Wahre Talente singen in Sirnach

Der italienische Unterhaltungsabend stand am Samstag ganz im Zeichen von jungen Gesangstalenten. Die auftretenden Protagonisten wurden von einem Maestro aus Italien und einer erfahrenen Sängerin beurteilt – meist positiv.

Christoph Heer
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Vanessa Veraldi aus Frauenfeld singt sich in die Herzen der Jury und des Publikums. (Bild: Christoph Heer)

Vanessa Veraldi aus Frauenfeld singt sich in die Herzen der Jury und des Publikums. (Bild: Christoph Heer)

SIRNACH. «Deutschland sucht den Superstar» mit Dieter Bohlen war gestern. Echte Talente traten auf der Sirnacher Bühne auf und liessen sich von einem italienischen Musiker und Produzenten sowie einer erfahrenen Sängerin beurteilen. Elio Cipri und Wilma Goich amteten als Juroren, wobei das eigentlich die falsche Bezeichnung ist. Denn in Sirnach ging es nicht darum, jemanden dumm darzustellen oder lächerlich zu machen, wie es im deutschen Fernsehen gang und gäbe ist. Vielmehr wollte man den talentierten Sängerinnen und Sängern die Chance bieten, sich weiterzuentwickeln und von den ehrlich gemeinten Tips der Profis zu profitieren.

Natürlich trifft nicht jeder alle Töne, aber das gehört zum Lernprozess. Wer aber die Jury dazu bringt, während des Auftritts aufzustehen und mitzuklatschen, der macht augenscheinlich vieles richtig. So geschehen bei Alfonso Vitiello (26) aus Dietfurt. Mit seinem Auftritt und seiner Stimme vermochte er die Jury und das Publikum vollends zu überzeugen.

Ein Stipendium in Rom

Elio Cipri war hin und weg von der Gesangskraft Vitiellos und lud ihn zu sich nach Rom ein. «Wenn er möchte, erhält er ab sofort Zutritt zu unserer Musikschule in Rom. Ich glaube zu hundert Prozent an ihn und werde ihn wenn immer möglich fördern», sagte Cipri. Dies ist auch für den jungen Mann eine Überraschung. «Unglaublich. Singen bedeutet für mich pure Leidenschaft. Und jetzt ein Stipendium in Rom, ich bin sprachlos», freute sich Alfonso Vitiello, der beruflich als Elektroingenieur tätig ist. Der Italienische Elternverein Sirnach feierte wiederum mit vielen Italienern von nah und fern seine «Varietà». Zwar füllte sich der Dreitannensaal nicht ganz so gut wie auch schon, die Stimmung war aber trotzdem hervorragend.

Gute Laune, Gesang und Grappa

Der organisierende Verein ist seit vielen Jahren sehr gut im Dorf verankert. «Momentan zählen etwa hundert Familien zu unseren Vereinsmitgliedern», erklärt Präsidentin Katja Barbieri. Zu ihrer «Varietà», ihrem italienischen Unterhaltungsabend, lassen sie sich jährlich etwas Neues einfallen. Mit Giuseppe Romano führte ein Profi am Mikrophon durch das Programm. Seine gute Laune übertrug sich schnell auf das Publikum. Und auch die italienischen Spezialitäten wie Grappa, Salsiccia oder Penne bolognese durften nicht fehlen.

Immer anwesend ist Mina Giannini aus Sirnach. «Gute Show, gutes Essen, tolle Leute, was will man mehr», meinte sie lachend, während Rita Scarlino aus Sirnach anfügte, dass man schon als Kind keinen solchen Anlass verpasst habe.