Wegen «Corona»: Wil lanciert per sofort Velolieferdienst für lokale Geschäfte

Um die Geschäfte in der Corona-Krise zu unterstützen, lanciert die Stadt Wil gemeinsam mit WIL Shopping und den Heimstätten Wil vorzeitig den für den Frühling 2021 geplanten Velolieferdienst viaVelo-Wil. Ab sofort steht das Angebot den Wiler Geschäften zur Verfügung

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Effizient, unkompliziert, umweltfreundlich und nicht im Stau: Der Velolieferdienst der Heimstätten Wil.

Effizient, unkompliziert, umweltfreundlich und nicht im Stau: Der Velolieferdienst der Heimstätten Wil.

Bild: PD

«Viele Wiler Geschäfte kämpfen um ihre Existenz und suchen nach Möglichkeiten, wie sie weiterhin ihre Produkte verkaufen können.» Diese Worte in einer aktuellen Medienmitteilung der Stadt Wil klingen nicht nur dramatisch, sie sind auch so gemeint. Denn um viele Detailhandelsgeschäfte steht es schlecht. Um diese während der Coronakrise wenigstens etwas zu unterstützen, lanciert die Stadt gemeinsam mit der Ladenvereinigung Wil Shopping und den Heimstätten Wil den Velolieferdienst «viaVelo-Wil».

So funktioniert das Angebot

Wer in einem teilnehmenden Wiler Geschäft etwas einkauft oder bestellt, kann sich dies ab sofort per Cargovelo von den Heimstätten Wil direkt nach Hause liefern lassen. Die Kosten pro Lieferung belaufen sich auf 15 Franken. Während der Pilotphase trägt die Stadt Wil zwei Drittel davon, das teilnehmende Geschäft ein Drittel. Allerdings ist die Liste der teilnehmenden Geschäfte noch leer, denn diese können sich erst seit Montag eintragen lassen. Dies soll aber schon in wenigen Tagen anders sein.

Vorgezogenes Teilprojekt wegen der Coronakrise

Eigentlich war das Projekt erst für Frühling 2021 geplant. Aufgrund der dramatischen Umsatzeinbussen in vielen Wiler Geschäften wird das Angebot nun aber vorgezogen, wenn auch erst in einer Teilversion. Im Mittelpunkt des Wiler Velolieferdienstes wird künftig eine App stehen. Die Idee: Kundinnen und Kunden geben ihre Taschen im Geschäft ab und lösen via App die Lieferung direkt selbst aus. Die App ist in Entwicklung, die Lancierung auf den Frühling 2021 geplant. «Da wir mit den Planungen für den Dienst schon sehr weit fortgeschritten sind, insbesondere was die Abläufe betrifft, können wir dieses Angebot bereits ab sofort den Wiler Geschäften anbieten», erläutert Daniel Stutz, Stadtrat und Präsident Energiestadt der Stadt Wil, die vorgezogene Lancierung. Der einzige Unterschied sei, dass vorerst nicht die Kundschaft via App die Lieferung auslöse, sondern das teilnehmende Geschäft via Online-Formular.
Auch Rossrüti und Bronschhofen: Lieferung in das ganze Stadtgebiet
viaVelo-Wil beliefert von Montag bis Freitag Adressen in der Stadt Wil – inklusive Bronschhofen und Rossrüti. Pro Lieferung können eine bis zwei Einkaufstaschen mit einem Gesamtgewicht von insgesamt 20 Kilogramm abgegeben werden. Dieses Angebot gilt vorübergehend, bis sich die Pandemiesituation entschärft hat und der Dienst mit der eigentlichen Idee der App lanciert werden kann.

Die Umsetzung des Projekt viaVelo-Wil war auf Frühjahr 2021 geplant. Aufgrund der Coronakrise wird das Angebot nun per sofort eingeführt - wenn auch mit technischen Einschränkungen.

Die Umsetzung des Projekt viaVelo-Wil war auf Frühjahr 2021 geplant. Aufgrund der Coronakrise wird das Angebot nun per sofort eingeführt - wenn auch mit technischen Einschränkungen. 

Bild: red.

Für den Lieferservice setzt das Projekt auf die Heimstätten Wil als Partner. Diese liefern bereits Gärtnereiprodukte oder die «Wiler Kiste» via Velo innerhalb der Stadt aus (siehe Zweittext). Mitarbeitende nehmen telefonisch die Bestellungen entgegen oder gehen quasi für die Kunden einkaufen. «Das hat sich bewährt. Die Kundinnen und Kunden haben so keine langen Lieferfristen – im Gegenteil: Sie erhalten die Bestellung noch am selben Tag», sagt Werner Artho, Leiter Marketing und Verkauf im Bereich Arbeit der Heimstätten Wil. «Wir sehen uns deshalb geradezu prädestiniert für das Projekt viaVelo-Wil.» Ausserdem: «Mit dem Velo sind wir oft schneller als mit dem Auto beim Kunden.» Was genau auf Artho zukommen wird, weiss er indes nicht. Es gibt keine Erfahrungswerte, mit wie vielen Lieferungen zu rechnen ist. «Wir lassen uns überraschen», sagt er gelassen. Doch er hat bereits Vorbereitungen für den Fall der Fälle getroffen.

Die Möglichkeit ist da: Nun sind die Geschäfte am Zug

Bei der Interessengemeinschaft Obere Bahnhofstrasse (IGOB), die unter dem Label «Wil Shopping» die Marktstadt als Einkaufsstadt stärken will, ist die Zuversicht gross. «Wichtig ist, dass wir den Kunden ein zusätzliches Angebot machen können», sagt Präsident Jürg Wipf, der in der Fussgängerzone Obere Bahnhofstrasse ein Goldschmiedegeschäft betreibt. Wie das Angebot genutzt werde, müsse sich zwar noch zeigen. «Wichtig ist, dass man es probiert. Als Markt- und Einkaufsstadt dürfen wir nicht abseits stehen.»
Stadtrat Daniel Stutz (Grüne Prowil), der als Energiestadtpräsident federführend in diesem Projekt ist, sieht das ähnlich. Er sieht das vorgezogene Teilprojekt als Einstiegsangebot, um erste Erfahrungen zu sammeln, bis die App ganz vorliegt. Nun sind die Ladengeschäfte am Zug. «Ich hoffe auf die Kreativität der Geschäfte, dieses Angebot zu nutzen», sagt Stutz.

Hinweis
Weitere Informationen für Anbieter und Nutzer unter www.viavelo-wil.ch