VORFINANZIERUNG: Drei Millionen für den Ersatz von fossiler Energie

Die Technischen Betriebe Wil erzielten im Jahr 2016 einen Gewinn von 6,5 Millionen Franken. Knapp die Hälfte sollte für ein Fernwärmeprojekt zur Seite gelegt werden. Das Parlament beschloss, die Rückstellung weiter zu fassen.

Philipp Haag
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Die Technischen Betriebe Wil liefern der Stadt 6,8 Millionen Franken ab. (Bild: Philipp Haag)

Die Technischen Betriebe Wil liefern der Stadt 6,8 Millionen Franken ab. (Bild: Philipp Haag)

Sorgenfalten habe er keine, sagte Stadtrat Daniel Meili am Donnerstagabend. Im Gegenteil: Die Technischen Betriebe Wil (TBW) sind ein grundsolides Unternehmen, das im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis erzielt hatte: Bei einem Umsatz von 70 Millionen Franken einen Gewinn von 6,5 Millionen Franken. 6,8 Millionen Franken liefern die TBW zusätzlich an die Stadtkasse ab. Das gute Ergebnis ist zu einem beachtlichen Anteil auf einen hohen Absatz beim Gas sowie tiefe Einkaufspreise zurückzuführen. Der 6,5-Millionen-Franken-Gewinn sollte verwendet werden: 3,5 Millionen Franken für zusätzliche Abschreibungen sowie 3 Millionen Franken für die Vorfinanzierung eines Fernwärmeprojektes. Der für die TBW zuständige Stadtrat warb im Stadtparlament für ein Ja zur Vorfinanzierung «als wertvolles Zeichen». Die von der Stadtregierung beantragte Gewinnverwendung war allerdings umstritten. Die CVP wollte die 3 Millionen Franken nicht für die Fernwärme zurückstellen, «weil noch kein konkretes Projekt und zu wenige Informationen vorliegen», wie Roman Rutz sagte, sondern die Summe dem Eigenkapital zuweisen.

Commitment der Stadt zur Energieeffizienzsteigerung

Um bei der Nachhaltigkeit einen «stärkeren Akzent zu setzen», beantragte Dora Luginbühl (SP), die 3 Millionen Franken für die Vorfinanzierung von Projekten für die Substitution von fossiler Energie und Effizienzsteigerung zu verwenden. Unterstützung erhielt der SP-Antrag von den Grünen Prowil, weil die TBW bei der Energieeffizienz keine «substanziellen Schritte» unternehme, wie Guido Wick sagte, und er ein Commitment von der Stadt zur Energieeffizienzsteigerung erwartet. Die Parlamentarierinnen und Parlamentarier sprachen sich gegen die Anträge der CVP und des Stadtrates aus und genehmigten schliesslich denjenigen der SP mit 21 Ja- zu 14 Nein-Stimmen.

Philipp Haag

philipp.haag@wilerzeitung.ch