Weiterer Zuwachs für die Thurvita

An der Rickenbacher Gemeindeversammlung genehmigten die Stimmberechtigten drei Kredite. Die Kirchgasse und der Friedhof werden noch dieses Jahr saniert. Zudem beteiligt sich die Gemeinde am Zusammenschluss in der Altersarbeit.

Simon Dudle
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Rickenbachs Gemeindeammann Ivan Knobel. (Bild: Simon Dudle)

Rickenbachs Gemeindeammann Ivan Knobel. (Bild: Simon Dudle)

RICKENBACH. Es hatte sich bereits im Vorfeld abgezeichnet, dass die Beteiligung Rickenbachs an der gemeinnützigen Aktiengesellschaft Thurvita an der Gemeindeversammlung nicht einfach durchgewinkt werden würde. Alois Weber, einstiger Präsident der CVP-Ortspartei, hatte schon an einem Informationsanlass im Februar kritische Fragen gestellt. Er war es denn auch, der am Dienstagabend das Wort ergriff.

Er erläuterte, dass eine zentrale Anlaufstelle (Drehscheibe) auch von der Spitex hätte bewerkstelligt werden können. Er empfahl «wegen ungenügender Transparenz und mangelndem Mitspracherecht» – Rickenbach wäre im Thurvita-Verbund ein Kleinaktionär – den Beitritt abzulehnen.

Zustimmung trotz Vorbehalten

Weber erhielt Unterstützung von Leo Haas, dem Präsidenten der Primarschulgemeinde Rickenbach. Dieser führte an, dass der Beitrag von 250 000 Franken an die Umsetzungs- und Gründungskosten im Vergleich mit anderen Gemeinden und somit der Anzahl Bewohner zu hoch sei. Bei der Abstimmung blieben diese Argumente aber grossteils ungehört und eine deutliche Mehrheit stimmte dem Beitritt zu. Somit wird neben Wil und Bronschhofen, die sich bereits vorgängig deutlich für die Aktiengesellschaft ausgesprochen hatten, auch Rickenbach am 1. Januar 2013 dabei sein, wenn die Thurvita AG gegründet wird.

An der Gemeindeversammlung wurden noch zwei weitere Kredite genehmigt. Für rund 478 000 Franken wird zwischen April und November dieses Jahres die Kirchgasse saniert. Dabei müssen auch Leitungen erneuert werden, da der Abwasserkanal gemäss Entwässerungsplan der Gemeinde einen zu kleinen Querschnitt hat und nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht. Gleichzeitig wird auch der Kirchplatz erneuert. Da sich die Politische Gemeinde und die katholische Kirchgemeinde diesen teilen, wird auch der finanzielle Beitrag gesplittet und die Kirchbürger haben an ihrer morgigen Versammlung über einen Betrag von 130 000 Franken zu befinden.

Friedhof wird rollstuhlgängig

Ein weiterer genehmigter Kreditantrag in der Höhe von gut 190 000 Franken betraf die Erneuerung des Friedhofs. Geplant ist, dass sowohl Vorplatz als auch die Grabreihen und Gestaltungselemente in einem Bogen angeordnet werden. Stufen und Absätze werden verschwinden, womit der Friedhof dann durchgehend rollstuhlgängig wird. Neben den zusätzlichen Urnengräbern wird ein grosszügiges Gemeinschaftsgrab angelegt. Ein langer Brunnen wird den Fluss des Lebens darstellen.

Zu reden gab die Verwendung des Gewinns in der Höhe von rund 353 000 Franken. Der Gemeinderat schlug vor, eine Vorfinanzierung von 200 000 Franken für den neuen Sportplatz östlich des Ägelsee-Schulhauses vorzunehmen. Zwei Votanten sprachen sich dagegen aus, stiessen aber grossmehrheitlich auf taube Ohren. Nicht mehr Erfolg hatte der Antrag eines Votanten, den Steuerfuss vom 46 auf 44 Prozentpunkte zu senken. Gemeindeammann Knobel verwies auf den Umstand, dass derzeit der Finanzausgleich zwischen Kanton und Gemeinden überprüft werde und es auch für Rickenbach Einschnitte geben könnte.

Doppelt so viele Tageskarten

Der gleiche Votant hatte mit einem weiteren Antrag Erfolg. Er forderte, die Anzahl SBB-Tageskarten auf zwei zu verdoppeln, was ein deutliches Ja sowie einen Bravo-Ruf im Saal zur Folge hatte. Ab dem 1. Mai wird Rickenbach also – genau wie Wilen – zwei SBB-Tageskarten haben.