Vor 45 Jahren mit einer «Radi»-Meisterschaft begonnen

Am Wochenende findet auf der Sportanlage Bergholz das 40. SC-Weiher-Turnier statt. Das Jubiläumsturnier wird gleichzeitig das letzte sein, welches der Verein durchführen will.

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Das SC-Weiher-Fussballteam 2017 (Bild: .)

Das SC-Weiher-Fussballteam 2017 (Bild: .)

Immer dann, wenn das SC-Weiher-Turnier stattfindet, erinnert man sich daran, dass es diesen Verein ja auch noch gibt in Wil. Ihm steht Ruedi Wehrli vor, und dieser hat eine Zusammen­fassung der Vereinsgeschichte geschrieben.

«Im Jahre 1972 diskutierte eine Stammtischrunde im damaligen Restaurant Radi (ehemals Rose, heute Art’s Pub) in Wil über die Bildung eines Fussballteams. Die Restaurantkette mit dem Radiesli als Symbol entwickelte sich in der Schweiz rasch. Bald entstanden in Bern, Luzern, Chur, Bellinzona, Schaffhausen, St. Moritz und Winterthur solche Restaurants. Kari Brändli war ein begeisterter Fussballfan. Er führte das ‹Radi› in Wil als Gerant. Mit seinen Kollegen rief er eine ‹Radi›-Fussballmeisterschaft ins Leben. Das war vor 45 Jahren. So trainierten und spielten am Anfang Leute aus dem Gastgewerbe und Stammgäste des Restaurants um den ‹Radi›-Pokal. Bald wurden die ersten Turniere auf den Anlagen des FC Sirnach durchgeführt. Kurz nach der Gründung des Plauschvereins bildete sich auch eine Radruppe aus Stammgästen, die nicht Fussball spielen wollten.

Nach der Auflösung der ‹Radi›-Kette verschwand auch der Clubname. Er wurde umgetauft in SC Weiher Wil. Als dann in Wil durch den Bau von neuen Rasenspielfeldern im Bergholz Platz für einheimische (Plausch-)Vereine geschaffen wurde, zügelte der Sportclub von Sirnach nach Wil. Morgen Samstag organisiert der SC Weiher das 40. Turnier.»

Stolz, dass der Verein so lange überlebt hat

Ruedi Wehrli gibt an, dass es ihn als damaliges Gründungsmitglied von 1972 mit Stolz erfülle, dass dieser Verein mit rund 60 Mitgliedern (Fussballer und Radfahrer) so lange überlebt hat. «Über all die Jahre stand der Teamgeist im Vordergrund. Eine ‹verschworene› Bande von unermüdlichen Schaffern war dafür verantwortlich. Hochkonjunktur hatte der SC Weiher Anfang der Siebzigerjahre, als in und um Wil herum weitere Plauschclubs entstanden. So fanden wir immer wieder Teams, mit denen wir uns messen konnten: FC Rathaus Wil, FC Spenger, FC Kantonalbank Wil, FC Reitstall Lütisburg und FC Bavaria. Mit diesen und weiteren Teams pflegten wir eine freundschaftliche Spielkultur. Nach jedem Spiel hockte man gemütlich zusammen», erinnert sich Wehrli mit einem Schmunzeln im Gesicht. Der Zuspruch der Gegner an Spielen mit dem SC Weiher sei stetig gestiegen. An den Turnieren und an Wochentagsspielen hätten sich immer mehr Teams beteiligt, erinnerst sich Wehrli.

«In den letzten Jahren hat sich aber einiges verändert. Die Fussballer von damals sind älter und älter geworden. Einige von uns wechselten in die Gruppe der Radfahrer, andere hörten auf mit dem Teamsport. Die Gesellschaft hat sich generell geändert. Die Vereinsbindung, welche stark vom Teamgeist geprägt war, ist nicht mehr da. Man spielt wohl noch gerne Fussball, aber dann ist es vorbei. Jeder geht nach dem Spiel seinen Weg. Auch an unserem Turnier gibt es nur noch wenige unverwüstliche Teams, welche uns seit Jahrzehnten verbunden sind. Es ist in den letzten Jahren immer schwieriger geworden, genügend Teams zu finden. Und wir hinterfragten unseren Aufwand. Seit weit über zehn Jahren steht dem Turnier das gleiche OK vor. Nachwuchs, der uns einmal ablösen könnte, bleibt aus. Die Bereitschaft zur Teamarbeit neben dem Fussball ist kaum mehr gegeben. Dieses SC-Weiher-Turnier wird deshalb das letzte sein. Schade. Aber schön war es alleweil in den vergangenen Jahren.» (red)