Wechselvolle Geschichte

In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbauen die Herren von Toggenburg einen Wohn- und Wehrturm als Stützpunkt. Ab 1200 entsteht im Annex zur Burg ein Städtchen. 1226 geht das Turmgeviert an Konrad von Bussnang, Abt von St. Gallen.

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In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbauen die Herren von Toggenburg einen Wohn- und Wehrturm als Stützpunkt. Ab 1200 entsteht im Annex zur Burg ein Städtchen. 1226 geht das Turmgeviert an Konrad von Bussnang, Abt von St. Gallen. 1292 überfallen die Habsburger die Stadt und brennen sie nieder. Wil wird wieder aufgebaut. 1301 geben die Habsburger Wil dem Kloster St. Gallen zurück. Die Fürstäbte, die den Hof als Aussenresidenz nutzen, erweitern diesen kontinuierlich und statten ihn mit Kunstwerken aus. Den Dachstuhl verdankt der Hof beispielsweise Abt Ulrich Rösch (reg. 1463–91). Das Walmdach wird Ende des 17. Jahrhunderts zu einem Krüppelwalm umgebaut. Unter ihm erhebt sich über 850 m² ein dreigeschossiger, 13 Meter hoher Dachstuhl. Bis 1805 gehört der Hof zur Fürstabtei des Klosters St. Gallen. Nach der Liquidation der Klostergüter gelangt der Hof 1810 an Baron Wirz à Rudenz-Grüebler. Er richtet 1815 eine Bierbrauerei ein. Bis 1982 wird im ehemaligen Herrschaftssitz eine Bierbrauerei betrieben. 1990 erwirbt die Stiftung Hof zu Wil den Gebäudekomplex. Im gleichen Jahr wird der Hof von der eidgenössischen Denkmalpflege als Baudenkmal von nationaler Bedeutung eingestuft. (ph)