Von Hip-Hop-Fans zum Rap-Duo: Die Wiler Jan Räbsamen und Gian-Andri Stahl rappen schon seit zwei Jahren gemeinsam

Die beiden Rapper nennen sich Projekt ET, haben kürzlich ein Mixtape herausgebracht, sind bei bandXost dabei und Ende Jahr kommen ihre neuen Songs.

Leonie Herde
Drucken
Teilen
Jan Räbsamen (links) und Gian-Andri Stahl sind seit zwei Jahren als Rap-Duo unterwegs. (Bild: PD)

Jan Räbsamen (links) und Gian-Andri Stahl sind seit zwei Jahren als Rap-Duo unterwegs. (Bild: PD)

Eigentlich schlossen sich die beiden Wiler Rapper Jan Räbsamen und Gian-Andri Stahl vor zwei Jahren zusammen, um zu musizieren. Doch als sie sich damals extra eine Woche in den Herbstferien dafür Zeit genommen hatten, taten sie vor allem eines: Fernsehen. «Am Ende hatten wir genau einen Song und dafür alle drei Staffeln von ‹Jung, wild & sexy› geschaut», sagt Jan Räbsamen lachend.

Projekt ET, wie sich die beiden Rapper nennen, ist dieses Jahr, wie auch bereits letztes Jahr, am Bandcontest bandXost dabei. «Es ist einfach ein schöner Contest, bei dem die Musik im Vordergrund steht und junge Musiker gefördert werden», findet Räbsamen. Am 28. September waren sie an der ersten von neun Vorausscheidungen dabei.

Erneute Teilnahme am Bandcontest bandXost

Die beiden kennen sich schon lange durch die Pfadi und sie sind beide grosse Hip-Hop-fans. Der Name, Projekt ET, entstand aus den Anfangsbuchstaben ihrer Künstlernamen. So heisst der 23-jährige Jan Räbsamen als Rapper Epik und der 20-jährige Gian-Andri Stahl nennt sich Takle.

Die Teilnahme in der Finalrunde des Bandcontests am 30. November wäre ein grosser Erfolg für Projekt ET, denn da hört die ganze Ostschweiz zu. Doch das Gewinnen stehe bei ihnen nie im Vordergrund, sagt Stahl. Räbsamen sagt:

«Alle Teilnehmer bekommen von einer kompetenten Jury ein Feedback, welches viel Wert ist»

Zudem habe man die Chance, andere Bands kennen zu lernen und sich mit ihnen auszutauschen. Nicht zuletzt hoffen sie auch, einige Anfragen für einen Auftritt zu erhalten.

Bis jetzt haben sie vor allem in St.Gallen gespielt, in der Grabenhalle oder dem schwarzen Engel und natürlich auch in Wil im Gare de Lion. Meistens klopfen sie selbst an und fragen, ob sie spielen dürfen. Viel geschehe auch über Mund-zu-Mund- Propaganda. Gerade weil sie kein Spotify hätten und dadurch weniger Leute erreichten, sei es schwierig an Auftritte zu kommen, sagt Räbsamen «Manchmal werden wir auch angefragt, aber eigentlich nur von Leuten, die wir kennen.»

Machen weiter solange es Spass macht

Die Zukunft nehmen die beiden ziemlich locker, einen Plan haben sie nicht. Stahl sagt lachend:

«Wir machen einfach das, worauf wir Lust haben und nehmen, was wir bekommen»

Solange es ihnen Spass mache werden sie so weitermachen.

Die Songtexte teilen die Musiker jeweils untereinander auf. Jeder schreibt seinen Part und Räbsamen meistens den Refrain. Dadurch gibt es manchmal Unterschiede im Aufbau, auch weil sie eine unterschiedliche Herangehensweise haben. Das sei jedoch kein Problem, findet Räbsamen. Diskussionen gibt es trotzdem manchmal, vor allem am Anfang ihrer gemeinsamen Zeit haben sie viel diskutiert. «Gian-Andri war eine Katastrophe», sagt Räbsamen lachend. Den normalen Aufbau eines Rapbeats habe er nie eingehalten und einfach am Takt vorbei gerappt.

Sie schreiben, worüber sie gerade Lust haben

Inhaltlich hatten sie zum Glück nie Probleme. Meistens habe jemand eine Idee und der andere entscheide dann, ob er sie gut findet oder nicht. «Oft wird der Inhalt vom Refrain zusammengefasst und dazwischen sagen wir einfach, was wir denken», sagt Räbsamen. Das sind Themen, die sie wichtig finden, aber oft auch einfach lustige Dinge, wie zum Beispiel ihre bekannte Songzeile: «Chueche für alli», die an ihren Konzerten begeistert. Meistens seien die Texte auch weniger durchgeplant als man vielleicht vermutet, so Räbsamen «Ziemlich oft sind die Songs politisch, auch wenn wir nicht darauf abzielen», sagt Stahl.

Dass die beiden auf Schweizerdeutsch rappen war von Anfang an klar. «Wir haben auch schon sehr früh schweizerdeutschen Rap gehört, auch als es noch nicht so viel davon gab», erklärt Räbsamen. Inspiration finden sie bei verschiedenen Künstlern, dabei muss es auch nicht immer Rap sein. «Wir haben auch keinen bestimmten musikalischen Stil. Diese Freiheit haben wir ja.» Auch selber hören die Rapper nun ein breiteres Musikspektrum als früher.