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Von wegen Kompromiss: Wieso das Rauchverbot an den Bahnhöfen zu weit geht

Im Seitenblick, der wöchentlichen Glosse der Wiler Zeitung, geht es dieses Mal um das Rauchverbot an den Bahnhöfen der Region Wil.
Gianni Amstutz
Am Bahnhof Wil darf nur noch in gewissen Zonen geraucht werden. (Bild: Gianni Amstutz)

Am Bahnhof Wil darf nur noch in gewissen Zonen geraucht werden. (Bild: Gianni Amstutz)

Als Kompromisslösung haben die SBB das Rauchverbot angepriesen, das seit dieser Woche auch in Wil, Uzwil und Flawil gilt. So werben die SBB denn auch mit dem Slogan «Good News für Raucher, Good News für Nichtraucher» für die Neuerung.

Ein Kompromiss ist es deshalb, weil das Paffen an bestimmten Orten des Bahnhofs weiterhin möglich sein wird. Zudem wurde darauf verzichtet, die Raucherbereiche auf den Perrons mit Bodenmarkierungen zu signalisieren. Dies als Zeichen des Respekts und Miteinanders.

Besonders effektiv wären die eingezeichneten Rechtecke auf dem Boden aber wohl ohnehin nicht. Verschiedene wissenschaftliche Experimente haben gezeigt, dass der Rauch die Bodenmarkierungen mühelos überwindet und zum Störfaktor für Pendler ausserhalb der Rechtecke werden könnte.

Trotzdem: Dass die SBB ihre rauchenden Kunden nicht in einen symbolischen Käfig verbannt, ist ihnen hoch anzurechnen. Doch nicht in jeder Hinsicht zeigen sie sich so kompromissbereit beim Rauchverbot. Wie der Planungsübersicht zur Einführung der Rauchverbote zu entnehmen ist, wurde ein solches auch am Bahnhof Algetshausen-Henau eingeführt.

Dumm nur: Schon seit Jahren hält kein Zug mehr an diesem Bahnhof. Das wird wohl auch so bleiben. Mehr noch: Der Bahnhof ist sogar abgeriegelt. Die Gefahr, dass ein hoffnungsvoller Henauer oder Algetshauser zigarettenrauchend am Bahnhof wartet, bis dieser wieder in Betrieb genommen wird und dabei Littering betreibt oder andere mit seinem Qualm stört, ist folglich gleich null.

Dass die SBB selbst an einem geschlossenen Bahnhof das Rauchen verbietet, lässt sie als Prinzipienreiter dastehen. Von der angepriesenen Kompromissbereitschaft gegenüber den Rauchern zeugt dieses Vorgehen jedenfalls nicht. Ihr Ziel aber – Pendler vor Rauchschwaden zu schützen – erreichen die SBB am Bahnhof Algetshausen-Henau gleichwohl. Denn wo niemand ist, wird weder geraucht noch jemand dem schädlichen Dunst ausgesetzt. Insofern sind Bahnhofschliessungen wohl die effektivste Variante im Kampf gegen Raucherinnen und Raucher.

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