Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Was nichts kostet....

Seitenblick
Andrea Häusler

Die Schweiz ist im Fitness-Fieber. Mit rund 1000 Zentren und 750000 Kundinnen und Kunden erlebt die Branche einen eigentlichen Boom. Rund 750 Millionen Franken beträgt der Jahresumsatz bei einem durchschnittlichen Abonnementspreis von 1000 Franken, rechnet der Schweizerische Fitness- und Gesundheitscenter Verband vor.

Knapp zwei Wochen liegt der Jahreswechsel zurück. Die Vorsätze sind noch frisch; Ziele, wie gesünder zu essen, dem Alkohol abzuschwören, das Rauchen aufzugeben oder eben mehr Sport zu treiben gegenwärtig. In den Fitnessstudios haben sich zu Bodybuildern und Gym-Freaks mehr oder weniger motivierte Einsteiger(-innen) gesellt. Zum Beispiel in Uzwil, wo im Erdgeschoss des «Mühlehofs» zwei Frauen am Fusse der Treppe zum Update Fitnesscenter beisammen stehen. Die Sporttaschen zwischen den Füssen tauscht sich Frau aus: über die Absicht, sich etwas Gutes zu tun, den Zeitmangel, das Feindbild Waage und den Einkauf für den Zmittag.

Schwer atmend hetzt eine dritte Frau durch die Eingangstür, keucht etwas von «sorry», der Rest der Entschuldigung geht im aufkommenden Stimmengewirr unter. Eine der Damen hat inzwischen die Sporttasche aufgehoben und die Lifttaste gedrückt. Ein akustisches Signal, die Türe geht auf und das Trio verschwindet palavernd im Aufzug.

Wie war das doch eben? Das mit der Absicht sich mehr zu bewegen, den Kreislauf in Schwung zu bringen, Fett zu verbrennen, ganz einfach fitter zu werden? Natürlich, dafür hat man ein Abonnement gekauft: Trainingsgeräte, Gesundheitscheck, Übungsplan und Betreuung inklusive. Da wäre es ja geradezu verschwenderisch, einen Teil des täglichen Bewegungsbedürfnisses an eine kostenlose Bewegungsmöglichkeit wie Treppensteigen zu verschwenden. Undenkbar, wenn deswegen zu wenig Schnauf für das Laufband übrig bliebe. Für dieses Angebot hat Frau schliesslich bezahlt. Und es ist gemeinhin bekannt: Was nichts kostet, ist nichts wert.

Die drei dürften inzwischen ihr Trainingsprogramm gestartet haben: Auf dem Stepper schwitzend eine imaginäre Stufe nach der andern nehmend.

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.