverein und von Sponsoren getragen.

Doch nicht nur die Finanzen standen der Realisierung im Weg. Das Projekt vermochte den Sicherheitsanforderungen wie auch den Anforderungen einer nachhaltigen und langfristigen Konstruktion nicht zu genügen, worauf es überarbeitet wurde. Doch wieder gab es Einsprachen, bei denen es aber vor allem um die Erschliessung und den Unterhalt des Turms ging. Diese Bedenken wurden aber ausgeräumt, sodass der Bau im April 2006 starten konnte.

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