Von Bürsten und dem was die Flawiler «chratzt»

Die neuste Ausgabe der Flawiler Fasnachtszeitung «Chratzbörschte» liegt auf dem Tisch. Auf 16 Seiten ist von peinlichen und lustigen Begebenheiten zu lesen. Der neue Narrenrat hat das Layout minim aufgefrischt.

Zita Meienhofer
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Die Flawiler Fasnachtszeitung «Chratzbörschte» erscheint heute in neuem Format. (Bild: PD)

Die Flawiler Fasnachtszeitung «Chratzbörschte» erscheint heute in neuem Format. (Bild: PD)

Ein erstes, für alle sichtbares Zeichen, dass die Flawiler Fasnacht eine Zukunft hat, liegt heute dem «Flade-Blatt» bei: «d’Chratzbörschte», Flawils Fasnachtszeitung. Wie ihre Vorgängerinnen sind die Seiten vollflächig gelb bedruckt, der Titel prangt in roten Lettern. Sie ist allerdings etwas kleiner geworden, das Format ist auf «Tabloid»-Grösse geschrumpft und neu kommt sie mit dem Mitteilungsblatt der Gemeinde in Flawils Briefkästen.

Über die Schreiberlinge ist – wie bislang – nichts bekannt. «Das wollen wir so beibehalten», erklärt Sandro Fischer, Mitglied des Flawiler Narrenrats. Was bekannt ist, ist der Gestalter des Blattes. Fischer, Grafiker von Beruf, hat der «Chratzbörschte» seinen Stempel aufgedrückt. Es sei nicht so geplant, es sei eigentlich eine Notlösung gewesen, sagt er. Doch Fischer bekam Freude an dieser Arbeit und sagt schliesslich: «Es hat sehr viel Spass gemacht.»

Ein Flawiler-Tower und die Burn-out-Rehaklinik

16 Seiten umfasst die aktuelle «Chratzbörschte». Darin bekommen nicht nur Flawilerinnen und Flawiler, denen während des Jahres Peinliches oder auch Lustiges passiert ist, ihr Fett weg. Die Fasnachtszeitung widmet sich auch politischen Themen. Auf der Front wird fast ganzseitig die Zukunft des Flawa-Areals dargestellt. Die Idee der «Chratzbörschte»-Macher: Flawil erhält ein 60-stöckiges Gebäude und übertrumpft damit die «Türme» von Basel und Zürich. In diesem Bauwerk könnten alle Ideen der Einwohner untergebracht und vereint werden. Und, es werden gleich Nägel mit Köpfe gemacht: Spatenstich ist am Funkensonntag-Nachmittag!

Nicht nur das Flawa-Areal bietet Gesprächsstoff, auch die Zukunft des Flawiler Spitals ist in aller Munde. Die «Chratzbörschte»-Redaktion weiss nun, dass für das Spital ein Investor gefunden werden konnte: Elmar Metzger und Pierin Vincenz seien sich einig geworden, dass das Gebäude in eine Rehaklinik für angeschlagene Banker umfunktioniert werde. Allerdings wurde dieses Gerücht noch nicht offiziell bestätigt!

Ein «Chrätzbörschte»- Träger wurde auch gefunden

Im Weiteren wird die Entwicklung des Öffentlichen Verkehrs auf die Schippe genommen: die Verkehrsführung des Postautos, aber auch die Beschriftung der Haltetafeln, die nicht immer ganz fehlerfrei ist. Den Flawiler Banken wird dieses Jahr eine halbe Seite gewidmet, denn in den Flawiler Filialen ist es schwierig geworden, Münz abzuliefern – in Gossau soll dies allerdings noch möglich sein.

Zudem erfährt die Leserin, der Leser, wer sein Auto auf der Schwägalp nicht mehr gefunden hat, wer die Jasskollegen beim Spanier einschliesst, wer sich an den Biervorräten in der Badi bedient, wer mit dem Taxi vom «Rössli» zur «Krone» fahren will. Und, der Weihnachtsgeschichte gleich, wird die Suche eines Wirts für ein neues Lokal dargestellt.

Sandro Fischer freut sich über die neue Ausgabe, freut sich, dass die Zeitung gefüllt werden konnte. Schwierig sei einzig gewesen, einen würdigen «Chrätzbörschte»-Träger zu finden, sagt er. Doch der neue vierköpfige Narrenrat hat auch diese Aufgabe gelöst, die Verleihung kann am Schmutzigen Donnerstag stattfinden.

Am Schmutzigen Donnerstag, 28. Februar, 19.11 Uhr, wird vor dem Flawiler Gemeindehaus die «Chratzbörschte» verliehen. Anschliessend ist Beizenfasnacht. Am Samstag, 2. März, 14 Uhr, startet der Umzug durch Flawils Strassen mit rund 600 Teilnehmenden. Infos: www.narrenrat.ch