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Wechsel im Führerstand: Neuer Präsident für die Frauenfeld-Wil-Bahn

Carlo Parolari übernimmt das Präsidium der Frauenfeld-Wil-Bahn von Erwin Rutishauser. Im vergangenen Jahr fuhr die Schmalspurbahn Erfolge ein: Mehr Passagiere und Pünktlichkeit.
Sebastian Keller

«Es war ein erfolgreiches Jahr für die Frauenfeld-Wil-Bahn.» Das sagte Erwin Rutishauser an der 131. Generalversammlung in Frauenfeld. Den Erfolg untermauerte der FWB-Verwaltungsratspräsident mit Zahlen. So hat die Schmalspurbahn 2017 insgesamt 1,34 Millionen Fahrgäste durchs Murgtal befördert. Das entspricht einem Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. «Nach einer Stagnation hat die Nachfrage wieder angezogen», sagte Rutishauser. Auch in der Zukunft setzen die Verantwortlichen auf Wachstum. «Wir wollen alles unternehmen, damit die Nachfrage nicht zurückgeht.»

Als weiteren Erfolg erwähnte Rutishauser die Pünktlichkeit. Das Ziel von 97 Prozent pünktlichen Verbindungen wurde übertroffen. Als pünktlich zählt eine Verbindung, wenn sie mit weniger als drei Minuten Rückstand den Endbahnhof erreicht. Wie dem Geschäftsbericht zu entnehmen ist, sind die Anforderungen diesbezüglich gestiegen: Noch im Jahr 2016 galten Verspätungen bis vier Minuten als pünktlich. Auch finanziell hat die FWB reüssiert: 11992 Franken Unternehmensgewinn konnte das Bahnunternehmen verbuchen.

Bei zwei Sanierungen hapert es

«Erfreulich ist auch der Rückgang der Kollisionen», sagte Erwin Rutishauser. Im vergangenen Jahr prallten noch fünf Mal Züge und Autos im Murgtal aufeinander. Damit konnten die tiefen Zahlen von 2015 und 2016 gehalten werden. Zum Vergleich: Noch 2010 mussten die Verantwortlichen 22 Striche in der Kollisionsstatistik machen. Der Rückgang in jüngster Zeit geht einher mit der Sanierung von Bahnübergängen. Unterdessen wurden auf der Strecke deren 108 saniert oder aufgehoben. Doch die letzte Etappe erweist sich als harzig. «In diesem Bereich ist im vergangenen Jahr nichts gegangen», sagte Thomas Baumgartner, Direktor der Frauenfeld-Wil-Bahn zu den Aktionären. Es handelt sich um einen Bahnübergang in Münchwilen und einen in Matzingen. Auf Nachfrage dieser Zeitung erklärte Baumgartner, dass in einem Fall Verfahrensfragen noch nicht geklärt seien, im anderen gehe es um eine Konzeptfrage. «Ich hoffe, dass wir mindestens das Verfahren im laufenden Jahr einen Schritt weiter bringen.» Seine Hoffnung: Spätestens 2020 alle Bahnübergangsbaustellen abgeschlossen zu haben – je früher, desto besser.

Schmalspurbahn bringt Kantibus auf die Strasse

Baumgartner erwähnte zudem einige aktuelle Themen. So werde eine Studie erstellt, welche die Auswirkungen des geplanten Viertelstundentaktes auf den Verkehr in Frauenfeld beleuchtet. Darauf dürfte Anders Stokholm gespannt sein. Der Stadtpräsident von Frauenfeld machte in seiner Grussadresse deutlich: «Der Viertelstundentakt betrifft uns in Frauenfeld besonders.» Die Bahn führe direkt durch die Hauptschlagader der Hauptstadt. Der Viertelstundentakt dürfte erst ab circa 2023 Realität sein.

Bereits konkreter ist der Fahrplanwechsel 2019. Die FWB ändert selber zwar nicht viel, aber Anpassungen an den beiden Endbahnhöfen wirken sich auf die Schmalspurbahn aus: «Das Korsett für die FWB wird enger», stellte Baumgartner fest. Dennoch wolle man die Anschlüsse in Wil und Frauenfeld an den Fernverkehr gewährleisten. Deshalb passe eine Verbindung nicht mehr in den Fahrplan: der Entlastungszug 6.34 Uhr ab Wil. Doch Kantischüler müssen deshalb nicht früher aufstehen. Die FWB bietet ihnen ab Mitte Dezember einen Entlastungsbus an. Der Kurs - man könnte ihn Kantibus nennen – verlässt Münchwilen um 6.51 Uhr und erreicht noch vor Beginn der ersten Stunde um 7.12 Uhr Frauenfeld.

Ein Frauenfelder übernimmt das Präsidium

Die 131. Generalversammlung war die Letzte, die Erwin Rutishauser als Präsident leitete. Nach 15 Jahren im Verwaltungsrat tritt er zurück. «Es waren 15 spannende Jahre», sagte der scheidende Präsident und lobte die Zusammenarbeit im Gremium sowie die FWB-Mitarbeiter. Als Nachfolger wählten die Aktionäre einstimmig Carlo Parolari. Der ehemalige Stadtpräsident von Frauenfeld sitzt bereits seit 2008 im Verwaltungsrat. Nach seiner Wahl würdigte er die Verdienste seines Vorgängers. «Erwin, Du warst das Gesicht der Modernisierung.» Neu in das strategische Leitungsgremium wählten die Aktionäre Matthias Keller aus Dübendorf. Er ist Chef der Verkehrsbetriebe Glatttal. Auch alle weiteren Geschäfte wurden ohne Gegenstimme gutgeheissen.

Erwin Rutishauser (links) übergibt seinem Nachfolger Carlo Parolari eine Warnweste als Geschenk. (Bild: Sebastian Keller)

Erwin Rutishauser (links) übergibt seinem Nachfolger Carlo Parolari eine Warnweste als Geschenk. (Bild: Sebastian Keller)

Diese Züge fahren seit fünf Jahren durchs Murgtal. (Bild: Donato Caspari)

Diese Züge fahren seit fünf Jahren durchs Murgtal. (Bild: Donato Caspari)

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