WASSERBALL: Der Grundstein ist gelegt

Am Samstag startet der SC Kreuzlingen gegen Genf in die NLA-Meisterschaft. Ab dieser Saison steht Benjamin Redder am Beckenrand, er ist in die Fussstapfen des langjährigen Trainers Sirko Roehl getreten.

Matthias Frese
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Milan Petrovic (weisse Mütze) ist mit Jahrgang 1983 der älteste Spieler im Kader des SC Kreuzlingen. (Archivbild: Mario Gaccioli)

Milan Petrovic (weisse Mütze) ist mit Jahrgang 1983 der älteste Spieler im Kader des SC Kreuzlingen. (Archivbild: Mario Gaccioli)

Matthias Frese

sport@thurgauerzeitung.ch

Seit zwei Jahren ist das NLA-­Team des SC Kreuzlingen im Wandel. Zahlreiche Abgänge, mehrheitlich aus Altersgründen, hatte der Verein zu kompensieren. Die Verjüngung des Kaders ist unlängst abgeschlossen, allerdings verändert sich mit der Meisterschaft 2017 noch eine Position. Während der Playoffs des vergangenen Jahres gab Erfolgscoach Sirko Roehl nach et­lichen Saisons bekannt, dass er sich vom Wasserball zurückziehen werde. Schnell konnte Kreuzlingen Ersatz in den eigenen Reihen finden, der die Kreuzlinger für die NLA-Saison 2017 wieder in den Final führen soll.

Erfahrener Betreuer

Benjamin Redder, Trainer der NLB-Mannschaft, erklärte sich bereit, das schwere Erbe Roehls zu übernehmen. Trotz seiner jungen 34 Jahre bringt er enormes Know-how mit. Nicht nur studierte er Sport in Köln und Konstanz, sondern spielte selbst Wasserball in der deutschen Bundesliga und trat für den SCK mehrere Saisons in der NLA auf. Durch seine langjährige Tätigkeit als Chefcoach der Jugend kennt er die Vereinsstrukturen bestens, was ihm eine gute Grundlage gibt, die erste Herrenmannschaft zum nächsten Titel zu führen.

Während Roehl durch den Umbruch den Kader schon auf durchschnittlich 22 Jahre drückte, bringt Redder nun mehr Tiefe hinein, die sich dennoch erst in späteren Spielzeiten bezahlt machen wird. Zusätzliche Kreuzlinger Nachwuchsspieler dürfen im Team Erfahrung sammeln, um für zukünftige Schlagkraft zu sorgen. Damit ist es noch nicht getan. Nachdem man mit dem italienischen Center Patti nicht vollends zufrieden war, suchte man nach einem neuen Torgaranten, wobei man sich für den nur 22-jährigen David Acosta Salinero entschied. Der junge Madrilene trainierte mehrere Jahre im Kader von C.N. La Latina, ansässig in der Primera División. Sein Début für Kreuzlingen gab er bereits im Oktober im Cup-Achtelfinal gegen Lugano NPS II, bei dem er gleich fünf Tore zum 19:5 beitrug. Weitere Auslandserfahrung kommt mit dem SCK-Veteranen Milan Petrovic und Eigengewächs Robin Pleyer hinzu. In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres waren die beiden für den serbischen Club aus Niš lizensiert, für den sie in der höchsten Liga des Landes auftraten.

Trainer Redder erhielt eine Mannschaft, die trotz ihrer Jugend in der Meisterschaft 2016 nur knapp den Final verpasste. Auf dieser Basis kann der Kreuzlinger Stratege bestens bauen, so dass der SCK bald auf neue Erfolge hoffen kann. Acht ist jedoch geboten, denn auch die Konkurrenz schläft nicht. Titelverteidiger Lugano NPS bleibt mit den Gebrüdern Fiorentini weiterhin das Mass, und Rivale Horgen holte sich ebenfalls mit dem schweizerisch-mexikanischen Pablo Carballo Verstärkung. Diese zwei Clubs bleiben für die Thurgauer die grösste Hürde, um sich für die anstehende NLA-Saison in den Final zu kämpfen.

Wie üblich muss der SCK die Winterrunde stets in fremden Becken austragen. Für die erste Prüfung müssen die Kreuzlinger am kommenden Samstag um 19.30 Uhr auswärts gegen Genève spielen. Das Team der Welschen hat sich nur unwesentlich verändert, weshalb man auf Kreuzlingen als Favoriten setzen darf.