Weit mehr als der Ballermann

Das Jugendorchester Wil reiste Ende Juli für eine Woche nach Mallorca. Nebst Besichtigungen und Badevergnügen standen Konzerte auf dem Programm, die aus klassischen Solowerken und Filmmusik bestanden.

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Das Jugendorchester Wil gab auf der Baleareninsel Mallorca mehrere Konzerte. (Bild: pd)

Das Jugendorchester Wil gab auf der Baleareninsel Mallorca mehrere Konzerte. (Bild: pd)

WIL. Ballermann? Die Insel Mallorca beherbergt weit mehr als die Partymeile in der Inselhauptstadt Palma. So konnten sich die rund 40 Jugendlichen aus Wil und Umgebung von Tropfsteinhöhlen, mittelalterlichen Städten und traumhaften Buchten verzaubern lassen. Angereist war man mit dem Reisebus bis Barcelona und der Fähre. Gut 30 Stunden dauerte es, bis in dem kleinen Küstenörtchen Colonia di San Pere an der Nordostküste Mallorcas die Quartiere bezogen werden konnten.

Hotel erfüllte alle Wünsche

Das kleine Hotel Solimar, das von einem deutschen Ehepaar geführt wird, kam seinen Schweizer Gästen bei all ihren Wünschen entgegen. Für Ausflüge bereiteten sie ihnen Lunchpakete vor, für die Proben durfte der Speisesaal umgebaut werden und für den Abschlussabend inklusive Vereidigung neuer Orchestermitglieder durfte der Pool ausserhalb der Öffnungszeiten zur Orchestertaufe benutzt werden. Der Standort Mallorca erwies sich so gesehen als ideal.

Idee durch Silvester-Laune

Demgegenüber standen tägliche Konzerte, die meist erst nach 21 Uhr begannen. Schon am Anreisetag stand eine abendliche Probe auf dem Programm. Das hohe Niveau der Konzerte steigerte sich von Abend zu Abend, wie Dirigent Martin Baur anmerkte.

Entstanden war die Idee für diese Reise in einer Silvester-Laune, als Baur bei einem befreundeten Wiler Paar zu Gast war, das sich nach der Pensionierung nach Mallorca zurückgezogen hatte. So entstand auch der Kontakt zu Franco Bombelli, einem Schweizer, der in Manacor die Musikschule Musiquarium gegründet hatte. Von dieser Schule nahmen neun Schüler an der Konzertreise teil, darunter der 16jährige Josep Pou, der als Solist einen Satz aus dem ersten Klavierkonzert von Beethoven spielte. Weitere Solisten aus der Region Wil und dem Orchester waren Miriam Frei, Oboe und David Pfistner, Cello.

Auch einheimische Musiker

Auch zwei einheimische Chöre aus Son Servera und Arta sowie die Sopranistin Irene Gili nahmen an zwei der Konzerte teil, die damit zu einem facettenreichen Konzerterlebnis wurden. Für die Aufführung in Arta wurde das Orchester durch eine einheimische «Xemeriers»-Gruppe mit Trommeln und Dudelsack ergänzt.

Die jeweiligen Konzertorte konnten verschiedener nicht sein. Die nie fertiggestellte «Església Nova» mit ihrem offenen Dach, der Golfclub von Son Servera, die Seniorenresidenz von Manacor, das Fünf-Sterne-Hotel von San Coma, und schliesslich die gotische Kirche von Arta und der Garten der Bibliothek – all diese Orte stellten an Akustik und Technik immer wieder neue Anforderungen. Diese wurden aber dank dem Einsatz von Dirigent Martin Baur und Fördervereinspräsident Matthias Staubli und seinem Orchesterkollegen mit Bravour bewältigt.

Auch wenn die Woche sehr anstrengend war, wird sie keiner der Wiler Jugendlichen und ihrer erwachsenen Begleiter bereut haben, gilt sie doch als ein weiterer Meilenstein in der Erfolgsgeschichte des Wiler Jugendorchesters. (pd)