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Wegen des Trainers: Die Niederuzwilern Cendrine Hantz tritt aus dem Badminton-Nationalteam zurück

Nach einer schweren Knieverletzung hat sich Cendrine Hantz vom Badmintonclub Uzwil zurückgekämpft. Nun hört die 28-Jährige als Nationalspielerin auf, weil der Coach ihr zu wenig Chancen auf eine Rückkehr ins Team gab.
Tim Frei
Nach sieben bis acht Jahren als Juniorin spielte Cendrine Hantz vier Jahre fürs Nationalteam der Elite. Die grössten Erfolge der Niederuzwilerin sind die zwei NLA-Titel mit Uzwil. (Bild: Matthias Zindel)

Nach sieben bis acht Jahren als Juniorin spielte Cendrine Hantz vier Jahre fürs Nationalteam der Elite. Die grössten Erfolge der Niederuzwilerin sind die zwei NLA-Titel mit Uzwil. (Bild: Matthias Zindel)

Für ihren Stammclub Uzwil wird Cendrine Hantz weiterspielen. Am vergangenen Sonntag bestritt sie nach knapp einem Jahr Pause wieder einen Ernstkampf. An der Seite von Irina Kölbener gewann sie das Frauendoppel der NLB-Partie gegen Zug souverän in zwei Sätzen. Die 28-Jährige sagt dazu:

«Realisiert habe ich das noch nicht. Ich hätte vermutet, dass ich viel nervöser wäre. Doch sobald das Spiel begann, war die Anspannung wie weggeblasen.»

Dabei strahlt sie. Keine Frage, die Niederuzwilerin ist trotz ihres Rücktritts sehr glücklich. «Ich bin zwar noch lange nicht dort, wo ich hin möchte, aber es machte mir einfach richtig Spass.»

Der 10. Dezember des vergangenen Jahres ist für Hantz ein einschneidender Tag. Im NLA-Meisterschaftsspiel gegen St. Gallen-Appenzell knickt sie, nach erfolgreichem Smash, bei der Landung um. Sie geht zu Boden und schreit vor Schmerzen. Als Physiotherapeutin weiss sie sofort, dass im Knie vieles kaputt gegangen ist.

Ende 2017: Kreuzband, Meniskus und Innenband gerissen

Die Untersuchung am Tag danach gibt Gewissheit: Riss des vorderen Kreuzbands, beider Menisken und des Innenbandes. Zwei Wochen später, Ende Dezember, wird die Badmintonspielerin von Uzwil im Kantonsspital erfolgreich operiert.

Bereits eine Woche nach dem Eingriff beginnt sie mit der Reha. Diese beginnt happig: zweimal Physio und viermal Fitness pro Woche. Das Programm zieht sie bis zu ihrer Rückkehr auf dem Badmintonfeld durch. Überraschend kommt das nicht. Sagt doch Hantz über sich:

«Ich bin keine Person, die halbe Sachen macht.»

Ob sie jemals ihr Topniveau erreichen wird, ist damals noch offen. Doch offensichtlich ist: Der Wille ist da.

Im Juni 2018 erstmals auf dem Spielfeld

Im Juni folgt der grosse Moment. Ihr Freund Christian Kirchmayr, der im Badminton-Nationalkader ist und für den Verein SC Uni Basel spielt, nimmt sie zu einem Test aufs Spielfeld mit.

Es geht vorerst darum, den Schläger in der Hand zu halten und die Unterlage zu spüren. Auch wenn damals noch keine Ballwechsel gespielt werden: Für die Niederuzwilerin ist zu diesem Zeitpunkt klar, dass sie mit dem Training wieder beginnen möchte.

Erstes Anklopfen misslingt

Anfang Juli ist es soweit. Dabei läuft es so gut, dass sie beim Trainer des Nationalteams John Dinesen anklopft. Sie will wissen, ab wann sie wieder mittun kann. Doch seine Antwort sei enttäuschend gewesen, erinnert sie sich. Er sagte:

«Du darfst erst wieder mittrainieren, wenn du wieder voll einsatzfähig bist.»

Er habe ihr zwar angeboten, auf Abruf dabei zu sein, wenn sie zu wenig Zuspieler im Training hätten. Gemeldet habe er sich aber nie.

Mitspieler unterstützen sie auf ihrem Weg zurück

Vier Teamkollegen halfen der 28-Jährigen bei ihrer Rückkehr, gingen mit ihr in die Halle und spielten ihr den Ball zu. «Damit konnte ich doch nach und nach wieder Fortschritte erzielen», sagt sie.

Erneut suchte sie das Gespräch mit dem Trainer – dieses Mal war es erfolgreich. Er teilte ihr mit, dass sie ab Mitte August beim Assistenztrainer zweimal pro Woche ins Training darf. Das brachte sie ebenfalls weiter. Sie sagt:

«Ich hätte mir aber mehr Trainings gewünscht, um schneller Fortschritte zu erzielen.»

Nach dem Austausch mit Familie, Mitspielern und Freunden entschied sie sich, dass sie sich nicht mehr plagen will, und gibt ihren Rücktritt aus dem Nationalkader bekannt. Die Reaktion ihres Trainer habe sie in ihrem Eindruck bestätigt. Hanz erinnert sich:

«Ihn überraschte es nicht, da wir nach ihm nie auf der gleichen Wellenlänge gelegen sind»

Und er habe eingesehen, dass er ihr mehr Chancen hätte geben müssen. Der Nationaltrainer wollte auf Anfrage der «Wiler Zeitung» keine Stellung zum Rücktritt seiner Spielerin nehmen.

Positives trotz allem und Vorfreude
auf NLA-Doppel mit Pelling

Trotz dieser unschönen Geschichte zieht Hantz positive Schlüsse. «Für mich stimmt es nun so. Es ist eine grosse Befreiung für mich. Zudem kann ich dieses Kapitel nun abschliessen und mich meiner Zukunft widmen», sagt sie.

Ausserdem freut sie sich auf ihr Comeback im NLA-Team Uzwils und vor allem auf die Doppel mit ihrer Spielpartnerin Tenzin Pelling. Die 30-Jährige war eine wichtige Person auf dem Weg zurück der Niederuzwilerin. Hantz sagt:

«Sie hat mir versprochen, dass sie eine Saison anhängen würde, um mit mir zusammen aufzutreten.»

Läuft alles nach Plan, könnte es bereits am 21. Oktober bei der nächsten NLA-Partie gegen Uni Basel dazu kommen.

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