Von zeitgemässer Kinderzulage bis Liegenschaftssteuer

Vorschau auf die Sitzung von morgen Mittwoch Sechs Geschäfte sind für die dreistündige Sitzung traktandiert. Beim ersten geht es um die «Zeitgemässe Kinderzulage».

Clemens Albrecht
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Vorschau auf die Sitzung von morgen Mittwoch

Sechs Geschäfte sind für die dreistündige Sitzung traktandiert. Beim ersten geht es um die «Zeitgemässe Kinderzulage». Die Motion beabsichtigt, die Kinderzulage von 200 Franken auf 250 Franken pro Monat anzuheben und der Ausbildungszulage gleichzusetzen. Dieses Ansinnen kann ich nicht befürworten, da dies eine Mehrbelastung für unseren Wirtschaftsstandort Thurgau mit sich bringt. Einmal mehr wären die kleineren und mittleren Gewerbebetriebe diejenigen, welche die Zeche bezahlen und eine Lohn-Beitragserhöhung wäre unumgänglich.

Punkt zwei ist die Interpellation «Unzufriedenheit mit der Thurgauer Zeitung». Diese Interpellation hinterfragt gemachte Versprechungen, zum Zeitpunkt der Übernahme durch die Tamedia AG und dem darauffolgenden Tauschhandel mit der NZZ-Gruppe. Der Thurgauer Zeitung war diese Interpellation am vergangenen Samstag eine Doppelseite wert und der Redaktionsleiter David Angst nahm ausführlich Stellung.

Kampf um die besten Lehrlinge

Des weiteren geht es um die «Erfolgreiche Lehrstellensuche und Rekrutierung von Lernenden». Inhalt dieser Interpellation ist der Lehrstellenmarkt. Der Kampf um die besten Lehrlinge wird immer früher gestartet, teilweise mit negativen Folgen für die Lehrlinge, aber auch die Ausbildungsbetriebe. Sind vermehrte Lehrabbrüche die Folge davon? Hier muss Gewerbe, Industrie und der Detailhandel im eigenen Interesse aktiv werden und nicht der Staat.

In Punkt vier wird die «Auswirkung des Lehrplans 21 auf die Stundentafel im Kanton Thurgau sowie zur Kompetenzorientierung und dem Zeitpunkt der Einführung» diskutiert. Kantonsrat Urs Schrepfer aus Busswil, selber Schulleiter in Wängi und Schulpräsident von Sirnach, stellt Fragen zur Thurgauer Lektionenanzahl des Lehrplans 21 im interkantonalen Vergleich und deren finanziellen Auswirkungen. Mit 6680 Lektionen von der 1. bis 6. Klasse liegt der Thurgau über dem Durchschnitt (6434) der Deutschschweizer Kantone und deutlich über dem geforderten Minimum (5928). Dadurch verschärft sich das Unterrichts-Tempo und es bleibt kaum Zeit für Repetitionen. Die Realität zeigt schon heute, dass immer mehr Schüler Stützunterricht benötigen und individuell gefördert werden müssen. «Bildung ist ein offener, lebenslanger und aktiv gestalteter Entwicklungsprozess des Menschen», heisst es unter Artikel 2 im Volksschulgesetz. Dazu gehören auch Begriffe wie Ausdauer, Fleiss, Sorgfalt, Ordnung und Sauberkeit. Oder haben diese urschweizerischen Eigenschaften keinen Platz mehr im Lehrplan 21?

Französisch stärken

Als Fünftes lässt Gallus Müller aus Guntershausen die «Liegenschaftensteuer Thurgau» hinterfragen. Nebst dem Kanton Genf sind wir die einzigen, die die Liegenschaftensteuer für natürliche Personen fordert.

Zu guter Letzt geht es um «Französisch auf der Sekundarstufe stärken». Nach dem Entscheid des Grossen Rates, Französisch erst in der Sekundarstufe zu unterrichten, liegt die Ausgestaltung der Stundentafel beim Kanton und der schweizerischen Bildungskonferenz. Aufgrund der Sprachkultur vieler Jugendlicher, befürworte ich eine Intensivierung der Deutschen Sprache und als Gewerbevertreter, das Fördern der Naturwissenschaftlichen Fächer.

Ich bin sicher, dass auch die Aufhebung des Euro-Stützkurses der Nationalbank für Gesprächsstoff sorgen wird, da die Gewinnausschüttung für unseren Kanton direkt betroffen ist.

Die Wiler Zeitung bietet den Kantonsräten des Bezirks Münchwilen die Gelegenheit, sich jeweils vor und nach den Grossratssitzungen zu den traktandierten Geschäften zu äussern.