«Weitere Analysen sind sinnlos»

SVP und FDP haben vergangene Woche das Referendum gegen die Erhöhung des Planungskredites für die Sanierung und Erweiterung der Schulanlage Schwarzenbach angekündigt. Nun wehrt sich der Schulrat gegen deren Argumente.

Natalie Brägger
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Das alte Haus A (Basisschulhaus) soll abgebrochen und durch einen Anbau an das Haus B ersetzt werden. Der Anbau wäre im Obergeschoss mit dem bestehenden Schulhaus verbunden. (Bild: Grafik: zVg.)

Das alte Haus A (Basisschulhaus) soll abgebrochen und durch einen Anbau an das Haus B ersetzt werden. Der Anbau wäre im Obergeschoss mit dem bestehenden Schulhaus verbunden. (Bild: Grafik: zVg.)

Schwarzenbach. Bei der Planung der Sanierung und Erweiterung der Primarschulanlagen in Schwarzenbach haben sich die Behörden stark verschätzt. Bei einer Grobkosteneinschätzung ermittelten sie einen Betrag von rund fünf Millionen Franken für die Sanierung des Basisschulhauses und für die Sanierung und Aufstockung des Schulhauses Hofacker. Der Planungskredit im Umfang von 290 000 Franken wurde von den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern bewilligt. Bei den Planungsarbeiten folgte nun der Schock für den Schulrat.

Genaue Abklärungen ergaben, dass die geplanten Sanierungen und die Aufstockung über 13 Millionen Franken kosten würden. «Es war für uns ein Hammerschlag», betonte Schulrat und Projektleiter Marco Da Ros an der gestrigen Medienkonferenz. Man habe den nicht mehr verantwortbaren Zustand der Haustechnik nicht erkannt, die Gebäudehülle sei viel schlechter als erwartet und auch bei den Sanitärapparaten sei nur noch eine Erneuerung sinnvoll.

Zudem hätten auch gewisse Vorschriften wie beispielsweise das notwendige Trennsystem für Meteor- und Schmutzwasser das Projekt erheblich verteuert. «Wir haben unterschätzt, was alles auf uns zukommt», erklärte Schulratspräsident Markus Häne offen.

Altes Schulhaus abreissen

Nach diesen neuen Erkenntnissen hat sich die Baukommission sofort daran gemacht, Varianten zu prüfen.

Schliesslich ist man zum Schluss gekommen, dass ein Abriss des Basisschulhauses die beste Möglichkeit sei. Anstelle einer Sanierung des Gebäudes mit Baujahr 1954 soll an der Ostseite des Hofacker-Schulhauses ein Anbau realisiert werden. Für die Sanierung des Hofacker-Schulhauses und den Anbau im Osten sowie den Abriss des Basisschulhauses belaufen sich die Kosten gemäss Einschätzung der Behörden auf rund 12,5 Millionen Franken.

Für die Realisation dieses Vorhabens hat der Schulrat einen zusätzlichen Planungskredit in der Höhe von 156 000 Franken bewilligt. Der vom Schulrat bewilligte Nachtragskredit untersteht allerdings dem fakultativen Referendum. SVP- und FDP-Ortspartei haben in der vergangenen Woche angekündigt, von diesem Gebrauch zu machen.

Man wolle dem Schulrat die Zeit geben, Alternativen in Ruhe zu prüfen und ein neues, zweckmässiges Projekt zu erstellen, so die Hauptbegründungen der beiden Parteipräsidenten Peter Haag und Werner Hofmann.

Bereits sechs Varianten geprüft

Genau diese Argumente entkräftigte der Schulrat allerdings an der gestrigen Medienkonferenz.

«Wir haben insgesamt schon sechs Varianten eingehend geprüft», erklärte Schulratspräsident Markus Häne, «es hat keinen Sinn, noch mehr zu analysieren.» Auch ein kompletter Neubau des Schulhauses sei zur Diskussion gestanden, erklärte Marco Da Ros. Dieser wäre mit 18 Millionen Franken aber wesentlich teurer und der unsichere Faktor des Landkaufes würde noch dazu kommen.

«Wenn wir die Variante mit dem Anbau realisieren können, haben wir wirklich ein gutes Schulhaus», betonte Markus Häne. Der Aussenbereich sei dann für die Kindergärtler direkt zugänglich und dank einer Verbindung des Anbaus mit dem bestehenden Schulhaus sei nur eine Infrastruktur für die Lehrer nötig. «Wir müssen auch viele Dinge, die für die heutigen Unterrichtsmethoden notwendig sind, nachrealisieren», erklärte Häne. Zudem herrsche schon jetzt Platznot, ein Ausbau des Schulhauses sei dringend notwendig.

Kommt das angekündigte Referendum zu Stande, so verzögert sich die Realisation eines Projekts. Dann könnte im Februar nicht wie geplant über den Baukredit abgestimmt werden, sondern dann würde zu jenem Zeitpunkt erst über den Nachtragskredit für die Planung entschieden. «Je weiter nach hinten wir die Erweiterung und Sanierung verschieben, desto teurer wird sie», betonte Marco Da Ros. Alleine der provisorische Pavillon vor dem Schulhaus würde pro Jahr 50 000 Franken kosten.

«Sanieren wir alles Nötige einzeln, so haben wir ein Flickwerk, das bestimmt teurer wird als eine umfassende Totalsanierung», ergänzte Markus Häne. Die Referendumsfrist läuft noch bis am 26. Oktober.