«Was man selbst erschafft, hat Wert»

Dora Hadorn kandidiert für die Wahl in den Uzwiler Gemeinderat vom 13. Juni. Die 56-jährige Sozialdemokratin mit Exekutiverfahrung betrachtet die Aufgabe als Herausforderung, in Uzwil etwas zu bewegen und mitzugestalten.

Philipp Stutz
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UZWIL. Die Ersatzwahl in den Gemeinderat wird nötig, weil Daniel Wyder seinen Rücktritt eingereicht hat. Die Sozialdemokraten sind gewillt, ihren zweiten Sitz zu verteidigen, und schlagen Dora Hadorn-Schär zur Wahl vor.

Im Schulrat mitgewirkt

Die Kandidatin der SP, im Kanton Bern aufgewachsen, lebt mit ihrer Familie seit 1991 in Uzwil. Sie hat eine kaufmännische Ausbildung absolviert und wirkt aktiv im Eisclub und im Quartierverein Ochsenweid mit. Daneben unterstützt die Hausfrau Schulkinder als Aufgabenhilfe.

Exekutiverfahrung hat Dora Hadorn im Uzwiler Schulrat gesammelt, dem sie von 1995 bis 2004 angehört hat. Eine anspruchsvolle und zeitintensive Aufgabe, wie die Gemeinderatskandidatin bestätigt. «Ich hatte über zwanzig Lehrer zu betreuen und zweimal jährlich zu visitieren. War nahe am Geschehen und habe vertieften Einblick ins Schulwesen erhalten.»

Sach-, nicht Parteipolitik

Im bürgerlich dominierten Uzwiler Gemeinderat will die Sozialdemokratin in erster Linie Sach- und nicht Parteipolitik betreiben. Lösungsorientiertes Vorgehen scheint ihr wichtiger, als politische Ideologien zu verfolgen. «Auch ist es mein Bestreben, Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, Wege aufzuzeigen, wie sie sich wieder als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft fühlen können», sagt Dora Hadorn und ergänzt: «Nur das, was man selber erschafft, hat Wert.

» Es sei wichtig, den eigenen Weg selber zu finden, betont sie, um diese Aussage gleich zu relativieren: «Einfache Wege gibt's hingegen nicht.»

Verdichtung nach innen

Die Sozialdemokratin, die sich innerhalb ihrer Partei eher im rechten Spektrum angesiedelt sieht, wünscht sich für Uzwil einen attraktiven Steuerfuss. Als wichtig erachtet sie auch die Gestaltung der Zentren. Als gutes Beispiel nennt sie den Neubau der Raiffeisenbank in Niederuzwil. «Der dort entstandene Platz wertet das Dorf auf.

Es wäre schön, wenn etwas Derartiges auch in Uzwil realisiert werden könnte.»

Dass der Grossverteiler Coop sich vom Zentrum entfernt und auf der grünen Wiese einen Neubau erstellt hat, hat zur Erodierung des Uzwiler Zentrums entscheidend beigetragen. «Doch die Bautätigkeit müsste umgekehrt erfolgen», ist Dora Hadorn überzeugt, «das heisst eine Verdichtung nach innen.»

Vorbildfunktion einnehmen

Uzwil als Energiestadt müsse im Baubereich Vorbildfunktion einnehmen, sagt die Gemeinderatskandidatin weiter. Als gutes Beispiel erwähnt sie das Garderobengebäude in der Sportanlage Rüti in Henau, das nach Minergie-Vorgaben errichtet worden ist und wo eine Erdsondenheizung und Wärmerückgewinnung realisiert wurde.

Für Fusion mit Oberuzwil

Auf die Frage eines Zusammengehens angesprochen, spricht sich Dora Hadorn dezidiert für eine Fusion mit der Nachbargemeinde Oberuzwil aus. «Die beiden Dörfer sind zusammengewachsen – Grenzen sind kaum mehr auszumachen.» Eine grössere Gemeinde erhalte mehr Gewicht. «Eine Stadt mit 18 000 Einwohnern wird in Region und Kanton viel besser wahrgenommen.» Wenn auch die finanzielle Einsparung nur marginal sei, erfahre Uzwil durch die Fusion eine Aufwertung.

Sei doch das subregionale Zentrum ein wichtiger Standort der Industrie mit vielen Arbeitsplätzen und dürfe sich vor allem im sportlichen Bereich einer guten Infrastruktur rühmen.

Kein Parlament

Uzwil kennt mit seinen annähernd 13 000 Einwohnern noch immer die Bürgerversammlung. Die Beteiligung ist gering. Trotzdem sieht Dora Hadorn keine Veranlassung, die Organisationsform zu ändern und ein Parlament einzuführen. «Die direkte Demokratie hat Vorteile. Jeder kann an der Bürgerversammlung seine Meinung kundtun.

Bei einem Parlament ist die Mitwirkungsmöglichkeit des Bürgers weit geringer.» Dora Hadorn erwähnt das Projekt Gemeindeentwicklung, wo jedermann habe mitarbeiten können. Auch hat sich ihrer Meinung nach die Informationstätigkeit des Gemeinderates verbessert.

Ein Betreuungsangebot für Jung und Alt betrachtet sie als eine wichtige Aufgabe der öffentlichen Hand. Ebenso wie die Sicherheit im öffentlichen Raum. Und kommt zum Schluss auf ihre Grundaussage zurück: «Nur das, was man selbst erschafft, hat Wert.

Menschen muss die Möglichkeit gegeben werden, sich selbst zu verwirklichen. Das verhilft ihnen zu höherem Selbstwertgefühl.»