Wegen Corona: Sportpark Bergholz rechnet mit grossem Defizit

Von Mitte März bis Anfang Juni musste der Sportpark Bergholz seine Anlagen schliessen. Das wird sich erheblich auf das Betriebsergebnis Ende Jahr auswirken.

Lara Wüest
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Vom 17. März bis 6. Juni war der Sportpark geschlossen.

Vom 17. März bis 6. Juni war der Sportpark geschlossen.

Bild: Lara Wüest

Es wird wohl das erste negative Betriebsergebnis seit sechs Jahren: Wegen Corona rechnet der Sportpark Bergholz mit einem Minus von mehreren 100’000 Franken. Dies sagt Geschäftsführerin Sabin Rickenbach auf Anfrage. Im Jahr davor schrieb der Betrieb einen Gewinn von rund 50’000 Franken und 2018 von rund 10’000 Franken.

Sabin RickenbachGeschäftsführerin Sportpark Bergholz

Sabin Rickenbach
Geschäftsführerin Sportpark Bergholz

Bild: PD

Der Grund für das Minus in diesem Jahr sind Ertragsausfälle von rund 750’000 Franken während des Lockdowns. Von Mitte März bis Anfang Juni war der Betrieb zu, nach der Wiedereröffnung im Juni durften vorübergehend nur beschränkt Besucher hinein. Zugleich blieb ein Teil der Fixkosten erhalten. So arbeiteten zum Beispiel nur zwei Drittel der Angestellten in der Kurzarbeit. Einen Teil der Löhne musste der Sportpark also bezahlen.

Die darauffolgenden Monate liefen gemäss Rickenbach allerdings gut. «Viele Leute blieben in den Sommerferien hier. Von Juli bis September verzeichneten wir sehr viele Besucher.» Trotzdem vermag das den Verlust aus dem ersten Halbjahr nicht wett zu machen. Rickenbach:

«Insgesamt liegen die bisherigen Besucherzahlen deutlich unter denjenigen vom Vorjahr.»

Der Sportpark hofft nun auf finanzielle Unterstützung der Stadt Wil. Sie ist Hauptaktionärin der Wiler Sportanlagen AG (Wispag), welche den Sportpark betreibt. «Derzeit sind wir mit der Stadt im Gespräch», sagt Rickenbach. Ob der Sportpark auf die Stadt zählen kann, wird sich voraussichtlich in der Budgetdiskussion Ende Jahr zeigen.

Wie hoch das Minus im Jahr 2020 genau ausfallen wird, ist aber noch unklar. Denn überstanden ist die Krise noch nicht. Corona wird auch im Winter und womöglich Anfang nächstes Jahr ein Thema bleiben. «Käme es bis Ende Jahr zu einem erneuten Lockdown, würde das Minus sehr hoch ausfallen», so Rickenbach.

Trotzdem blickt sie optimistisch in die Zukunft. «Es besteht kein Risiko, sich im Wasser anzustecken.» Wenn kein weiterer Lockdown kommt, werden die Besucherzahlen stabil bleiben, davon ist Rickenbach überzeugt.

Um das Ansteckungsrisiko tief zu halten, wird der Sportpark ab Oktober, wie schon im Juni, die Besucher zählen. 260 Personen aufs Mal dürfen ins Hallenbad, 50 in den Wellnessbereich. Damit die Besucherinnen und Besucher den Weg nicht umsonst auf sich nehmen, werden auf der Internetseite die aktuellen Besucherzahlen aufgeschaltet.