WECHSEL: Regionalpartei mit neuer Spitze

Neun Jahre stand Kantonsrätin Martha Storchenegger der CVP Wil-Untertoggenburg vor. Nun hat ihr Ratskollege Bruno Cozzio die Führung übernommen. An der DV in Bronschhofen wurde er einstimmig gewählt.

Christof Lampart
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Der neue Präsident der CVP Wil-Untertoggenburg, Bruno Cozzio, bei seiner Dankesrede nach der einstimmig erfolgten Wahl an der Delegiertenversammlung in Bronschhofen. Im Hintergrund: Vorgängerin Martha Storchenegger. (Bild: Christof Lampart)

Der neue Präsident der CVP Wil-Untertoggenburg, Bruno Cozzio, bei seiner Dankesrede nach der einstimmig erfolgten Wahl an der Delegiertenversammlung in Bronschhofen. Im Hintergrund: Vorgängerin Martha Storchenegger. (Bild: Christof Lampart)

Christof Lampart

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An der Delegiertenversammlung vom Dienstagabend, welche im Pfarreiheim Bronschhofen stattfand, sprachen sich die Delegierten einstimmig für den geplanten Wechsel aus. Martha Storchenegger begründete ihren Rücktritt damit, dass sie, welche auf Ende 2017 auch aus dem Kantonsrat des Kantons St. Gallen demissionieren wird, zukünftig mehr Zeit für andere Projekte im Gesundheits- und Bildungswesen be­nötige. Das Abgeben des Prä­sidiums falle ihr aber umso ­leichter, da mit dem Uzwiler Kantonsrat Bruno Cozzio eine Persönlichkeit ihre Nachfolge antrete, die es verstehe, der Partei nachhaltig neuen Schwung zu verleihen.

Wie dies geschehen soll, gab Bruno Cozzio nach der durch Applaus erfolgten Wahl gleich selbst bekannt. Es sei ihm ein grosses Anliegen, dass die Zusammenarbeit zwischen der Regionalpartei und den Ortsparteien wieder besser werde. Zugleich solle der Vorstand sukzessive, aber nicht zufällig, erweitert werden. Es sei ihm «sehr wichtig», dass sich im Regionalgruppen-Vorstand zum einen CVP-Mitglieder aus Wil, Uzwil und Flawil befänden, darüber hinaus aber auch die kleineren Gemeinden in den Regionen Thur Nord und Thur Süd Einsitz hätten. Auf diese Weise sei ein steter Informationsfluss zwischen der Regionalpartei und den Ortsparteien gewährleistet. Neben Cozzio wurden in globo auch Werner Muchenberger, Hansruedi Bannwart, Alice Burger, Josef Sennhauser, Corner Egger und Ernst Dobler in den Vorstand gewählt.

«Die Mitte ist staatstragend»

Ins Bild des Aufbruchs passt es, dass man gegenwärtig dort, wo man praktisch nur noch auf dem Papier bestehe, nämlich in Niederhelfenschwil, Gespräche führe, um die lokale CVP als relevante politische Kraft wiederzubeleben. «Ich spüre es sehr stark, dass die Mitte etwas zu sagen hat. Denn auch wenn sie von links und rechts torpediert wird, so ist sie doch staatstragend. Es ist stets die Mitte, welche die politischen Pole erdet, was bedeutet, dass es ohne uns keine gescheiten Lösungen gibt», so Cozzio offensiv. Deshalb sei es auch an der Zeit, dass die CVP ihre im politischen Diskurs scheinbar oft selbst auferlegte Zurückhaltung endlich ablege. Dies fand auch Martha Storchenegger: «Lösungsorientiert zu arbeiten, ist nicht in. Wir müssen deshalb unsere Rolle besser definieren und weiter unsere Arbeit öffentlich kommentieren.»

Mit einem Verlust von 31100 Franken schloss im Wahljahr 2016 die Jahresrechnung ab. Somit reduzierte sich das Parteivermögen auf 53800 Franken. Die Jahresrechnung 2016 wurde ebenso einstimmig genehmigt wie auch das ausgeglichene Budget 2017, das mit Einnahmen und Ausgaben von je 29380 Franken rechnet.