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Walkman gerettet, Nähmaschine geschrottet: Der erste Flick-Treff in Wil zog sogar Gäste aus Winterthur an

Zum ersten Mal fand am Samstag im Wiler Quartiertreff Lindenhof ein Flick-Treff statt.
Christof Lampart
Viele Frauen und Männer brachten ihre «Schätze» vorbei, um sie reparieren zu lassen. Dabei entstanden zwischen den Hilfesuchenden und den Helfenden manch interessante Gespräche. (Bilder: Christof Lampart)

Viele Frauen und Männer brachten ihre «Schätze» vorbei, um sie reparieren zu lassen. Dabei entstanden zwischen den Hilfesuchenden und den Helfenden manch interessante Gespräche. (Bilder: Christof Lampart)

Auch die Wiler Stadtpräsidentin Susanne Hartmann nutzte die Gelegenheit, um vorbeizuschauen. Sie hatte zwar nichts zum Flicken dabei, lieferte jedoch gleich selbst die Erklärung dafür: «Ich stopfe meine Socken selbst und nähe auch alle Knöpfe selbst an.» Ganz so praktisch veranlagt wie Hartmann waren nicht alle, die zwischen 9 und 13 Uhr am Flick-Treff im Wiler Quartiertreff Lindenhof aufkreuzten.

Und so konnte denn am Ende des Flicktages Organisator Thomas Widmer, Praktikant Sozialarbeit bei der Wiler Fachstelle Integration, eine sehr positive Bilanz ziehen.

«Wir zählten 35 Reparaturen und 70 Besucher. Damit sind wir sehr zufrieden für das erste Mal.»

Dennoch würde ihn etwas sehr freuen: «Wir könnten für die Zukunft gut noch ein, zwei Frauen oder Männer gebrauchen, die mithelfen, die Sachen wieder in Ordnung zu bringen», erklärte Widmer. «Denn so liesse sich zum einen für die einzelnen Personen die Wartezeit reduzieren und zum anderen vielleicht auch die Art der Reparaturarbeiten ausbauen.»

Sinnvolle Sache und gute Gespräche

Tatsächlich waren beim ersten Flick-Treff drei Dienstleistungssparten im Angebot. Während in der Garage allerlei Basteldienstleistungen rund ums Holz erledigt wurden, waren im oberen Stockwerk des Hauses die Reparaturkünste der Näherinnen und der Elektronikfachleute gefragt.

«Ich finde es eine sinnvolle Sache, wenn man dabei helfen kann, alte Kleider so herzurichten, dass man sie wiederverwenden kann», betonte etwa Textilfachfrau Antonella Ferriero, welche zusammen mit Ines Zurbrug die Nähabteilung am Flick-Treff betreute.

«Ausserdem lernt man bei dieser Gelegenheit durch die vielen Gespräche nette Leute kennen, die man sonst wohl nie getroffen hätte.»

Zwar kann an diesem Tag nicht alles geflickt werden, aber jedes Teil wird zumindest einmal näher angeschaut. Gerade nimmt der pensionierte Elektroniker Edelbert Wehrli eine Deckenlampe unter die Lupe – und gibt dem Besitzer nach ein paar Tests einen positiven Bescheid. «Die Lampe funktioniert noch.» Weniger Glück hat ein Velofahrer, der mit einem Fernseher anreiste. «So etwas müssen Sie ins Fachgeschäft bringen», bescheidet ihm Wehrli.

Mehr Glück dagegen hat Roland P. Poschung. Der Bronschhofer brachte mit Erfolg einen alten Walkman vorbei, derweil in der Garage eine Bernina-Maschine, welche auf Ungereimtheiten getestet wird, im wahrsten Sinne des Wortes den Geist aufgibt. Nach einem lauten Knall beginnt es, nach verschmortem Plastik zu stinken. «Wir haben immerhin versucht, das Ding wieder zum Laufen zu bringen», so die Wilerin Marlen Blöchlinger.

Eine Initiative, die Schule machen sollte

Extra aus Winterthur reiste mit ein paar persönlichen Preziosen Markus Rüegg an. «Ich nutze die Repair-Cafés in der ganzen Schweiz regelmässig. Ich schaue, wo in der Gegend eines angeboten wird und bringe dann ein paar Sachen vorbei», sagt Rüegg.

«Ich finde es eine wirklich tolle Initiative, die hoffentlich noch in vielen Orten Schule machen wird.»

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