Flawil
Drei Wohnhäuser und ein Fachmarkt: Baulücke an der Wilerstrasse soll geschlossen werden

Das seit Jahren brachliegende Grundstück Nr. 158 an der Wilerstrasse soll überbaut werden. Geplant sind drei Mehrfamilienhäuser mit 18 Mietwohnungen und einer Tiefgarage sowie Verkaufsflächen für ein Ladengeschäft im Erdgeschoss.

Andrea Häusler
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Das Bauvorhaben ist seit geraumer Zeit visiert. Die Auflage des Projekts hingegen ist noch nicht erfolgt.

Das Bauvorhaben ist seit geraumer Zeit visiert. Die Auflage des Projekts hingegen ist noch nicht erfolgt.

Bild: Andrea Häusler

Hinter vorgehaltener Hand sprach man öfter von einem Schandfleck. Tatsächlich bot das seit Jahren brachliegende Grundstück westlich des Kindergartens Wiesental nichts sonderlich Erbauliches. Im Sommer mag es Insekten gedient haben und in den Wahljahren den Politikern, die ab Werbeplakaten dem Verkehr entgegenlächelten.

Über dreissig Jahre alt ist inzwischen der geltende Sondernutzungsplan. Nun endlich soll die Baulücke zwischen Wilerstrasse und Dorfbach geschlossen werden. Geplant ist der Bau dreier Mehrfamilienhäuser mit 18 Mietwohnungen sowie einer Tiefgarage, wie der verantwortliche Projektleiter der Forol Immobilien AG, Gossau, als Vertreter der Bauherrschaft sagt. Da die Lage und Ausrichtung des Grundstücks für den Bau von Familienwohnungen eher ungeeignet sei, sehe das Projekt kleinere Wohnungen vor: «Zentral gelegene Singlewohnungen zu marktgerechten Preisen.»

Ladengeschäft an der Wilerstrasse

Im Erdgeschoss entstehen rund 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche. Welcher Anbieter hier einziehen wird, will die Bauherrschaft (noch) nicht kommunizieren. «Die Verhandlungen mit dem künftigen Mieter sind zwar fortgeschritten, aber nicht abgeschlossen», heisst es in der Begründung. Fest steht aber, dass es an der Wilerstrasse ein neues Ladengeschäft geben wird.

Die drei Wohnhäuser mit Satteldächern punkten mit einer modern interpretierten klassischen Architektur. Die Bauherrschaft verhehlt nicht die hohen diesbezüglichen Ansprüche, welche die eher schmale Parzelle zwischen Dorfbach und Strasse an die Planer gestellt hatte. «Umso mehr, als uns wichtig war und ist, dass sich die Neubauten harmonisch in die bestehende Gebäudezeile entlang der Wilerstrasse und damit ins Flawiler Dorfbild einfügen.»

Bevor die Bagger für den Aushub auffahren können, sind noch einige Verfahren durchzuführen. Zum einen muss der Gewässerraum entlang des Dorfbachs im Abschnitt Niederbergstrasse bis Niederbergweg sowie im Abschnitt Niederbergweg bis Baumschulweg in einem Sondernutzungsplan festgelegt werden. Der Gemeinderat hat diesen nun für das öffentliche Mitwirkungsverfahren freigegeben. Dieses dauert vom 14. bis 28. Dezember. Anschliessend soll die Planung nochmals diskutiert, beschlossen und anschliessend während 30 Tage öffentlich aufgelegt werden.

Zufahrt wird zur Gemeindestrasse

Die Erschliessung der geplanten Überbauung erfolgt über die heute private Zufahrt zum Grundstück Parzelle 2941, westlich des Baugrundstücks 158. Von hier aus erfolgt auch die Anbindung der neuen Tiefgarage sowie die Anlieferung für den Retailmarkt. Die bereits bestehende Zufahrt, welche nicht als Strasse klassiert ist, soll baulich angepasst und anschliessend als Gemeindestrasse 2. Klasse ins Strassennetz der Gemeinde Flawil übernommen werden. Vorgesehen ist eine Fahrbahnbreite von sechs Metern im Bereich der Parzelle 158 sowie fünf Metern in jenem der Parzelle 2941.

Visualisierung des Bauprojekts von der Südwestseite her.

Visualisierung des Bauprojekts von der Südwestseite her.

Visualisierung: PD

Die Grundlage für diese Änderung bildet der Teilstrassenplan Wisentalstrasse samt zugehörigem Strassenbauprojekt, der vom Gemeinderat bereits verabschiedet und nun für das öffentliche Mitwirkungsverfahren freigegeben wurde. Auch dieses endet am
28. Dezember. Und auch hier erfolgt im Anschluss an die abschliessende Diskussion und Genehmigung durch den Gemeinderat die 30-tägige öffentliche Auflage. Bis dahin dürfte es jedoch noch dauern.

Ziel sei eine gleichzeitige öffentliche Auflage des Sondernutzungsplans Dorfbach, des Teilstrassenplans Wisentalstrasse sowie des Bauprojekts, sagt René Bruderer, Geschäftsleiter Bau und Infrastruktur der Gemeinde Flawil. Auf den Zeitpunkt angesprochen ergänzt er: «Aus heutiger Sicht dürfte dies im Frühjahr 2021 der Fall sein.»

Entlassung aus dem Kataster der belasteten Standorte

Die Bebauung des Grundstücks 158 ist an besondere Auflagen geknüpft, denn dieses ist im Kataster der belasteten Standorte eingetragen. Obwohl die Mehrheit solcher Standorte nicht altlastenrechtlich zu sanieren sind, sondern es genügt, das verunreinigte Aushubmaterial fachgerecht zu entsorgen, müssen die die Baugesuchsunterlagen von der kommunalen Baubehörde zur Beurteilung an den Kanton weitergeleitet werden.

Auf dem Grundstück an der Wilerstrasse lagern gemäss den auf dem Geoportal des Kantons St.Gallen publizierten Angaben Altautos und Schrott, beziehungsweise Kohlenwasserstoffe und Schwermetalle, von denen «keine schädlichen oder lästigen Einwirkungen zu erwarten sind». Deshalb konnte mit der Umsetzung von Massnahmen bis zum Vorliegen eines Bauvorhabens beziehungsweise einer Nutzungsänderung zugewartet werden.

So oder so will die Forol AG, welche das Grundstück im Zusammenhang mit der Bebauung von der heutigen Besitzerin, der Alfimo AG Flawil, übernimmt, den Baugrund vollumfänglich sanieren. Und zwar so, dass der Standort aus dem Altlastenkataster des Kantons entlassen werden kann.

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