Vorberatende Kommission des Stadtparlaments Wil stimmt für umstrittenen Pavillon Langacker

Die Baukommission befürwortet den Kredit über 5,6 Millionen Franken für den Schulpavillon Langacker. Mit einem Stimmverhältnis von 4:3 fällt die Zustimmung aber knapp aus. Anfang April entscheidet das Stadtparlament.

Gianni Amstutz
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So soll der Schulpavillon Langacker beim Lindenhofschulhaus aussehen. (Visualisierung: PD)

So soll der Schulpavillon Langacker beim Lindenhofschulhaus aussehen. (Visualisierung: PD)

Wil braucht zusätzlichen Schulraum und zwar besser heute als morgen. Denn die Schülerzahlen werden in den kommenden Jahren derart stark steigen, dass die heutige Infrastruktur nicht mehr mithalten kann. Dass es also möglichst schnell eine Lösung braucht, darüber herrscht bei allen Fraktionen Konsens. Auch die Lösung mittels eines Provisorium ist aufgrund der Dringlichkeit des Problems unbestritten.

Schon im nächsten Schuljahr, das im Sommer beginnt, fehlen für zwei Klassen im Quartier Schulräume. Und dies, obwohl bereits jetzt vier Klassen im Zeughaus unterrichtet werden «unter Bedingungen, die den Anforderungen nicht genügen», wie dies der Stadtrat betont. Was jedoch für hitzige Debatten unter den Entscheidungsträgern sorgt, ist der Standort.

Der Standort ist umstritten

Der Stadtrat hat sich festgelegt. Er beantragt dem Parlament einen Kredit von 5,6 Millionen Franken für den Bau des Schulpavillons auf dem Langacker, der unmittelbar beim Lindenhofschulhaus liegt.

Dieser Standort ist im Parlament jedoch umstritten. Das zeigt die Haltung der Baukommission, die das Geschäft an drei Sitzungen vorberaten hat. Diese stimmte dem Antrag des Stadtrats zwar zu, mit 4:3 Stimmen fällt der Zuspruch aber denkbar knapp aus. Kommissionspräsident Reto Gehrig von der CVP sagt:

«Die Standortfrage hat uns in der Kommission stark beschäftigt und war ein absolut zentrales Diskussionsthema.»

Daraus lässt sich schliessen, dass sie für das knappe Ergebnis zumindest mitverantwortlich gewesen sein dürfte.

Doch wieso ist der Standort Langacker überhaupt umstritten? Dafür gibt es zwei Hauptgründe. Einerseits ist es das Potenzial des Areals für den Bau einer Sporthalle. Denn mit den steigenden Schülerzahlen wird nicht nur der Platz im Klassenzimmer knapp, auch die Turnhallen stossen an ihre Kapazitätsgrenzen.

Einige Stadtparlamentarier sehen im Langacker einen von nur wenigen geeigneten Standorten für einen solchen Neubau. Mit der Errichtung eines Schulpavillons – auch wenn dieses als Provisorium gedacht und dank seiner modularen Bauweise potenziell verschoben werden könnte – würde sich die Stadt diese Möglichkeit verbauen, so die Befürchtung.

Ein zweites Gegenargument gegen den Standort Langacker ist seine Distanz zum Zentrum. Bereits im vergangenen August diskutierte das Parlament dies im Rahmen eines Postulats der CVP-Fraktion. Erstunterzeichnerin Christine Hasler sagte damals: «Ein Standort näher am Stadtkern würde uns weitere Möglichkeiten eröffnen, beispielsweise was die soziale Durchmischung anbelangt.»

Die CVP-Politikerin brachte unter anderem das Zeughaus als alternativen Standort ins Spiel. Sie betonte jedoch stets, dass sie und ihre Fraktion die Lösung Langacker nicht grundsätzlich ablehne, jedoch erst nach Klärung offener Fragen und eingehender Prüfung verschiedener Standorte dem Regierungsantrag allenfalls zustimmen könne.

Fraktionshaltungen schwierig einzuschätzen

Ob die Fragen zur Zufriedenheit der CVP-Fraktion geklärt werden konnten, ist völlig offen. Das Kommissionsgeheimnis lässt keine Einblicke in das Abstimmungsverhalten von dessen Mitgliedern zu. Von wem also die vier Ja- beziehungsweise drei Neinstimmen kommen, ist schwierig zu sagen.

Dies vor allem auch deshalb, weil die Vorlage keinem traditionelles Links-rechts-Schema folgt. So hatten sich bei der Diskussion zum Postulat vor allem die Grünen Prowil und CVP kritisch zum Standort geäussert. Beide hatten aber betont, die Lösung Langacker nicht kategorisch auszuschliessen. Oft geben die Abstimmungen in den Kommissionen einen guten Eindruck über Parlamentsabstimmungen. Ob das auch dieses Mal der Fall ist, wird sich morgen in einer Woche zeigen.