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Wasserknappheit in der Region Wil nimmt zu: Es braucht mehr Regen

In den Bächen und Flüssen der Region Wil fliesst zurzeit nur halb so viel Wasser wie gewöhnlich. Der Grund ist die seit Wochen anhaltende Niederschlagsarmut. Für Fische kann es lebensbedrohlich werden.
Hans Suter
Die Thur im Gebiet Mühlau bei Bazenheid gestern Nachmittag: Niedriger Wasserstand bei tiefer Abflussgeschwindigkeit, obwohl es zuvor etwas geregnet hatte. Für eine Normalisierung der Situation braucht es etwa eine Woche mit ausgedehnten Dauerregenphasen. (Bilder: Hans Suter)

Die Thur im Gebiet Mühlau bei Bazenheid gestern Nachmittag: Niedriger Wasserstand bei tiefer Abflussgeschwindigkeit, obwohl es zuvor etwas geregnet hatte. Für eine Normalisierung der Situation braucht es etwa eine Woche mit ausgedehnten Dauerregenphasen. (Bilder: Hans Suter)

Eine Entenmutter schwimmt mit ihren neun Küken über das grünlich schimmernde Wasser. Da und dort etwas Vogelgezwitscher, zwischendurch Motorengeräusche vorbeifahrender Autos. Sonst herrscht Stille – die reine Idylle in der Mühlau bei Bazenheid. Vor dem Stauwehr, das der Gewinnung von Strom dient, breitet sich die Thur wie ein lang gezogener See aus. Auf der unten liegenden Seite dagegen fliesst die Thur als fast täglich schmaler werdendes Rinnsal durch das ausgeschwemmte Nagelfluhbett Richtung Schwarzenbach. Die Abflussmenge wird beim Kraftwerk zwar sorgsam reguliert, Regen zaubern können die Stromproduzenten aber auch nicht.

Fischereiaufseher beobachten die Lage

Für die Fische ist von Idylle nichts zu spüren. Vielmehr sehen sie sich einem tragischen Überlebenskampf ausgesetzt. Die Wassermenge und die Fliessgeschwindigkeit sind bescheiden. Die Wassertemperatur ist mit rund 22 Grad hoch, während die Sauerstoffmenge abnimmt und die Fische stresst. «Im Fürstenland und im Neckertal wirkt sich die Trockenheit markant aus», liess die Staatskanzlei diese Woche verlauten.
Sollte es für Fische lebensbedrohlich werden, schalten sich die kantonalen Fischereiaufseher ein und ergreifen Massnahmen. «Der Wasserstand in der Region Wil-Fürstenland ist sehr tief», bestätigt Silja Kempf, Hydrologin beim Amt für Wasser und Energie (AWE, früher AfU) des Kantons St. Gallen. Der Grund liegt gemäss ihrer Aussage in der tiefen Niederschlagsmenge. «Diese liegt gegenwärtig etwa 50 Prozent tiefer als gewöhnlich.» In Flüssen wie der Thur und der Glatt, die als sogenannte Vorfluter gereinigtes Wasser von Kläranlagen aufnehmen, verändert dies das Mischverhältnis zwischen Frisch- und Klärwasser. Führt das zusätzlich zu Problemen? «Nein, kaum», sagt Silja Kempf. «Solche Situationen werden schon beim Bewilligungsverfahren berücksichtigt.» Ausserdem wisse das Personal von Kläranlagen, wie mit Phasen von Niedrigwasser umzugehen sei.

Der Zusammenfluss von Alpbach (links) und Krebsbach in Rickenbach ist eine Gefahrenzone bei Starkregen. Aktuell ist das Gegenteil der Fall: Die Wassermenge ist stark zurückgegangen, aber noch ausreichend.

Der Zusammenfluss von Alpbach (links) und Krebsbach in Rickenbach ist eine Gefahrenzone bei Starkregen. Aktuell ist das Gegenteil der Fall: Die Wassermenge ist stark zurückgegangen, aber noch ausreichend.

Landwirtschaft bislang ohne grosse Probleme

Keine Probleme gibt es bislang in der Versorgung mit Trinkwasser. Auch für die Landwirtschaft in der Region ist die Situation nicht dramatisch. Laut Rolf Künzler vom Landwirtschaftlichen Zentrum in Salez liegt dies vor allem an den Kulturen in der Region. Da es hier mehr Bäume und weniger Ackerbau sowie Beeren- und Gemüsekulturen gebe, sei der Wasserbedarf geringer.

Aktuelle Daten der Messstellen zu Wasserständen und Abflussmengen sind im Internet zu finden unter www.hydrodaten.sg.ch.

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