Was für den FC Zürich gut ist, kann den Sirnachern recht sein

FUSSBALL. Der FC Sirnach weilte eine Woche im Trainingslager in Kizilagac in der Türkei, unweit vom bekannten Touristenort Side entfernt. Unterkunft, Trainingsanlagen und das Wetter liessen keine Wünsche offen.

Urs Nobel
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Das Team des FC Sirnach zusammen mit den mitgereisten Supportern sowie dem Staff. (Bild: Urs Nobel)

Das Team des FC Sirnach zusammen mit den mitgereisten Supportern sowie dem Staff. (Bild: Urs Nobel)

FUSSBALL. Der FC Sirnach weilte eine Woche im Trainingslager in Kizilagac in der Türkei, unweit vom bekannten Touristenort Side entfernt. Unterkunft, Trainingsanlagen und das Wetter liessen keine Wünsche offen.

Die Worte von Spieler Anes Zverotic waren spontan und kamen unerwartet: «Trainer, Präsident, ich möchte mich bei euch bedanken, dass ich in diesem Trainingslager dabei sein durfte. Ich war bisher schon bei etlichen Vereinen, auch bei Proficlubs. Ich habe mich jedoch noch nie so zufrieden gefühlt.» Diese Aussage dürfte stellvertretend auch für die restlichen Spieler der Mannschaft gelten, denn auch diese fühlten sich im Trainingslager in der Türkei wohl. Der Präsident sorgte für eine ideale Infrastruktur, der Trainer gewährte seinen Spielern jene Freiräume, die diese gerne nutzten, aber nicht ausnutzten. Die Trainingseinheiten waren streng, aber abwechslungsreich und es ist davon auszugehen, dass sie das Team wieder ein Stückchen weitergebracht haben.

FCZ abseits des Touristenstroms

Im selben Hotel, in welchem der FC Sirnach untergebracht war, weilte ein paar Wochen zuvor der FC Zürich. Trainer Urs Meier wählte diese Destination, weil sie etwas abseits des Touristenstroms liegt und sich seine Spieler deshalb auf das Wesentliche – das Fussballspielen – konzentrieren konnten. Vier Siege in den bisherigen Spielen haben ihm für seine Wahl recht gegeben. Und was für den FC Zürich gut ist, kann auch dem FC Sirnach recht sein. Wenn die 2.-Liga-inter-Mannschaft aus dem Hinterthurgau auch so einen erfolgreichen Start in die Rückrunde hinlegt, wie der Zürcher Stadtverein bisher, dann hat sich das Trainingslager für den FC Sirnach in jedem Fall gelohnt.

Qual der Wahl

Zur Hotelanlage gehören vier bestens gepflegte Fussballfelder. In der Woche, in welcher der FC Sirnach in der Türkei weilte, hatte die Mannschaft jeweils die Qual der Wahl, welchen Platz sie benützen wollte. Sie war nämlich das einzige Team im Hotel. 21 Spieler schwitzten im Verlauf der Woche um die Wette, kämpften um jeden Ball. Der Einsatz der Akteure auf dem Platz machte Eindruck. Es war kein Spieler auszumachen, der nur herumstand. Keiner wollte abfallen. Jedes Kadermitglied hatte den Kampf um einen Stammplatz in der ersten Mannschaft angenommen und wollte deshalb ein bisschen mehr tun als der Trainer verlangte, um sich ihm aufzudrängen. Trotz dieses Konkurrenzkampfes herrschte stets eine lockere Atmosphäre. Es wurde zwischendurch auch herumgealbert und gelacht. Die jungen, eigenen Spieler wurden gut aufgenommen und von den Routiniers bestens unterstützt.

Entscheid fällt der Sportchef

Die Sirnacher-Delegation war 30 Personen stark. Wie immer mit dabei war Präsident Thomas Hinder, aber auch der neue Sportchef Hans Jörg Schmid. Beide nutzten die Zeit, die neuen Spieler besser kennenzulernen. Eigentlich wurde in der Türkei auch erwartet, dass bekannt würde, ob Trainer Ridvan Rexhepaj einen Vertrag für die nächste Saison bekommt. Thomas Hinder dazu: «Diesen Entscheid wird in den nächsten Wochen unser neuer Sportchef fällen. Wenn wir allerdings unser Ziel erreichen, sehe ich keinen Grund, nicht weiter auf «Ridi» zu setzen. Im Trainingslager auch dabei war eine Handvoll Sponsoren. Sie benützten die Gelegenheit, in der Türkei ein paar Tage vom Alltagsstress loszukommen, aber auch, um etwas mehr Nähe zum Team zu bekommen. Als Reise-Veranstalter verliess man sich einmal mehr auf das Wiler Reisebüro Aydeniz-Reisen. Inhaber Hasan Aydeniz liess es sich nicht nehmen, eine halbe Woche selber direkt vor Ort dafür zu sorgen, dass es seinen Kunden an nichts fehlte.

Bereits am Sonntag geht es los

Trainer Ridvan Rexhepaj bekundete keine Mühe, eine Woche für seine Spieler zu organisieren, in welcher sowohl dem Training ein grosser Stellenwert eingeräumt wurde, die Spieler aber auch ihre Freiräume und Zeit für einen Shopping-Ausflug in Manavgat hatten. Selbstredend hätte er sie gerne noch mehr auf dem Platz gehabt. Ihm war es jedoch wichtig, dass die Spieler nicht komplett «ausgepumpt» nach Hause kommen, um danach eine zu lange Erholungszeit zu benötigen. «Wir dürfen nicht vergessen, dass in einer Woche bereits ein Meisterschaftsspiel stattfindet.» Tatsächlich bestreitet der FC Sirnach bereits am nächsten Sonntag um 14 Uhr sein erstes Spiel in diesem Jahr, bei dem es um Punkte geht. Dann steht nämlich die Nachholpartie gegen den FC Frauenfeld auf dem Programm.

Spieler, Trainer und Mitreisende äusserten sich allesamt lobenswert über das Trainingslager und sie zeigten sich überzeugt, dass auch das Zwischenmenschliche nicht zu kurz gekommen ist. Und dieses geniesst auch beim FC Sirnach einen grossen Stellenwert. Auch wenn sich in den vergangenen Jahren Präsident Thomas Hinder immer für ein Trainingslager in der Türkei stark gemacht hat, würde es überraschen, wenn die Hinterthurgauer nächstes Jahr eine andere Destination aussuchen. Auch wenn der Präsident dann nicht mehr Präsident sein wird. «Wenn es der Wunsch des Vereins ist, dass ich mich auch nächstes Jahr wieder um die Organisation des Trainingslagers kümmere, mache ich das gerne», äusserte sich Thomas Hinder, der an der nächsten Hauptversammlung sein Amt abgibt.

Ridvan Rexhepaj (links) begrüsst Roland Lehmann. (Bild: URS NOBEL)

Ridvan Rexhepaj (links) begrüsst Roland Lehmann. (Bild: URS NOBEL)

Torhütertrainer Mauro Palazzesi (rechts) war eine grosse Stütze. (Bild: URS NOBEL)

Torhütertrainer Mauro Palazzesi (rechts) war eine grosse Stütze. (Bild: URS NOBEL)

Auf Materialwart Rehan Osmani (rechts) war stets Verlass. (Bild: URS NOBEL)

Auf Materialwart Rehan Osmani (rechts) war stets Verlass. (Bild: URS NOBEL)

Michael Hürlimann (rechts) macht einem Jungen Platz. (Bild: URS NOBEL)

Michael Hürlimann (rechts) macht einem Jungen Platz. (Bild: URS NOBEL)

Thomas Hinder (rechts) verfolgt interessiert das Spiel. (Bilder: Urs Nobel)

Thomas Hinder (rechts) verfolgt interessiert das Spiel. (Bilder: Urs Nobel)

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