Vorhandgriff umgestellt: Das Tennistalent Alina Granwehr hat ihr Spiel optimiert 

Alina Granwehr aus Wilen rüstet sich im Nationalen Leistungszentrum in Biel für höhere Aufgaben. Die 16-Jährige hat im Jahr 2019 verschiedene Weichen gestellt, um ihrem Traum von Profi näherzukommen.  

Marie-Theres Brühwiler
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Alina Granwehr ist im Alter von 16 Jahren bereits die Weltnummer 226 der Juniorinnen.

Alina Granwehr ist im Alter von 16 Jahren bereits die Weltnummer 226 der Juniorinnen. 

Claudio de Capitani, Freshfocus

Drei Schweizer Nachwuchsmeistertitel hat Alina Granwehr schon gewonnen. Den wichtigsten im Juniorenalter auf der Stufe U18 strebt die 16-Jährige in einer Woche in Kriens an. Die Hinterthurgauerin ist national als N3.31 klassiert ist. Sie sagt:

«Ob meine Gegnerinnen älter sind als ich, interessiert mich nicht. Denn ich möchte in jedem Fall das Spieldiktat übernehmen.»

Obwohl die Offensivspielerin Granwehr als Kaderspielerin von Swiss Tennis auch an der kommenden Talentschau der schweizweit besten Juniorinnen unter spezieller Beobachtung steht, nimmt sie ihre Favoritenrolle lockerer als früher. «Natürlich sind Erfolge an nationalen Titelkämpfen etwas Besonderes, aber im Grunde genommen ist es ein Turnier wie jedes andere auch», sagt Granwehr vor ihren ersten Einsätzen an der Schweizer Meisterschaften.

Fokus liegt auf Grand Slams bei den Juniorinnen

In den nächsten zwei Jahren setzt Granwehr den Fokus auf die weltweite Junioren-Tour ITF. «Im Nationalen Leistungszentrum in Biel konnte ich 2019 eine gute Basis dafür legen», sagt sie. Bereits in diesem Sommer liebäugelt die Nummer 226 der Nachwuchs-Weltrangliste mit einer Teilnahme am US Open der Juniorinnen. Spätestens 2021 will die ambitionierte Tennisspielerin an allen Nachwuchs-Grand-Slams teilnehmen und parallel dazu wichtige Erfahrungen und weitere Punkte auf der WTA-Tour sammeln.

Granwehrs Stärken im Grundlinienspiel sind bekannt. Nun gilt es, diese weiter zu optimieren. Deshalb hat sie mit ihrem Trainer Kai Stentenbach im vergangenen November beschlossen, ihren Vorhandgriff komplett umzustellen. Stentenbach sagt:

«Eine Griffumstellung ist einer der grössten technischen Eingriffe im Tennis und benötigt Zeit und Geduld.»

 «Nachdem anfänglich meine Bälle in alle Himmelsrichtungen flogen, habe ich jedoch überraschend schnell ein gutes Gefühl bekommen», sagt Granwehr.

Wie im Lehrbuch: Alina Granwehr ist komplett auf den Ball fokussiert.

Wie im Lehrbuch: Alina Granwehr ist komplett auf den Ball fokussiert.

Claudio De Capitani, Freshfocus

Gymnasium unterbrochen: Ein Entscheid für die Profikarriere

«Es ist beeindruckend, wie schnell Alina die Veränderung angenommen und in kurzer Zeit in Matchsituationen umgesetzt hat», sagt ihr Trainer. Die Bereitschaft, jeden Tag hart an den verschiedensten Bereichen zu arbeiten, zähle zu ihren grössten Stärken. Er ist überzeugt, dass Granwehr in den nächsten Monaten auch physisch grosse Fortschritte machen wird.

Alina Granwehr zieht ihr druckvolles Spiel auch auf Aussenplätze durch.

Alina Granwehr zieht ihr druckvolles Spiel auch auf Aussenplätze durch. 

Andy Mueller/Freshfocus, freshfocus

Die Griffumstellung war nicht die einzige Weichenstellung, die Granwehr in den vergangenen Monaten vorgenommen hat. Der Entscheid, das Gymnasium in Biel nach zwei Jahren zu unterbrechen, ist ein weiterer wichtiger Schritt im Hinblick auf ihre spätere Profikarriere.

Sprachdiplome im Selbststudium, Silvester in Stockholm

Ganz auf Schulstoff verzichten möchte die schweizweit beste Spielerin des Jahrgangs 2003 aber doch nicht. Im Selbststudium arbeitet sie an französischen und englischen Sprachdiplomen. «Das lässt sich mit meinem aktuellen und künftigen anspruchsvollen Trainings- und Turnierplan verbinden», sagt Granwehr, die im vergangenen Sommer mit dem Tennisclub Zofingen im Interclub den Aufstieg in die NLA geschafft hat.

Nachdem sich Granwehr über die Weihnachtstage für einmal vier komplett freie Tage gegönnt hat, steht sie in diesen Tagen bereits wieder an einem internationalen Turnier in Stockholm im Einsatz. «Natürlich wäre es schön, wenn ich mein Tennisjahr 2020 mit Siegen starten könnte. Vor allem aber ist es wichtig, dass ich nach der Vorhandumstellung Matchpraxis sammeln kann», sagt sie.

Auch Karolina Kozakova mit Ambitionen

An den nationalen Nachwuchsmeisterschaften in Kriens vom 10. bis 12. Januar gehört mit Karolina Kozakova, N3.35, eine weitere Fürstenländerin zu den Topfavoritinnen. Die 14-jährige Uzwilerin ist in der Kategorie U16 an Nummer zwei gesetzt. (mtb)