Weiterbildung hat Tradition

Verabschiedung des Jahresprogramms, Neuwahlen und der Aufruf zur «Wiederbelebung» des einst legendären Imkerchörli waren Schwerpunkte der HV des Bienenzüchtervereins Untertoggenburg (BZVU) im «Rössli» in Henau.

Christian Jud
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HENAU. Dass der Generationenwechsel bei den Untertoggenburger Imkern in vollem Gang ist und problemlos vonstatten geht, war an der HV im «Rössli» in Henau sicht- und spürbar. «Dass im abgelaufenen Berichtsjahr 38 Jung- und Neuimkerinnen und -imker den Grundkurs 2 erfolgreich mit dem Diplom abgeschlossen haben, ist mit ein Beweis dafür, dass unsere naturnahe Beschäftigung dort unvermindert gut ankommt, wo der Konsens Aus-und Weiterbildung mit dem Faktor Kameradschaftspflege parallel einhergeht.

» Das sagte Präsident Hans Züst, der auch dem Kantonalverband vorsteht, bei der Begrüssung.

Bienen-Gesundheitsdienst

Grosse Änderungen und Systemwechsel stehen im Zentralverband der Bienenzüchter in der Schweiz zur Diskussion und werden an der Delegiertenversammlung des Verbandes am 17. April in Affoltern am Albis nach Aussage des Präsidenten des Bienenzüchtervereins Untertoggenburg zerpflückt und zerzaust. Zu den Bundesstellen steht als Bindeglied die Gründung von apisuisse im Gespräch.

Ebenfalls wurde ein neues Bildungsreglement ausgearbeitet, das schon in diesem Jahr in Kraft gesetzt werden soll. Als Ergänzung und zur Unterstützung der Bieneninspektoren wird neu der Bienen-Gesundheitsdienst gegründet. Zudem wird analog zu den anderen Nutztiergattungen in der Landwirtschaft der Schweiz die Einführung des Herdebuches im Sinne der Förderung und Forschung auch bei den Bienen angestrebt.

«Der Argwohn gegen die Einmischung von aussen hat bei den Imkern eine lange Tradition, und wir sind gut gefahren damit. Eine Alternative zur Einbindung der Bienenzucht in den Bereich Landwirtschaft gibt es nicht, und bei gründlicher Überlegung sollte man, nicht zuletzt der Forschung wegen, diesen Neuerungen zustimmen», zeigte sich Hans Züst überzeugt.

Ausstellung in Flawil

Am 15. Mai findet im Ortsmuseum in Flawil eine umfassende Ausstellung der Untertoggenburger Imkerinnen und Imker statt. Diese dauert bis 30. Mai, zu Öffnungszeiten, die noch bekannt gegeben werden. Verschiedene Begleitveranstaltungen sind in die Ausstellung eingebettet, wie der Besuch des Lehrbienenstands und Vorträge. Ein besonderer Höhepunkt findet im Rahmen dieser Ausstellung am 28.Mai im Speisesaal des Bildungszentrum Mattenhof in Flawil statt.

Die europaweit bekannteste Spezialistin Rosmarie Bort aus dem Raum Stuttgart hält einen Vortrag über Apitherapie. Weitere Anlässe finden an folgenden Daten statt: am 28. Februar zum Thema «Neuerungen in der Tierseuchenverordnung», am 28. März Vortrag von Alois Roth über Sammeln und Verwerten von Pollen, beide Anlässe im Mattenhof, am 24./25. April die Imkerreise ins Südtirol, am 28. Mai ein Standbesuch bei Nelly Burri in Niederwil.

Neu im Vorstand

Ernst Frei aus Degersheim, Brigitte Eilinger aus Niederwil und Peter Michel aus Abtwil haben frühzeitig ihren Rücktritt aus dem Vorstand bekannt gegeben. Frei amtete zwölf Jahre als Vizepräsident und organisierte unter anderem die Vereinsausflüge. Brigitte Eilinger bewährte sich als hervorragende Aktuarin und Peter Michel als kompetenter Berater. An ihre Stellen wählte die Versammlung Urs Lenz aus Oberuzwil und Doris Carelle aus Schwarzenbach. Als Berater springt vorerst der Präsident ein.

Ein Nachfolger beginnt demnächst die Ausbildung für diese Tätigkeit. Hedi Rüegg, Max Nufer und Beat Züger wie auch Hans Züst stellten sich für eine weitere Amtsdauer zur Wiederwahl. Aktuell zählt der Verein 144 Mitglieder. Auch soll das «Imkerchörli» wieder auferstehen..

Emil Biser erinnerte im Anschluss an die Versammlung an den von ihm geleiteten Königinnen-Zuchtkurs 2010, der am 1. März beginnt und wozu an seine Adresse, Gupfenstrasse 26 in Flawil, noch Anmeldungen möglich sind.

Seine Worte: «Um genügend gesunde und leistungsstarke Bienenvölker zu haben, ist dem Züchten von uns Imkern vermehrt nachzuleben. Das ist die hohe Schule der Imkerei, und diese kann ich nur empfehlen.»

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