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Wegen seiner Leidenschaft für Technik verpasst dieser Flawiler auch schon mal das letzte Tram

Der Flawiler ETH-Student Pascal Lieberherr hat ein Stipendium von der Werner Siemens-Stiftung in der Höhe von 19800 Franken erhalten.
Tobias Söldi
«Mein zweites Zuhause»: Pascal Lieberherr an der ETH Zürich. (Bild: Tobias Söldi)

«Mein zweites Zuhause»: Pascal Lieberherr an der ETH Zürich. (Bild: Tobias Söldi)

Pascal Lieberherr ist der Welt der Technik und der Maschinen verfallen. Das war schon in seiner Kindheit so: Wenn der Nachhauseweg von der Schule an einer Baustelle vorbeiführte, sei er jeweils zu spät zum Mittagessen erschienen, erinnert sich der heute 24-jährige ETH-Student mit einem Schmunzeln. Viel verändert hat sich in dieser Hinsicht nicht. Kürzlich habe er nach einem langen Lerntag fasziniert die Arbeiten an den Tramschienen beobachtet. «Das war so spannend, dass ich das letzte Tram verpasst habe.»

Diese Leidenschaft hat ihn von der Bühler AG, wo er eine Lehre als Anlagen- und Apparatebauer absolvierte, über die Interstaatliche Maturitätsschule (ISME) in St. Gallen bis an die ETH geführt, wo er, seit 2017 Maschineningenieurswissenschaften studiert. Es ist ein Lebenslauf voller Bestnoten und Auszeichnungen. Und nun hat Lieberherr ein Stipendium der Werner-Siemens-Stiftung in der Höhe von 19800 Franken erhalten.

«Ich bin überglücklich. Natürlich habe ich mir gewisse Chancen ausgerechnet. Dass es aber wirklich geklappt hat, hat mich dann doch überrascht. Die Konkurrenz war gross.»

Das Geld wird er zur Finanzierung seines Studiums einsetzen. «Sodass ich mich voll darauf konzentrieren kann, die besten Leistungen abzurufen», sagt er.

Lohn für Top-Leistungen

Zum vierten Mal verleiht die Schweizerische Studienstiftung in Zusammenarbeit mit der Werner-Siemens-Stiftung zehn Werner-Siemens-Fellowships an herausragende Studierende der Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (Mint) sowie Humanmedizin. Die Stipendien kommen ausgewählten Geförderten der Schweizerischen Studienstiftung zugute, die hervorragende akademische Leistungen vorweisen und bereit sind, sich für die Vermittlung und Förderung der Mint-Fachbereiche in der Gesellschaft zu engagieren. (pd)

Ein Roboter, der 
Unkraut vernichtet

Sein Wissen fliesst aktuell in den «Growbot», sein Herzensprojekt, wie er sagt. Dabei handelt es sich um einen Roboter zur Unkrautvernichtung, der ohne den Einsatz von giftigen Pflanzenschutzmitteln auskommt. Wie funktioniert das? «Der Roboter fährt über eine Reihe Zuckerrüben, erkennt mithilfe einer Kamera die Kulturpflanze und entfernt dann das darum liegende Unkraut», erklärt Lieberherr das Prinzip. Letzteres geschieht entweder thermisch mithilfe einer Knallgasflamme oder mechanisch mittels eines Keils. «Da müssen wir aber noch schauen», sagt er.

Der «Growbot» entsteht im Rahmen eines Fokus-Projektes der ETH Zürich. Maschinenbaustudierende konnten Projektvorschläge einreichen, die helfen, die Sustainable Development Goals der UNO zu erreichen. Mit technischen Mitteln akute Probleme, etwa die nachhaltige Ernährung der Menschheit, zu lösen, das fasziniert Lieberherr – ein Gedanke, den er von seiner Zeit bei der Bühler AG mitgenommen hat. Die Idee stiess auf grosses Interesse im zuständigen Departement.

Es steckt viel Flawil
 im «Growbot»

Unter der Leitung eines ETH-Professors hat sich in der Folge ein Team von acht Studenten zusammengefunden, die im September die Arbeit am «Growbot» aufnehmen. Im Juni 2020 soll der Prototyp vorgestellt werden. Es steckt viel Flawil in diesem Projekt: Nicht nur kommt die Idee aus Flawil, auch der besagte Professor, Marco Hutter, wohnt dort. «Ich habe ihn zufällig einmal am Bahnhof in Flawil getroffen», erinnert sich Lieberherr.

Es wird also in den nächsten Monaten einiges an Arbeit auf den jungen Studenten zukommen.

«Ich bin mir bewusst, dass ich wohl so viel arbeiten werde wie noch nie zuvor.»

Da ist Abwechslung umso wichtiger. Im Winter steht Lieberherr gerne auf den Skiern, im Sommer spielt er Fussball. «Der Sport stellt für mich einen Ausgleich zum Technischen dar.» Und am Sonntag widmet er sich mit Vorliebe dem Weltgeschehen und liest bei einer Tasse Kaffee Zeitung. Die USA und China interessieren ihn – beide Länder hat er im Rahmen von früheren Auslandsaufenthalten kennen gelernt. «Es ist spannend, wie unterschiedlich die Leute in diesen beiden Ländern denken und wie anders die Gesellschaften funktionieren.» Noch heute pflegt er Kontakte zu früheren Bekanntschaften.

Ein Projekt für
die Zukunft

Nach dem Bachelorstudium, das Lieberherr im Sommer des nächsten Jahres abschliessen wird, will er gleich mit dem Masterstudium weitermachen. Ob es eher in Richtung Robotertechnik geht oder ob es beim klassischen Maschinenbau bleibt, weiss er allerdings noch nicht. Und vielleicht wird ihn danach der «Growbot» noch weiter beschäftigen, hofft er: weiter forschen, verbessern, vielleicht sogar ein Start-up gründen. «Ich würde sehr gerne am Projekt dranbleiben.»

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