Wählbare Gegensätze: Die beiden Kandidaten für das Gemeindepräsidium Niederbüren stellten sich der Öffentlichkeit

Das Rennen um die Nachfolge von Gemeindepräsident Niklaus Hollenstein hat begonnen. An der Podiumsdiskussion vergangenen Dienstag präsentierten sich die beiden Kandidaten der Öffentlichkeit.

Tobias Söldi
Merken
Drucken
Teilen
Caroline Bartholet (links) und Christoph Koenig (rechts) stellen sich den Fragen Jean-Claude Kleiners (Mitte) und des Publikums. (Bilder: Tobias Söldi)

Caroline Bartholet (links) und Christoph Koenig (rechts) stellen sich den Fragen Jean-Claude Kleiners (Mitte) und des Publikums. (Bilder: Tobias Söldi)

Caroline Bartholet

Caroline Bartholet

Unterschiedlicher könnten sie kaum sein, die beiden Kandidaten für das Gemeindepräsidium von Niederbüren. Auf der einen Seite die Oberuzwilerin Caroline Bartholet, Drogistin, langjährige Gemeinderätin in Oberuzwil und bald Kantonsrätin, auf der anderen Seite der Aargauer Christoph Koenig, Geograf, Kantilehrer und Gemeindeschreiber, dessen Berufsleben ihn schon nach St. Gallen, Wil und bis in die kolumbianische Hauptstadt Bogotá geführt hat.

«Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben eine echte Wahl», sagt Jean-Claude Kleiner. Er hat als Berater die Findungskommission bei ihrer Suche unterstützt und die gut besuchte Podiumsdiskussion am Dienstagabend im Gemeindesaal moderiert.

Ähnliche Visionen für Niederbüren

Christoph Koenig

Christoph Koenig

So unterschiedlich die persönlichen und beruflichen Hintergründe der beiden Kandidaten, so ähnlich ihre politische Haltung. Beide positionieren sich klar in der Mitte: Bartholet ist Mitglied der FDP, Koenig kandidiert zwar parteiunabhängig, bezeichnet sich aber als FDP-Sympathisant. «Mein Herz schlägt klar bürgerlich», sagt er.
Entsprechend ähneln sich auch ihre Visionen für Niederbüren: Beide wünschen sich eine lebendige Gemeinde mit Wohnraum für Jung und Alt, ebenso ein starkes Gewerbe, einen respektvollen politischen Diskurs und einen moderaten Steuerfuss.

Als ehemaliger Meteorologe beschäftigt Koenig zudem der Klimawandel, für den sich auch die Gemeinden rüsten müssten. Bartholet will Niederbüren mit seinem Freizeitangebot über die Gemeindegrenze hinaus bekannter machen: «Niederbüren soll als attraktive, moderne Gemeinde wahrgenommen werden.»

Zwei unterschiedliche Pensen

Bartholets Trumpf im Rennen um die Nachfolge von Niklaus Hollenstein ist schnell klar: ihre regionale Verwurzelung. «Niederbüren liegt in der Region, aus der ich herkomme, wo ich mich wohlfühle und vernetzt bin», sagt sie. Die Liste ihrer Engagements ist lang: Jungunternehmerzentrum Flawil, Spitex Region Uzwil, Gewerbeverein Oberuzwil und der Zweckverband Seniorenzentrum Sonnmatt sind nur einige davon. «Ein Gemeindepräsidium zu übernehmen war schon längere Zeit mein Wunsch», sagt sie.

Koenig dagegen kehrt sein potenzielles Manko um: «Es tut vielen Institutionen gut, wenn jemand von Aussen kommt.» Er betont wiederholt seine breite Berufserfahrung in der Privatwirtschaft, der Verwaltung und als Lehrperson: «Ich möchte diese unterschiedlichen Erfahrungen in einer Funktion ausüben, wo Vielseitigkeit und Zusammenarbeit wichtig sind.»

Die beiden Kandidaten stehen nicht zu demselben Pensum zur Verfügung: Koenig würde zu 100 Prozent arbeiten, neben der politischen Führung also auch operativ tätig sein, Bartholet beschränkt ihre Kandidatur auf die politische Führung, also auf ein 60-Prozent-Pensum.

Lebensmittelpunkt nach Niederbüren verlegen

Für beide ist klar: Im Falle einer Wahl würden sie ihren Wohnsitz und Lebensmittelpunkt nach Niederbüren verlegen. Für Koenig kein Problem: Er habe die St. Galler als verlässliche und pragmatische Personen kennen und schätzen gelernt. Bartholet sieht einen Wohnortwechsel ebenfalls als Chance. Wer in Niederbüren tatsächlich willkommen geheissen wird, entscheiden die Stimmbürger am 19. Mai.

Caroline Bartholet

– geboren: 6. Juni 1969
– wohnhaft in Oberuzwil
– verheiratet, Mutter von zwei Kindern (17 und 14 Jahre)
– Ausbildung als eidgenössisch diplomierte Drogistin
– Berufserfahrungen: seit zehn Jahren Gemeinderätin und Vizepräsidentin in Oberuzwil; ab April 2019 Kantonsrätin; Führung des Spitexvereins Oberuzwil-Jonschwil-Lütisburg und Projektleitung Spitex Region Uzwil; 20 Jahre Geschäftsführerin der Drogerie Bartholet in Oberuzwil
– Partei: FDP
– Interessen: Politik, Tennis, Kochen

Christoph Koenig

– geboren: 22. September 1970
– wohnhaft in Aarau
– ledig
– Ausbildung: Diplomierter Geograf / Höheres Lehramt in Geografie und Einführung in Wirtschaft und Recht
– Berufserfahrungen: Meteorologe bei MeteoNews Zürich; Lehrer an den Kantonsschulen in St. Gallen und Wil; Leiter am Colegio Helvetia de Bogota in Kolumbien; Prorektor am Gymnasium Immensee (SZ); Gemeindeschreiber von Staffelbach (AG)
– Partei: parteilos
– Interessen: Waldpflege, Bergsteigen, Unihockey