Von einem Notstand noch «weit entfernt»

Nationalratskandidatinnen verschiedener Parteien diskutierten in Wil über den Klimawandel.

Christoph Heer
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Klimanotstand? Darüber wurde am Donnerstag rege diskutiert. Bild: Christoph Heer

Klimanotstand? Darüber wurde am Donnerstag rege diskutiert. Bild: Christoph Heer

In der 90 Minuten dauernden Podiumsdiskussion wurde immer wieder der Vergleich von Mann und Frau thematisiert. Das lässt indes keine Schlussfolgerungen zu, denn die Thematik Klimawandel betrifft beide Geschlechter und jede Generation. Doch gehen Frauen und Männer anders damit um? «Klimapolitik soll darum unbedingt mit der Genderpolitik einhergehen», so die wohl aussagekräftigste Meinung des Abends.

Sie stammte von SP-Nationalrätin Claudia Friedl, die hinter dieser Meinung steht und hinzufügt, dass in der Politik insbesondere die Frauen bereit seien, vorwärts zu gehen. Dazu zählte sie einige auf, welche in jüngster Vergangenheit vorausgegangen sind und aufzeigen, dass zum Klimawandel noch mehr getan werden muss. Doris Leuthard, Petra Gössi oder Simonetta Sommaruga seien solche Pionierinnen.

Klimawandel birgt grosse Risiken in sich

Es war am Donnerstagabend eine kleine Gruppe von Zuhörern, die sich im Wiler Stadtsaal einfand und sich ein Bild von der überparteilichen Podiumsdiskussion machte. Auf Einladung der SP Frauen Kanton St.Gallen stellten sich die Nationalratskandidatinnen Ursula Egli (SVP), Yvonne Gilli (Grüne), Helen Alder (CVP), Darja Meisterhans (FDP) und Claudia Friedl, SP, Nationalrätin, den Fragen von Moderatorin und Journalistin Marion Loher. Es war eine ruhige Debatte, in einigen Fragen waren die Teilnehmerinnen gleicher Meinung, auch betreffend der Thematik Klimawandel. Zur allgemeinen Information referierte eingangs eine weitere Nationalratskandidatin. Laura Bucher, SP, sagte, dass die SP Frauen im Kanton St.Gallen schon längst aktiv seien.

«Nebst Lösungen für anderweitige Probleme, überlegen wir uns natürlich auch, wie wir mehr Frauen in unser Parlament bringen.»

Weiter deutete sie darauf hin, dass es in den kommenden Jahrzehnten vermehrt extreme Wetterereignisse geben wird. «Waldbrände, Wasserknappheit, Stürme und der Temperaturanstieg werden Auswirkungen auf den Menschen haben. Der Klimawandel birgt grosse Risiken in sich», sagte Laura Bucher.

Wie denn die fünf Podiumsteilnehmerinnen nach Wil gereist seien, wollte die Moderatorin wissen. «Fahrrad» und «öffentliche Verkehrsmittel» waren die Antworten. Ein Fazit nach dieser anderthalbstündigen Diskussion war schwer zu ziehen. Dass jedoch stets von Klimanotstand die Rede ist, gefällt nicht allen. Yvonne Gilli etwa, weiss als Ärztin, was es mit der Bezeichnung Notstand – im Vergleich zum medizinischen Bereich – auf sich hat und davon sei man in der Klimapolitik noch weit entfernt. Zustimmung erhielt die Grünenpolitikerin von der bürgerlichen Seite.

Ursula Egli sagte, dass es in der Schweiz keinen «Notstand» gebe. Auch Umweltaktivistin Greta Thunberg war am Podium ein Thema. Warum die Jugend wochentags demonstrieren muss, dafür hatte niemand eine Erklärung, ausser der grösseren Aufmerksamkeit wegen.

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