«Was im Netz ist, geht nicht mehr weg»

Handy und Internet sind bei den Jugendlichen allgegenwärtig. An einem Medienkurs erfuhren Fünft- und Sechstklässler gestern, wo Risiken und Gefahren lauern. Thema der Veranstaltung waren auch eigene Bilder im Netz sowie das Cybermobbing.

Drucken
Teilen
Die Zwillingsschwestern Giulia (links) und Andrina lernten, worauf es beim Surfen und Chatten ankommt. (Bild: apimedia)

Die Zwillingsschwestern Giulia (links) und Andrina lernten, worauf es beim Surfen und Chatten ankommt. (Bild: apimedia)

WIL. Immer früher interessieren sich Kinder und Jugendliche für Handy, Internet und Online-Spiele. Schnell und intuitiv erlernen sie den Umgang mit den neuen Medien und nutzen sie ganz selbstverständlich. Dass sie sich damit auch Gefahren aussetzen, dessen sind sich die Jugendlichen nur selten bewusst. Die Vermittlung von Medienkompetenz sei deshalb auch für die Schule eine zentrale Aufgabe, sagt Peter Mayer, Schulleiter im Schulhaus Kirchplatz in Wil. Vor drei Jahren begann die Schule im Rahmen eines von der Stadt Wil verabschiedeten Konzepts, die Eltern von Kindergärtnern, Zweit- und Fünftklässlern über die Chancen und Risiken der neuen Medien zu informieren. Nach den guten Erfahrungen an den von Swisscom-Fachleuten geleiteten Elternabenden wurde das Angebot nun auch auf die Lernenden ausgedehnt.

Vorsicht mit eigenen Bildern

Gestern erfuhren 70 Fünft- und Sechstklässler, wie man nach dem richtigen Hundefutter googelt, was ein Urheberrecht ist und weshalb man beim Chatten besonders vorsichtig sein muss.

Beim Eintauchen ins World Wide Web sei es wichtig, gewisse Regeln zu beachten, sagte Kursleiterin Sibylle Schmuki aus Abtwil. So solle man zum Beispiel auf keinen Fall die eigene Handynummer preisgeben oder unvorteilhafte Handyfotos hochladen: «Was mal online ist, bringt man nicht mehr weg.» Wichtig sei auch, dass nicht alle Daten allen zugänglich gemacht werden. Dafür gebe es einfache Zugriffsbeschränkungen. Schmukis Ausführungen stiessen bei den Wiler Schülern auf offene Ohren. Die 11jährigen Zwillingsschwestern Andrina und Giulia haben zwar kein eigenes Handy, surfen aber gelegentlich an Mamis PC. «Sie hat uns gesagt, dass wir im Gruppenchat keine Selfies verschicken sollen», sagt Andrina. Giulia liest gerne, aber nicht auf dem Tablet: «Ich habe lieber ein richtiges Buch in der Hand.» Levi (10) kennt sich mit dem Computer bereits gut aus. «Ich brauche ihn aber vor allem zum Lernen, nicht zum Spielen oder Chatten. Das könnte süchtig machen», hat er heute gelernt.

Telefonisch Rat einholen

In einem weiteren Modul diskutierten die Wiler Schüler über Cybermobbing. Das heisst, dass Jugendliche in sozialen Netzwerken systematisch beleidigt oder gar bedroht werden. Und das für jedermann einsehbar. In Gruppen versuchten sie herauszufinden, warum gemobbt wird, welche Folgen Cybermobbing hat, was man als Opfer tun kann und wie sich Mitwisser verhalten sollen. Übrigens: Jugendliche Opfer von Cybermobbing können sich unter der Gratisnummer 147 fachkundigen Rat holen. (pd)