WALZENHAUSEN: Höheres Pensum für Gemeindepräsidenten gefordert

An der Versammlung der Lesegesellschaft Lachen wurde trotz fehlenden Kandidaten für den Gemeinderat zum Ausfüllen der Wahlzettel aufgerufen und die Umstrukturierung in der Gemeinde thematisiert.

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Michael Litscher und Hansueli Sturzenegger an der ÖV der Lesegesellschaft Lachen. (Bild: IKS)

Michael Litscher und Hansueli Sturzenegger an der ÖV der Lesegesellschaft Lachen. (Bild: IKS)

Die Lesegesellschaft Lachen lud kürzlich zur Vorstellung Kandidierender für den Gemeinderat sowie zum Referat von Gemeinderat Michael Litscher über die Reorganisation der Gemeindeführungsstruktur Walzenhausens ein. Bisher haben sich keine Kandidierenden für den Gemeinderat gemeldet. Deshalb rief Lesegesellschaftspräsident Hansueli Sturzenegger dazu auf, zu wählen und auf den Stimmzettel mögliche zukünftige Rätinnen und Räte einzutragen, damit die bestehende Findungsgruppe sodann diese Personen anfragen könne.

Die knapp dreissig Personen verfolgten danach die Zusammenfassung von Michael Litscher, der zum ersten öffentlichen Workshop am 2. Mai in die MZA einlud. Dort könne die Reorganisierung aktiv mitgestaltet werden. Ausgangslage sei das Regierungsprogramm, das Punkte zu den Gemeindestrukturen beinhalte. Zudem stiessen die einfachen Gemeindestrukturen Walzenhausens – im Milizsystem – an ihre Grenzen und es werde immer schwieriger, Kandidaten für den Gemeinderat zu finden. Ausserdem sei es ein grosses Anliegen des Gemeinderates, dass die Qualität der derzeitigen Dienstleistungen für die Bevölkerung erhalten bleibe. Aus diesem Grund strebe der Gemeinderat nach eingehenden (Bemerkung: es hat erst ein erstes Treffen stattgefunden, ein weiteres Gespräch folgt Ende März) bilateralen Gesprächen auch mit Parteien, Lesegesellschaften und dem Gewerbeverein die deutliche Erhöhung des Arbeitspensums des Gemeindepräsidenten von bisher offiziellen 40 auf mindestens 80 bis 100 Prozent an. Das genaue Arbeitspensum des Gemeindepräsidenten wird noch vor der Ausschreibung der Arbeitsstelle vom Gemeinderat festgelegt. Obwohl dieser das Geschäft in Eigenregie und ohne Abstimmung erledigen könnte, wird er in einem Ende März stattfindenden gemeinderatsinternen Workshop den Weg zur Realisation, eventuell Abstimmung, festlegen. Sein Pflichtenheft wird ausserdem entworfen und angepasst.

Realisation auf neue Amtsperiode möglich

Seit Mitte 2015 besteht eine Arbeitsgruppe, welche die Ziele Anpassung der Funktionen, Steigerung der Attraktivität der politischen Ämter und Anstellungen, Weiterentwicklung der Gemeinde, bedürfnisgerechte und professionelle Strukturen, optimierte Abläufe sowie Mehrwert für die Bevölkerung festsetzte. Dabei kam sie betreffend Gemeinderatsämter zum Schluss, dass fünf Gemeinderatssitze die Idealform seien. Anhand der bestehenden Kommissionen wurden zudem die Ressorts thematisch so zusammengefasst, dass Synergien genutzt werden. Angedacht sind die Ressorts Sicherheit/Umwelt, Bildung/Kultur, Gesundheit/Soziales, Hoch-/Tiefbau, Präsidium/Finanzen. Weil die Analyse ergab, dass die Räte derzeit zu viele operative Aufgaben miterledigen, könnte ein Teilzeitsekretariat entsprechende Entlastung bieten.

Diese Umstrukturierung müsse aber vorerst noch durch beispielsweise die Konsultierung weiterer Kommissionen ausgearbeitet werden. Eine Realisation sei gemäss Michael Litscher auf die neue Amtsperiode 2019–2023 möglich. Zuvor müsste jedoch die Gemeindeordnung per Stimmbürgerbeschluss entsprechend abgeändert werden. (iks)