Warum Trump wegen einem o in Wil landet

Notabene

Philipp Haag
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Wil Shopping hat einen grossen Bruder oder eine grosse Schwester: Wil Shipping. Zugegeben, das mit dem Bruder oder der Schwester ist etwas weit hergeholt. Abgesehen vom ähnlich lautenden Namen haben die beiden nicht viel gemeinsam, ausser, dass die Organisation aus der ­Äbtestadt und das Unternehmen aus den USA etwas mit Waren zu tun haben. Gross aber, ja, das ist der Logistik-Dienstleister aus Pembroke Pines, Florida. Laut Homepage verbindet die Firma Amerika mit jedem Hafen und Flughafen auf dem Globus.

Der neue Präsident der USA, Donald Trump, hat sich auf die Fahnen geschrieben, abwanderungs- und auslagerungswillige Unternehmen im Land zu halten. Falls notwendig mit Zwang. ­Heute wird der neue Führer – bei Trump kann diese vorbelastete Bezeichnung durchaus angewendet werden – der weltweit wichtigsten Nation in sein Amt eingesetzt. Mister Präsident möchte bei der Wirtschaft einen Schwerpunkt setzen und Arbeitsplätze schaffen. Wie, das lässt er offen. Das Vorhaben bringt aber zwangläufig mit sich, dem einen oder anderen Unternehmen im Land einen Besuch abzustatten.

Gut möglich, dass Trump sich Wil Shipping im Sonnenstaat Florida aussucht. Und dann in der bewölkten Ostschweizer Provinz bei Wil Shopping landet, weil er das o und das i durcheinanderbringt. Ob sich die Vertreter von Wil Shopping und die Wiler Stadtregierung ob des hohen Besuchs geehrt fühlen, das sei dahingestellt. Trump würde sich wohlfühlen, denn auch Wil verfügt über einen Tower. Zwar nicht so luxuriös wie derjenige des Namensgebers in New York, dafür mit einer heimeligen Architektur. Wil hat ebenfalls einen Park. Zwar nicht so riesig wie der ­Central Park im Big Apple, dafür mit Charme. Amerikas Präsident würde seinen Besuch des «lovely place in Switzerland» sicher auf Twitter verbreiten. Den Fauxpax, dass er seine markigen Worte über Wil (ZH) oder Wil (AG) verlieren würde, der wäre ihm verziehen. Denn er verwechselt ja auch seine Tochter Ivanka mit einer Dame gleichen Vornamens aus England.

Philipp Haag

philipp.haag.

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wilerzeitung.ch