Weil Goalie Tanam Hagmann alle Elfmeter hielt: SC Bronschhofen gewinnt Cuphit bei Dardania St. Gallen

Der 2.-Liga-Klub SC Bronschhofen siegt beim unterklassigen Dardania St.Gallen in der Cup-Vorrunde mit 4:2 nach Elfmeterschiessen. Das Team von Spielertrainer Alessandro Maier hatte in der 80. Minute den vermeintlichen Siegtreffer erzielt – musste dann aber wegen eines Eigentors mit dem Schlusspfiff eine Zusatzschleife drehen.

Tim Frei
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Bronschhofens Spieler feiern ihren Goalie Tanam Hagmann, der alle vier Elfmeter parierte.

Bronschhofens Spieler feiern ihren Goalie Tanam Hagmann, der alle vier Elfmeter parierte.

Bilder: Tim Frei (St.Gallen, 8. August 2020)

Am Schluss gab es kein Halten mehr: Nachdem Bronschhofens Torhüter Tanam Hagmann auch den vierten von vier Elfmetern gehalten hatte, eilten seine Mitspieler auf ihn zu – und feierten den Held dieser spannenden Cup-Vorrundenpartie zwischen dem 3.-Liga-Club Dardania St.Gallen und dem SC Bronschhofen aus der 2. Liga. Hagmann wollte seine Leistung im Elfmeterschiessen nicht überbewerten und meinte bescheiden:

«Es war schön, dass ich der Mannschaft helfen konnte.»

Bei brütender Hitze auf der St.Galler Sportanlage Gründenmoos hatte sich einmal mehr gezeigt, dass der Cup seine eigenen Gesetze hat. Die Partie bot vieles, was einen Cuphit ausmacht: Zwei Teams, die sich in einem Spiel auf Augenhöhe bewegten; ein Aussenseiter, der in Führung ging; ein Favorit, der zu straucheln drohte, ehe er mit Effizienz die Partie drehte – um schliesslich mit dem Schlusspfiff den Ausgleich hinnehmen zu müssen, so dass ein Elfmeterschiessen über das Weiterkommen entscheiden musste.

Neuzugang Philipp Roth zeigte auffälliges Pflichtspiel-Début

Das Elfmeterschiessen war nichts für schlechte Nerven. Es schien, als sei die Hitze nicht spurlos an den Spielern vorbeigegangen – wurde doch keiner der ersten vier Versuche versenkt. Als fünfter Schütze brach schliesslich Bronschhofen-Stürmer Philipp Roth den Bann. Der Neuzugang vom FC Zuzwil war bereits in den 90 Minuten zuvor einer der auffälligsten Akteure. Mit seinen Sprints in den gegnerischen Sechzehner hatte er immer wieder für Gefahr gesorgt.

Philipp Roth zeigte ein starkes Spiel in seinem ersten Pflichtspiel für den SC Bronschhofen.

Philipp Roth zeigte ein starkes Spiel in seinem ersten Pflichtspiel für den SC Bronschhofen.

Nachdem Dardania St.Gallen auch beim dritten Versuch gescheitert war und Bronschhofens Spielertrainer Alessandro Maier mit einem satten Schuss via Pfosten auf 2:0 erhöht hatte, musste das Heimteam treffen. Doch erneut war es Hagmann, der zum wiederholten Mal frech mit einer Faust parierte.

«Hatten das Spiel im Griff, erspielten uns aber kaum klare Chancen»

Assistenztrainer Roger Baggenstos, der an der Seitenlinie den Job für Maier ausführte, sagte über seinen Torhüter: «Ohne seine Leistung zu schmälern, die Elfmeter waren auch schlecht geschossen. Aber klar: Das gibt es nicht alle Tage, dass ein Goalie alle Versuche pariert.» Dass es direkt zum Elfmeterschiessen kam, lag an der neuen Regel im regionalen Cup. Bis und mit Achtelfinal wird keine Verlängerung gespielt, erst ab dem Viertelfinal können sich die Zuschauer wieder darauf freuen.

Im Lager des SC Bronschhofen hatte man sich auf ein schwieriges Spiel gegen einen spielstarken Gegner eingestellt. Dardania habe ihn dann aber nicht wirklich überzeugt, sagt Baggenstos:

«Sie agierten oft mit langen Bällen, das hat uns überrascht.»

Auch was das Spiel seiner Mannschaft betraf, war er nicht sonderlich euphorisch. «Wir hatten das Spiel zwar im Griff, aber klare Chancen verschafften wir uns kaum – oft weil wir nicht schnell genug agierten. Am Ende zählt aber nur der Sieg und das Weiterkommen.»

Mit Doppelschlag innert vier Minuten Partie gedreht

In einer mehrheitlich ereignisarmen ersten Halbzeit kassierte Bronschhofen in der 18. Minute das 0:1 per Foulelfmeter. Nach Wiederanpfiff zeigten sich die Gäste viel kreativer und verlagerten das Geschehen über weite Strecken in die Hälfte des Gegners. Und doch war dieser es, der nach 70 Minuten dem nächsten Tor mit einem Pfostenschusss am nächsten kam.

Captain Philipp Flammer (vorne) leitete mit dem 1:1-Ausgleich per Kopfball den Bronschhofer Doppelschlag ein.

Captain Philipp Flammer (vorne) leitete mit dem 1:1-Ausgleich per Kopfball den Bronschhofer Doppelschlag ein.

Eine Aktion, die zum Weckruf für Bronschhofen werden sollte.Mit einem Doppelschlag innert vier Minuten (76./80.) wendete sich das Blatt. Captain Philipp Flammer glich per Kopfball nach einem Corner aus, Raphael Schwager verlängerte einen Freistoss sehenswert zum 2:1.

Raphael Schwager (links) erzielte Bronschhofens Führungstreffer in der 80. Minute.

Raphael Schwager (links) erzielte Bronschhofens Führungstreffer in der 80. Minute.

In der nächsten Runde gegen Au-Berneck oder Trübbach

Der Ausgleich in der sechsten Minute der Nachspielzeit war besonders unglücklich: Nach einer Flanke prallte der Ball unglücklich von Simon Pabsts Körper ins eigene Tor. Doch das sollte eine Randnotiz bleiben.

In der nächsten Runde trifft Bronschhofen am nächsten Wochenende zu Hause auf Au-Berneck (2. Liga).

Spektakel auf der Schützenwiese: Flawil besiegt oberklassiges Frauenfeld 9:8 nach Elfmeterschiessen

Das 3.-Liga-Team des FC Flawil ist in der Cup-Vorrunde gegen den oberklassigen FC Frauenfeld zu einem spektakulären Sieg gekommen: Zu Hause gewannen die Flawiler mit 9:8 nach Elfmeterschiessen.  Nach der ersten Halbzeit und einem 1:4-Rückstand hatte wohl kaum jemand noch auf Flawil gewettet. Wegweisend waren drei Auswechslungen zur Pause, die dem Heimteam neuen Schub gaben. In der 64. Minute war der verdiente 4:4-Ausgleich bereits Tatsache. Nach je einem weiteren Treffer auf beiden Seiten und 5:5-Stand nach Ende der regulären Spielzeit musste direkt das Penaltyschiessen entscheiden, wie das die neue Regel des regionalen Cups vorsieht. Dafür nahm der Flawil-Trainer Dragan Savic aufgrund eines Bauchgefühls einen Goaliewechsel vor: Remo Wagner wurde durch Fabio Imper ersetzt, der auf der Linie stark ist. Eine Massnahme, die sich auszahlte: Den ersten und fünfte Versuch parierte er, während Flawil jedes Mal reüssierte.

Vorrunde. Samstag: Henau (3.) – Wängi (2.) 3:5. Flawil (3.) – Frauenfeld (2.) 9:8 n.P. Dussnang (3.) – Weinfelden-Bürglen (3.) 5:0.  Berg (4.) – Sirnach (2.) 1:2. Steckborn 1a (5.) – Tobel-Affeltrangen 2:10. Sonntag: 12.00 Rotmonten (4.) – Zuzwil (3.) 1:2. 16.00 Niederwil (4.) – Romanshorn (2.) 2:8. Frauen: Uzwil (2.) – Eschenbach (2.) 3:0. 16.00 Münchwilen (3.)  – Ems (2.) 2:8.

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