Vorher weniger und länger, jetzt mehr und kürzer

Der Kunstrad-Vierer des RV Sirnach blickt bereits vor dem Saisonstart auf den Saisonhöhepunkt, die Weltmeisterschaft in Stuttgart. Nach einer gewollten Pause nach der WM-Enttäuschung 2015 in Malaysia ordnen die vier jungen Damen alles ihrem neuen grossen Ziel unter und überlassen kaum etwas dem Zufall.

Urs Nobel
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Die Sirnacherinnen haben sich in der Vorbereitung sowohl im Bereich des Schwierigkeitsgrades als auch in der Perfektion ihrer Kür konzentriert. (Bild: pd)

Die Sirnacherinnen haben sich in der Vorbereitung sowohl im Bereich des Schwierigkeitsgrades als auch in der Perfektion ihrer Kür konzentriert. (Bild: pd)

KUNSTRAD. Oft trainiert der RV Sirnach-Kunstrad-Vierer sechs Mal die Woche. «Wir haben im Keller der Schulanlage Grünau beste Bedingungen und müssen kaum auf andere Rücksicht nehmen», sagt die Teamsprecherin Melanie Schmid. Die vier Kunstradfahrerinnen müssen auch nicht auf die anderen Mitglieder Rücksicht nehmen. Diese trainieren zweimal die Woche in der Turnhalle Egg in Sirnach.

Zweiphasen-Vorbereitung

Der RV Sirnach steht in der zweiten Phase hinsichtlich seiner Vorbereitung, um an der Weltmeisterschaft die Höchstleistung abrufen zu können. «Nach einer Pause, in welcher wir unsere Batterien wieder laden mussten, haben wir weniger, dafür längere Trainings bestritten. In diesen haben wir den Schwierigkeitsgrad unserer Kür nochmals erhöht. Jetzt, mit dem Saisonbeginn, werden wir wieder mehr, dafür kürzere Trainings durchführen», erklärt Melanie Schmid den Weg nach Stuttgart. Bis dahin wird vorwiegend an der Perfektion gearbeitet.

WM-Teilnahme

Der Vierer des RV Sirnach geht grundsätzlich davon aus, dass er für die Schweiz an die Weltmeisterschaft entsendet wird. Dafür «muss» er verschiedene Wettkämpfe wie den Ems-Cup in Hohenems am nächsten Wochenende bestreiten. Oder die Turnierserie des Swiss-Austria-Masters. Dort findet jeweils der internationale Vergleich mit den Kolleginnen aus Österreich statt. Diese Qualifikationen sind aber auch nötig, um an der Schweizer Meisterschaft teilnehmen zu können. Nach einem Punktesystem wird dann entschieden, wer wo teilnehmen darf. Oft entscheidet auch erst die Schweizer Meisterschaft über eine Nomination für die WM.

Ohne Qualifikationsdruck

Der RV Sirnach hat sich in den vergangenen Jahren jeweils schon vor den Landes-Meisterschaften für die Welt-Titelkämpfe qualifiziert, und das dürfte wieder so sein. Zusätzlich beteiligen sich die Hinterthurgauerinnen an weiteren Turnieren im Ausland – mit einem guten Grund: «Wir haben dann keinen Qualifikationsdruck, dafür müssen wir uns jeweils für diese Starts anders vorbereiten und uns an allfällige längere Reisen gewöhnen», erklärt Melanie Schmid.

Macht es keine Angst, eine WM in Deutschland, in der Hölle des Löwen bestreiten zu müssen? Melanie Schmid und ihre Kolleginnen vom RV Vierer, zu denen noch Jennifer Schmid, Céline Burlet und Flavia Zuber gehören, verneinen. Man kenne die Halle und die treuen Deutschland-Anhänger. «Aber auch unsere Fans werden dabei sein und uns lautstark unterstützen», geben sie sich kämpferisch. «Auf jeden Fall kann man sich auf diese Situation einstellen», so Melanie Schmid.

Persönliche Schwankungen

Der Sirnach-Vierer ist schon seit der Juniorenzeit in dieser Konstellation zusammen. Da könnte man sich fragen, ob sich einzelne Fahrerinnen im Lauf der Zeit nicht persönlich verbesserten und sich von den anderen abheben. «Für uns im Team sind derartige persönliche Verbesserungen zwar sichtbar. Von aussen sieht man dies jedoch nicht. Bei der Elite gibt es keine stärkeren oder schwächeren Fahrerinnen. Es ist immer das Team als Ganzes, das letztlich zählt», erklärt Melanie Schmid. «Was wir im Team aber in den Trainings spüren ist, wenn eine unserer Kolleginnen krank ist oder es bei der Arbeit streng hatte.»

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