Wasserversorgung sicherstellen

Der zweite Politkaffee der Gemeinden Wuppenau und Schönholzerswilen hatte am Samstag die Wasserversorgung zum Thema. Die Verantwortlichen konnten vor allem aufzeigen, wie reibungslos diese zumeist funktioniert.

Larissa Flammer
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Walter Anken vom Wuppenauer Gemeinderat (vorne) informierte über die bestehenden und geplanten Wasserleitungen. (Bild: lsf)

Walter Anken vom Wuppenauer Gemeinderat (vorne) informierte über die bestehenden und geplanten Wasserleitungen. (Bild: lsf)

SCHÖNHOLZERSWILEN. «Wenn wir in unserem Gebiet schlechtes Wasser hätten, würden heute wohl hundert Leute hier sein», sagte Hanspeter Gantenbein, Gemeindeammann von Wuppenau, am Samstag lächelnd. Nur eine Handvoll Bürger hatte sich am Vormittag im Restaurant Ochsen in Schönholzerswilen eingefunden, um sich über die Wasserversorgung zu informieren. Das hatte den Vorteil, dass jeder persönlich und individuell über die verschiedenen Leitungen aufgeklärt werden konnte. Die Kreispartei der SVP Schönholzerswilen-Wuppenau hatte diese Politkaffees initiiert, und beide Gemeindebehörden waren an diesem Anlass vertreten. Sie informierten über ihren langjährigen und auch kostenintensiven Plan, die Wasserversorgung abzusichern und die Investitionen zu verteilen. Doch eines ist für Gantenbein ganz klar: «Die Wasserversorgung muss selbsttragend sein. Das heisst, sie muss fast vollständig über den Wasserpreis finanziert werden können.»

Ringleitungen legen

Das grösste Thema in Bezug auf die Wasserversorgung der beiden Gemeinden ist die Zusammenarbeit. So wird beispielsweise das Gebiet Leutenegg aus der Gemeinde Schönholzerswilen bereits heute von Wuppenau versorgt. «Ein Zusammenschluss der beiden Gemeinden ist kein Thema. Wir wollen aber bei allem, was Sinn macht, zusammenarbeiten», so Gantenbein. Konkret heisst das, neue Wasserleitungen zu legen, um damit die in Sackgassen endenden Querleitungen über die Gemeindegrenze hinweg zu geschlossenen Ringleitungen zu erweitern. Somit könne das Wasser dann bei einer Leitungsstörung von der anderen Seite her geliefert werden. Vor allem für Löscharbeiten sei dies ein sehr wichtiger Punkt. Wenn die Feuerwehr Wasser aus einem Hydranten beziehe, sei die betroffene Leitung danach fast leer. Wäre sie aber eine Ringleitung, könnte sie problemlos weiter Wasser heranschaffen.

70 km Leitungen

Gerade in den Gemeinden Wuppenau und Schönholzerswilen ist die Wasserversorgung ein Thema, da beide Gemeinden über eine grosse Fläche verfügen und ziemlich hügeliges Gelände haben. Beide zusammen werden von um die 70 Kilometer Hauptwasserleitungen durchzogen. Drei Druckzonen und spezielle Leitungen regulieren den Wasserdruck, der sich durch die Höhenunterschiede aufbaut. Hans Möckli, Gemeindeammann von Schönholzerswilen, brachte einige Zahlen mit: «Wir kaufen jährlich etwa 155 000 m³ Wasser ein, verkaufen aber nur etwa 119 000 m³. Etwa 30 000 m³ Wasser pro Jahr verlieren wir in den Leitungen, und das, obwohl sie in gutem Zustand sind.» Damit auch in Zukunft genug sauberes Trinkwasser aus den Leitungen fliesst und man nicht wie am Mittelmeer das Wasser in Fünf-Liter-Flaschen kaufen müsse, seien Investitionen im Bereich Wasserversorgung nötig. Denn eines ist Gantenbein klar: Auf das Selbstverständnis des sauberen Leitungswassers sei man nicht bereit zu verzichten. Dafür kaufen die Verantwortlichen lieber zu viele Wasserbezugsoptionen ein, als zu wenig.