Weiterhin kein Geld für Junioren

In Sirnach wird darüber diskutiert, ob die Gemeinde den Fussballjunioren Förderbeiträge entrichten soll oder nicht. Die Meinungen sind geteilt, und eine Entscheidung fällt an der Gemeindeversammlung im Dezember. Nicht nur darüber.

Simon Dudle
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Der Sportplatz Kett wird – ausser im Winter – rege genutzt und muss gepflegt werden. Über den Beitrag der Gemeinde entscheidet der Souverän. (Bild: Simon Dudle)

Der Sportplatz Kett wird – ausser im Winter – rege genutzt und muss gepflegt werden. Über den Beitrag der Gemeinde entscheidet der Souverän. (Bild: Simon Dudle)

SIRNACH. Eigentlich ist an der Gemeindeversammlung am 17. Dezember das Budget für 2016 zu regeln (siehe Infobox). Diskussionspotenzial bietet aber wohl eher Traktandum 3, bei dem es um den FC Sirnach geht. Es ist die Grundsatzfrage zu klären, wie viel Geld die öffentliche Hand beisteuern soll. Der Verein hat beantragt, dass die Gemeinde Förderbeiträge für Junioren entrichtet – wie an andere Organisationen auch.

Jährlich 55 600 Franken

Sirnacher Vereine wie der Tennisclub, der Turnverein und der Musikverein bekommen pro Jahr pauschale Zuschüsse. Beim Fussballclub ist die Situation anders: Er muss keinen Baurechtszins entrichten, obwohl die Fussballanlage Kett der Politischen Gemeinde gehört. Darum hat der Gemeinderat entschieden, auch künftig keine Juniorenbeiträge zu sprechen, dafür den FC Sirnach die Anlage gratis nutzen zu lassen. Ob das auch umgesetzt wird, entscheiden die Stimmbürger. «Ich rechne damit, dass es zu Diskussionen kommt», sagt Gemeindepräsident Kurt Baumann.

Dieses Traktandum ist unterteilt in sieben Punkte, über die je nach Diskussionsverlauf in globo oder einzeln abgestimmt wird. Eines der Untertraktanden betrifft den Zustand der Anlage. Diese wird stark genutzt, was eine entsprechende Abnutzung zur Folge hat. Bereits 2010 hatten die Stimmbürger eine knappe Viertelmillion Franken für die Sanierung in Tranchen während fünf Jahren gesprochen. Das Geld ist nun aufgebraucht. Nach einem Antrag des FC Sirnach, für die Rasenpflege seien künftig jährlich 30 000 Franken zu budgetieren, hat die Behörde Abklärungen bei einem Gartenbau-Spezialisten getroffen und schlägt den Stimmbürgern vor, eine jährlich wiederkehrende Vereinsförderung von 55 600 Franken ins Budget aufzunehmen. Davon entfielen 30 000 Franken auf die Rasenpflege durch einen Gartenbauer, 16 000 Franken für das Mähen der Wiesen durch Mitarbeitende der Gemeinde und noch knapp 10 000 Franken für die Entsorgung des Grünguts sowie den Unterhalt der Zufahrtsstrasse. Da der Gemeinderat in Eigenregie nur wiederkehrende Ausgaben bis jährlich 50 000 Franken sprechen darf, entscheidet der Souverän.

Offerte soll abgelehnt werden

Der FC hat auch gewünscht, das vereinseigene Clubhaus der Gemeinde zu übertragen, womit diese für Pflege und den Unterhalt verantwortlich wäre. Darauf ist laut Behörde zu verzichten. Dafür soll eine reduzierte Fläche im Baurecht an den FC abgetreten werden, da sich auf dem Vorplatz bereits jetzt spezifische Anlagen des FC befinden.