WAVE: Flawiler wird Tourmanager

Heute ist sein erster Arbeitstag als Tourchef der Wave. Offiziell. Tatsächlich hat Didi Klement seine Tätigkeit im Team von Louis Palmer längst aufgenommen, war an der Organisation der E-Mobil-Rallye 2017 mitbeteiligt.

Andrea Häusler
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Didi Klement vor dem neuen Opel Ampera-e, mit dem er als neuer Wave-«Tourchef» die Rallye 2017 begleiten wird. (Bild: Andrea Häusler)

Didi Klement vor dem neuen Opel Ampera-e, mit dem er als neuer Wave-«Tourchef» die Rallye 2017 begleiten wird. (Bild: Andrea Häusler)

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch

Auf dem Vorplatz der Villa Büchi an der Flawiler Lörenstrasse hat ein blank polierter Tesla Modell X seine Flügel(-türen) ausgebreitet. Das Design des Luxus-SUV aus Kalifornien beeindruckt, die verbaute Technik sowieso. «Ein Testfahrzeug», sagt Didi Klement fast beiläufig und bittet in den parkartigen Garten seines Zuhauses. Für Testfahrten wird ihm künftig weniger Zeit bleiben. Denn heute tritt er seine neue Stelle als Tourmanager bei Louis Palmers Wave an. Mit einem Pensum von immerhin 80 Prozent. Ganz bleiben lassen wird er das Fahrzeugtesten allerdings nicht. Und auch sein Online-Portal ­«autonews.ch» will er weiterführen. «Ich habe nach wie vor Spass daran. Wobei ich zunehmend ­weniger Benziner und Diesler teste», sagt Klement und ergänzt: «Meine Präferenzen haben sich geändert.»

Dem Publikum Fahrerlebnis ermöglichen

Wave steht für «World Advanced Vehicle Expedition» und ist die weltweit grösste E-Mobil-Rallye. Lanciert wurde sie von Louis Palmer, der 2007 als erster Mensch mit einem solarbetriebenen Fahrzeug, dem «Solartaxi», die Erde umrundet hatte. Die Tour wird dieses Jahr bereits zum siebten Mal durchgeführt.

Ursprüngliches Ziel sei die Sensibilisierung der Bevölkerung für die Elektromobilität gewesen, sagt Didi Klement. Das habe sich geändert. «Heute müssen wir nicht mehr beweisen, dass man mit einem Elektroauto ans Meer fahren kann.» Jetzt gehe es darum, die Alltagstauglichkeit der Fahrzeuge aufzuzeigen und Nutzergruppen zu erschliessen, für welche Elektrofahrzeuge bisher kein Thema waren.

Denn, laut Klement sind die Automobilhersteller zunehmend bereit, solche seriennahe Modelle auf den Markt zu bringen. Als Beispiel für ein E-Fahrzeug für ­jedermann hebt er den neuen 204-PS-starken Opel Ampera-e hervor, der mit einer Reichweite von 500 Kilometern punktet. Klements neues Testfahrzeug, das im dritten Quartal 2017 in den Schweizer Markt eingeführt werden soll und mit dem er die diesjährige Wave fahren will.

Diese führt die 115 gemeldeten Teams vom 9. bis 17. Juni auf der «Grand Tour of Switzerland» rund um die Schweiz. Über 1500 Kilometer, sieben Pässe, in alle Sprachregionen. Ein Novum. Denn bisher war die Wave stets international unterwegs. Länderübergreifende Touren seien heute, aufgrund des neuen Stellenwerts der Elektromobilität im Allgemeinen und der Resonanz der Rallye bei Teilnehmern, Sponsoren und der Automobilindustrie überflüssig. Den Veranstaltern, Louis Palmer und – seit heute – Didi Klement, geht es nicht mehr um die Verbreitung einer Idee, sondern um Aufklärung. Über konkrete Angebote im Automobilbereich einerseits und das nun immer rascher wachsende E-Tankstellennetz anderseits. Schliesslich gehe es auch darum, Vertrauen zu schaffen. Deshalb wolle man künftig vermehrt Probefahrten anbieten, sagt Klement: «Es sollen Fahrerlebnisse ermöglicht werden.»

Österreich-Rundfahrt im nächsten Jahr

Aufgegleist ist jedoch noch weit mehr. Unter anderem ist ein Ausbau der Wave vorgesehen. «Solange der Marktanteil der E-Fahrzeuge unter zwei Prozent liegt, ist dies auch nötig», begründet Klement. Bereits konkret geplant ist die Durchführung zweier E-Rallyes im nächsten Jahr: Im Juni wird durch die Schweiz gefahren, im September durch Österreich. Die Aufgaben des neuen Tour-Managers bestehen darin, den Streckenverlauf zu definieren, attraktive Destinationen zu evaluieren, die Infrastruktur bereit- und die Finanzierung sicherzustellen. Ein nicht zu unter­schätzender Aufwand, wie Didi Klement weiss. Hinzu komme die Verpflichtung von Sponsoren sowie die Akquisition von Teilnehmerteams.

Der Flawiler, der sich im Dorf auch als Präsident des Elternvereins engagiert und über ein langjähriges, gutes Beziehungsnetz in der Automobilbranche verfügt, freut sich auf die neue Herausforderung an der Seite Louis Palmers: «Wir ergänzen uns optimal – er ist der Individualist, ich eher der Powerman.»