Weisse Wand darf Farbe bekennen: Der Bauzaun um die Baustelle Sonnmatt wird zur Leinwand für Künstler

Noch ist die Wand rund um die Baustelle Sonnmatt strahlend weiss. Das wird sich bald ändern: Der Zweckverband bietet allen Interessierten an, Teile davon künstlerisch zu gestalten.

Tobias Söldi
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Noch etwas trostlos: Bald aber soll der Anblick der Baustellenwand spannender werden. (Bild: PD)

Noch etwas trostlos: Bald aber soll der Anblick der Baustellenwand spannender werden. (Bild: PD)

Eine fast endlose Wand umgibt die Baustelle des Seniorenzentrums in der Sonnmatt. Noch zeigt sie sich unberührt und erstrahlt in makellosem Weiss, schon bald aber soll sie in allen möglichen Farben leuchten und den unterschiedlichsten künstlerischen Motiven Platz bieten. Der Zweckverband Sonnmatt bietet Interessierten an, etwa 200 Meter dieser Wand künstlerisch zu gestalten.

«Wir denken dabei vor allem an Kunstschaffende, Schulen und Vereine. Grundsätzlich soll die Wand aber allen zur Gestaltung offenstehen», erklärt Urs Frischknecht, der Assistent der Geschäftsleitung des Seniorenzentrums Uzwil.

Idee wird zuerst begutachtet

Einfach loslegen geht aber nicht; etwas Ordnung muss sein. Wer sich an einem Teil der Wand künstlerisch austoben möchte, muss sich zuerst bei Frischknecht melden (siehe Hinweis). «Interessierte können bei uns ihre Idee und den dafür gewünschten Platz elektronisch einreichen», erklärt er. Dann werde man das Projekt intern begutachten, beurteilen und die Umsetzung organisieren. «Die Sujets müssen natürlich passen, wir müssen uns mit dem Projekt identifizieren können», sagt Frischknecht. So kann er sich etwa Motive vorstellen, die in irgendeiner Weise in Beziehung zur Gemeinde, zur Natur oder zum Seniorenzentrum stünden; Anzügliches, Rassistisches oder Politisches hingegen habe keinen Platz auf der Wand.

Je nach Andrang wird die Wand aufgeteilt. Kosten fallen für die Künstlerinnen und Künstler keine an, sie müssen lediglich
das Material, das sie für die Umsetzung ihres Werkes brauchen, selbst mitbringen. «Wir sind sehr gespannt, was wir für Rückmeldungen und Ideen erhalten werden», sagt Frischknecht.

Ein markantes Objekt interessanter machen

Der Gefahr, dass sich jemand auch unerlaubterweise an der Wand zu schaffen macht, ist sich Frischknecht bewusst: «Das wäre ein Fall von Vandalismus. Allfällige Sprayereien werden wir übermalen oder entfernen.» Ganz verhindern könne man solche Fälle aber nicht, wären dafür doch ständige Kontrollen nötig, so Frischknecht.

Gefahr, dass sich jemand auch unerlaubterweise an der Wand zu schaffen macht, ist sich Frischknecht bewusst: «Das wäre ein Fall von Vandalismus. Allfällige Sprayereien werden wir übermalen oder entfernen.» Ganz verhindern könne man solche Fälle aber nicht, wären dafür doch ständige Kontrollen nötig, so Frischknecht.

Die Idee ins Leben gerufen hat Lucas Keel, Gemeindepräsident von Uzwil und Präsident des Zweckverbands Sonnmatt. Frischknecht erinnert sich an die Anfänge: «Die weisse Mauer ist ein markantes Objekt, das aus der Umgebung heraus sticht. Wir wollten sie interessanter machen.» Der Zweckverband will auf diese Weise einerseits eine Möglichkeit bieten, Wände im öffentlichen Raum legal zu gestalten. Anderseits will man den Uzwilerinnen und Uzwilern etwas Abwechslung bieten – durch die Kunstwerke, aber auch durch die kreative Arbeit rundherum.

Genug Zeit, die Kunstwerke zu bestaunen

Was mit den künstlerischen Werken nach dem Ende der Bauarbeiten passieren wird, ist noch offen. «Das haben wir uns noch nicht überlegt», gibt Frischknecht zu. Die Wand werde aber auf jeden Fall während der ganzen Bauzeit, also die nächsten zweieinhalb bis drei Jahre, stehen bleiben – genug Zeit also, die Kunstwerke zu bestaunen.

Hinweis: Urs Frischknecht ist unter der Adresse urs.frischknecht@uzwil.ch oder unter Telefon 071 955 68 31 erreichbar.