Warum einfach, wenn es kompliziert geht?

Zur Neugestaltung von Maria Dreibrunnen

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Bis jetzt konnte man in die Nähe der Aufstiegstreppe der Wallfahrtskirche Maria Dreibrunnen fahren und jemanden aussteigen lassen und weiterfahren zu einem freien Parkplatz bei den landwirtschaftlichen Gebäuden oder eventuell auf dem Kiesplatz vor dem Pilgerhaus. Dies war praktisch, besonders bei Regenwetter oder für ältere Personen. Auch beim Verlassen der Kirche sind Parkplätze in der Nähe nützlich, um anschliessend auf die Mörikonerstrasse zu gelangen.

Nach der Neugestaltung bleibt der Zentrumsplatz verkehrsfrei. Die Autos müssen auf dem Parkplatz südlich des Weihers abgestellt werden, die Kirchgänger überqueren die Strasse und benützen den seitlichen Eingang vorn oder hinten. Es ist anzunehmen, dass die Mörikonerstrasse mehr Verkehr bekommen kann. (An der Wilenstrasse in Wil wird die Lichtsignalanlage entfernt. Aus Sicherheitsgründen könnte vielleicht diese Occasionsanlage günstig gekauft und hier aufgestellt werden.) Diese Verkehrsänderung müsste natürlich für Besucher der Schür oder des Pilgerhauses auch gelten.

Es fragt sich, wie ein künftiger Pächter der Wirtschaft sich dazu stellen wird. Nach Abbruch der landwirtschaftlichen Gebäude gibt es genügend freien Platz. Dieser müsste nicht renaturiert werden. Das Land südlich des Weiher bliebe erhalten, und es müsste keine Strasse überquert werden. Ein Sprichwort sagt: Warum es einfach machen, wenn es kompliziert auch geht. In Fall Dreibrunnen: warum die Nähe nutzen, wenn es weiter weg teurer und gefährlicher auch geht, falls die Stimmenden am 14. September das auch so wollen.

Fridolin Ruckstuhl,

Hörnlistrasse 10, Wil

Für bescheideneres Maria Dreibrunnen

Maria Dreibrunnen ist ein idyllischer Ort, an dem viele Menschen Kraft und innere Ruhe schöpfen, sei es als Besucher, Einzelpilger oder in den Gottesdiensten. Nun soll dieser Ort einer «Generalerneuerung» unterzogen werden. Mit überdimensioniertem Neubau, über dessen Wirtschaftlichkeit (die Gastronomie betreffend) gegensätzliche Expertisen vorliegen und dessen Angebot an Räumlichkeiten mit grossem Saal und Dachstockzimmern die Frage aufkommen lässt, ob das nicht alles übers Ziel hinausschiesst.

Denn Maria Dreibrunnen ist gerade wegen seiner Stille und Bescheidenheit so anziehend. Lebendiges, religiöses Leben kann nicht über Wirtschaftsgebäude, Grossanlässe, Gastronomie entstehen, sondern durch die Offenheit, Bezogenheit der Menschen, die an diesen Ort kommen. Ich lehne die geplante «Schür» ab, um einer bescheideneren Lösung den Weg zu öffnen.

Edith Butz,

Weinbergstr. 11a, Wil

Jedes Bauprojekt erfuhr Widerstand

Als Mitglieder der Katholischen Kirchgemeinde erlebten wir schon mehrere Bauprojekte mit. Schon 1970, beim ersten Bau des Pfarreizentrum Wil, gab es grossen Widerstand. Ebenso wurde bei dessen Renovierung 2007, aber auch schon beim Bauen des Pfarreiheims Bronschhofen und Wilen heftig diskutiert und debattiert. Heute sind wir glücklich über jede dieser Bauten. Sie erfreuen sich höchster Beliebtheit und sind bestens ausgelastet. Beim Bauprojekt Dreibrunnen geht der Streit nun um gut 2 Mio. Franken für den Neubau der Schür.

Die Renovation des Pilgerrestaurants ist unbestritten. Das Pfarreizentrum Wil hat fünfmal mehr gekostet und wurde auch gebaut. Wir würden es bedauern, wenn ausgerechnet der 800jährige Wallfahrtsort nicht die notwendigen Räumlichkeiten bekäme. Maria Dreibrunnen hat dieses Projekt verdient. Daher stimmen wir gerne zu.

Hildegard und Bernhard Steinacher,

Rebhofweg 11, Wil

Von Maximal- zur Minimalvariante

Seit fünf Jahren planen der Kirchenverwaltungsrat und das Seelsorgeteam der Kirchgemeinde Wil die Neugestaltung von Maria Dreibrunnen, die wegen der Pensionierung und des Wegzugs der Familie Koster nötig wird. Wer das Projekt in den letzten Jahren verfolgt hat, der weiss, dass es immer bescheidener wurde.

War an der ersten Orientierung im Dezember 2010 gar von «Bildungshaus» und «Seminarhotel» die Rede, so ist im heutigen Projekt von alldem nur eine «Schür» übriggeblieben. Diese Entwicklung war nötig. Wer das Projekt wirklich anschaut, der sieht, dass es vernünftig und angemessen ist.

Von einem «übertriebenen Bau» oder gar von «Luxus» kann keine Rede mehr sein. Die «Schür» ist ein Holzbau, welcher dem Gastbetrieb und der Seelsorge die notwendigen Räume bietet. Nicht mehr und nicht weniger. Stimmen wir dem sinnvollen und angemessenen Projekt zu.

Irene Blättler,

Grubenstr. 13, Wil

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