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Von Tuten und Blasen eine Ahnung: Die Primarschule Bichwil hat seit Sommer eine Bläserklasse

Seit einem halben Jahr erhalten die 4.-Klässler der Primarschule Bichwil einen etwas anderen Musikunterricht: Einmal in der Woche lernen sie im Orchester, ein Blasinstrument zu spielen.
Tobias Söldi
Die Bläserklasse Bichwil musiziert jeden Mittwochmorgen im Probelokal in der Mehrzweckanlage Bichwil. (Bilder: Tobias Söldi)

Die Bläserklasse Bichwil musiziert jeden Mittwochmorgen im Probelokal in der Mehrzweckanlage Bichwil. (Bilder: Tobias Söldi)

Es klingt noch etwas schief, aber die Melodie ist unverkennbar. 18 Schülerinnen und Schüler der 4. Klasse in Bichwil spielen gemeinsam «Hänschen klein». Sie bilden ein Blasorchester aus Saxofonen, Klarinetten, Trompeten, Posaunen, Waldhörnern, Eufonien und Querflöten. Jeden Mittwoch musizieren sie gemeinsam im Probelokal in der Mehrzweckanlage Bichwil. Das Besondere: Alle lernen ihr jeweiliges Instrument von Grund auf – nicht im Einzelunterricht, sondern gemeinsam im Orchester. Das Konzept nennt sich Bläserklasse und ersetzt den herkömmlichen Musikunterricht dieser Klasse.

Patrik Arnold Leiter Bläserklasse

Patrik Arnold
Leiter Bläserklasse

Musiklehrer Patrik Arnold leitet die musikalische Truppe. Er ist zufrieden mit dem Fortschritt, spielen die Kinder ihr Instrument doch erst seit Oktober. Es ist seine erste Bläserklasse – und eine koordinative Herausforderung: «Jedes Kind lernt ein neues Instrument. Es gibt Blechbläser und Holzbläser und ganz verschiedene Anblastechniken.» In regelmässigen Abständen erhalten die Schülerinnen und Schüler deshalb von externen Musiklehrpersonen Unterricht im jeweiligen Register. Von der Klassenlehrperson werden sie zusätzlich in Musiktheorie geschult. Theorie und Praxis ergänzen sich. Und wie in jedem anderen Fach gibt es natürlich auch Hausaufgaben.

Soziale und musikalische Kompetenzen

Diana Schneider, stellvertretende Klassenlehrerin

Diana Schneider, stellvertretende Klassenlehrerin

Bei den Jungmusikanten scheint das Konzept der Bläserklasse gut anzukommen. «Die Kinder sind motiviert, zusammen etwas zu erreichen», sagt Arnold, alle seien von Anfang an begeistert gewesen und sind es immer noch. Lehrerin Diana Schneider, die den krankheitshalber ausgefallenen Klassenlehrer Emmanuel Keller vertritt, bestätigt das:

«Der Bläserunterricht tut der Klasse extrem gut.»

Durch das gemeinsame Spielen werde der Zusammenhalt in der Klasse gefördert, die Kinder müssten aufmerksam sein und aufeinander achten. Schulleiterin Corinne Hörler bemerkt: «Das alles sind Kompetenzen, die sich auch auf den Schulalltag positiv auswirken können.» Dabei spielt nicht nur der musikalische, sondern auch der soziale Aspekt eine wichtige Rolle: «Wenn zwei Schüler miteinander Streit haben, müssen sie im Orchester trotzdem miteinander harmonieren», sagt Hörler.

Bevor vergangenen Oktober aber die ersten Töne im Schulhaus erklangen, lernten die Kinder die verschiedenen Blasinstrumente kennen und wagten erste Versuche, bis jeder sein Instrument gefunden hatte. Besonders beliebt seien Klarinetten und Saxofone gewesen, erinnert sich Arnold. Auch Unmusikalisches stand auf dem Lehrplan: Eine Herausforderung sei dabei das Aufstellen des Notenständers gewesen, sagt Arnold schmunzelnd. Und weiter: Wie setzt man ein Waldhorn zusammen? Wie hält man ein Saxofon? Wie pflegt man eine Trompete? «Es geht auch darum, Verantwortung für ein Instrument zu übernehmen», erklärt er.

Der erste Auftritt steht an

Ihren Ursprung hatte die Idee der Bläserklasse Bichwil vor zwei Jahren im Kirchplatzschulhaus in Wil, wo diese Form des Klassenmusizierens bereits seit längerem praktiziert wurde. «Wir waren begeistert vom Projekt», erinnert sich Schulleiterin Corinne Hörler, nachdem sie und ihre Kollegen sich einen Augenschein vor Ort genommen hatten. Rasch habe sich Klassenlehrer Emmanuel Keller bereit erklärt, das Projekt in Angriff zu nehmen, und bald stiess Musiklehrer Arnold dazu.

Corinne Hörler, Schulleiterin

Corinne Hörler, Schulleiterin

Die Bläserklasse ist auch eine Reaktion auf die zunehmenden Nachwuchsschwierigkeiten bei Blasinstrumenten. «Wenn durch die Bläserklasse die Kinder ein Blasinstrument erlernen, ist das ein schöner Nebeneffekt», sagt Hörler. Grundsätzlich soll das Konzept aber Schülerinnen und Schülern einen niederschwelligen Zugang zur Musik bieten.

«Alle Kinder können ein Blasinstrument lernen, ohne grosses Drumherum, ohne Kosten.»

Finanziert wird die Bläserklasse – die Miete der Instrumente, der Lohn der externen Musiklehrkräfte – durch die Gemeinde Oberuzwil, die sich rasch für die Idee gewinnen habe lassen.

Das Konzept scheint sich zu bewähren: Nach den Sommerferien startet an der Primarschule Oberuzwil eine zweite Bläserklasse. Und ein erster Auftritt der Bläserklasse Bichwil ist bereits in Planung: Am 3. April werden die Nachwuchsmusikantinnen und -musikanten ein kleines Schulhauskonzert geben.

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