Weil Lebenskunst sich für alle lohnt

Mehr als 250 Arbeitgebende haben Zeit in die Prävention investiert. Neben philosophischen Aspekten der Gesundheit standen am Dialoganlass der IV-Stelle im Stadtsaal Wil auch harte Fakten im Mittelpunkt.

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Wilhelm Schmid Philosoph (Bild: pd)

Wilhelm Schmid Philosoph (Bild: pd)

WIL. Klar wurde: Menschen im ersten Arbeitsmarkt zu behalten, zahlt sich mehrfach aus. Seit mehreren Jahren führt die IV-Stelle alljährlich im ganzen Kanton Dialoganlässe für Arbeitgebende durch. An den diesjährigen Anlässen steht das Thema Prävention im Mittelpunkt. Als Partnerorganisationen engagieren sich auch das Bündnis gegen Depression und die Rheumaliga.

Phasen der Lebenskunst

Der deutsche Philosoph Professor Wilhelm Schmid begeisterte die Gäste am Anlass in Wil mit seinen heiter-tiefgründigen Gedanken zum Leben an sich und zu den Möglichkeiten, es zu gestalten. Seine Lebenskunst – die Kunst des intelligenten Umgangs in den verschiedenen Lebensphasen – ist die Aufforderung, das Wesentliche in jedem Alter zu erkennen, dadurch gelassen zu bleiben und so seiner Gesundheit einen Dienst zu erweisen.

Weniger Neurenten

Die IV-Stelle investiert seit Jahren mit Erfolg in die berufliche Eingliederung. Die Zahl der beruflichen Eingliederungen in den ersten Arbeitsmarkt stieg in den letzten vier Jahren um über 80 Prozent auf knapp 1200 eingegliederte Personen. Dieser Erfolg spiegelt sich auch in der Zahl der Neurenten wider, welche sich in den letzten Jahren praktisch halbierte. Die Invalidenversicherung gibt Geld für die Integration aus mit dem Ziel, die Kosten bei den Rentenzahlungen zu senken. Diese Rechnung geht mehr als auf, stellte Patrick Scheiwiller, Leiter der IV-Stelle St. Gallen, fest. «Die IV wird so und dank der Unterstützung von Arbeitgeberseite von der Invaliden- zur eigentlichen Integrationsversicherung.» Er zeigte sich aber auch überzeugt, dass sich die berufliche Eingliederung ebenso für Arbeitgeber sowie für die gesamte Gesellschaft an sich lohnt.

Arbeit von zentraler Bedeutung

«Als Arbeitgeber kann man massgeblich zur psychischen Gesundheit seiner Angestellten beitragen», stellte Thomas Maier, Chefarzt der Kantonalen Psychiatrischen Dienste, St. Gallen – Sektor Nord, fest. Arbeit sei für die meisten Menschen von zentraler Bedeutung, sagte er weiter. Mit der Arbeit erhalte der Mensch eine Quelle für seinen Selbstwert, die soziale Stellung und sein Ansehen.

Von sichtbar zu unsichtbar

Psychische Erkrankungen werden bei der IV zu einem immer grösseren Thema. Die Anzahl der Neuanmeldungen in den letzten zehn Jahren aus psychischen Problemstellungen hat sich mehr als verdoppelt. Patrick Scheiwiller umschrieb deshalb die Invalidität der Zukunft so: «Von den sichtbaren zu den unsichtbaren Leiden.» Gerade auch in solchen schwerer fassbaren Fällen setzen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber immer mehr auf die Unterstützung der Eingliederungsberatung. (pd)