WALLENWIL: Kameras sind keine Lösung

An den Privathäusern zweier Lehrer landen Eier. Die Schulpräsidentin sieht eine Grenze überschritten. Von einer Strafanzeige hält sie dennoch nichts.

Olaf Kühne
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WALLENWIL. Es passierte Ende September. Eier landeten an den Fassaden der Privathäuser zweier Wallenwiler Primarlehrer. Wahrscheinlich hatten es die unbekannten Täter auch auf einen dritten Lehrer abgesehen, dort traf es allerdings das Haus dessen Nachbars.

Das sei einerseits eine ziemlich ekelhafte Sache und sehr schwierig zu reinigen, sagt Koller – vor allem aber: «Wenn jemand spät abends oder nachts auf ein Grundstück schleicht, verletzt er damit die Privatsphäre der betroffenen Personen.» Damit sei eine Grenze überschritten, was für die Schulbehörde inakzeptabel sei. «Wir reden hier nicht mehr von einem harmlosen Streich», sagt Koller bestimmt.

Appell an die Eltern

Ob es sich bei den Tätern um Primarschüler handelt, darüber will die Schulpräsidentin zwar nicht mutmassen. Weil aber gleichzeitig auch bei der Primarschule Wallenwil die Eingangstüre verschmiert sowie das Bodentrampolin beschädigt wurden, geht Koller von einem schulischen Hintergrund der Vandalen aus. Sie appelliert an die Eltern, sich in der Sache einzubringen. «In der Schule ist es Aufgabe der Lehrer, ihren Schülern Respekt vor ihren Mitmenschen und privatem Eigentum beizubringen. Ausserhalb brauchen wir die Unterstützung der Eltern.» Koller wünscht sich deshalb, dass diese ihre Kinder auffordern – wenn sie an den Taten beteiligt waren –, sich zu stellen und sich bei den Betroffenen persönlich zu entschuldigen.

Vielleicht ein frommer Wunsch, aber die Schulpräsidentin ist überzeugt, dass mit einem solchen Vorgehen für die Täter die Strafe und der Lerneffekt weitaus nachhaltiger wären, als mit einer Busse, die noch dazu die Eltern bezahlen würden. Die Schulbehörde hat denn auch noch keine Anzeige eingereicht. «Damit würden wir wohl vor allem einen grossen Verwaltungsapparat in Betrieb setzen», ist Koller überzeugt.

Securitas-Patrouillen müssen genügen

Und noch von einer weiteren Massnahme hält die Schulpräsidentin wenig: Während rund um Eschlikon die Schulgemeinden ihre Areale mit Videoüberwachungen aufrüsten, um sich gegen Vandalismus zu schützen, will Eschlikon weiter darauf verzichten. «Wir haben das Thema wiederholt in der Behörde diskutiert», sagt Koller, «sind aber zum Schluss gekommen, dass sich mit Kameras das Problem nur verlagern würde.» Schlimmstenfalls würden Kameras gar die Aggressionen steigern oder die teure Technik gar selber dem Vandalismus zum Opfer fallen. Die Eschliker Schulbehörde will deshalb weiterhin auf Securitas-Patrouillen setzen – und auf das Verantwortungsbewusstsein von Eltern und Jugendlichen