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Von «Bitch-Kampf» bis «Holy Shit»: Wenn Wrestler für einmal nach Wil kommen

Eine gute Show, brillante Wrestler und wenig Publikum: Obwohl vom ersten Wiler Wrestling-Abend seit langem viele begeistert waren, dürfte bei den Veranstaltern ein mulmiges Gefühl zurückgeblieben sein.
Christof Lampart
Schwitzende Männer mit nacktem Oberkörper und Referee im Ring: Wrestling hat für einmal Einzug in Wil gehalten. (Bild: Bilder: Christof Lampart)Schwitzende Männer mit nacktem Oberkörper und Referee im Ring: Wrestling hat für einmal Einzug in Wil gehalten. (Bild: Bilder: Christof Lampart)
Hautnah erlebten die Zuschauer die Brutalität der Kämpfenden mit.Hautnah erlebten die Zuschauer die Brutalität der Kämpfenden mit.
Es wurde brutal...Es wurde brutal...
...und auch der Schiedsrichter bekam sein Fett weg....und auch der Schiedsrichter bekam sein Fett weg.
Am Ende gab es für den Sieger die verdiente Trophäe.Am Ende gab es für den Sieger die verdiente Trophäe.
Es war aber nicht nur eine Testosteron-Schlacht: Auch Frauen kämpften mit.Es war aber nicht nur eine Testosteron-Schlacht: Auch Frauen kämpften mit.
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Von «Bitch-Kampf» bis «Holy Shit»

Es war am frühen Samstagabend alles angerichtet zur grossen «Battle» in der Wiler Lokremise. Die Wiler Wrestlinglegende Pascal Signer hatte unter dem Motto «Royal Circle» ein hochkarätiges Feld eingeladen, das den hochgesteckten Erwartungen auch gerecht wurde.

Bereits beim einzigen Frauenkampf an diesem Abend prügelten sich die Kontrahentinnen regelrecht die Seele aus dem Leib. «Das ist für einmal weniger Show als echter Bitch-Kampf», erläutert ein Mann einer Frau fachmännisch das Geschehen im Geviert.

Gesetzeshüter als Regelbrecher

Vor allem beim finalen Vierkampf, dem Fatal-4-Way-Match mit Eliminationsregel, kam eine überragende Stimmung auf. Wie sich da der spätere Sieger, der dreimalige Schwergewichts-Weltmeister Michael «Der Obermacker» Kovac aus Linz, mit «Hektor» (Deutschland), Kurt Simmons und Marshal T. (beide Schweiz) im und neben dem Ring sowie inmitten des Publikums prügelte, liess die Fans des gepflegten Catchens schon einmal im Chor ein begeistertes «Holy Shit» anstimmen.

Auch der Buhmann des Abends ist schnell einmal ausgemacht. Der Schweizer Oldie Marshal T. macht früh deutlich, dass er alle erlaubten und unerlaubten Mittel ausschöpft, um den Sieg beim ersten René Lasartesse Memorial Cup nach Hause zu tragen. Dass er dabei auch gleich zwei Referees (darunter auch Pascal Signer) auf die Bretter befördert beziehungsweise aus dem Ring kickt, kommt bei der Menge gar nicht gut an. Klar, dass da die Fans buhen und die Gegner gleichermassen aufdrehen.

Da trifft es sich gut, dass «Der Obermacker» es ganz besonders auf den linken Gesetzeshüter abgesehen hat und seine 105 Kilo Gewicht (oder waren es 108?) einsetzt, um die Gegner gezielt mit seiner Spezialität – einem eingesprungenen Fusstritt gegen die Kinnlade der Rivalen – auf die Bretter zu schicken.

Erlebt Wil vielleicht keine Neuauflage?

Die Wrestler werden bei ihren Aufmärschen effektvoll mit Licht, Feuer und Sound in Szene gesetzt – und das Publikum verleiht seinen Vorlieben nachhaltig Ausdruck. Doch während es die gelungene, gut zweieinhalbstündige Show es für die vielen Männer und wenigen Frauen leicht macht, sich lautstark als ausgemachte Fans zu outen, steht die Begeisterung über diese Wrestling-Nacht Organisator Pascel Signer am Ende nur bedingt ins Gesicht geschrieben. «Ganz klar: Die Stimmung war super und die Kämpfe haben nichts zu wünschen übriggelassen. Doch es hätten schon ein bisschen mehr Leute sein können», zieht er eine zwiespältige Bilanz.

Alles in allem dürften es an diesem Abend gerade einmal zwischen 60 und 70 Besucherinnen und Besucher gewesen sein, was zum Sterben zu viel, zum Leben aber zu wenig ist. Dennoch ist für den Vollblut-Wrestler bereits jetzt eines klar:

«Um den René Lasertesse Memorial Cup wird auch im nächsten Jahr gekämpft werden. Die Frage ist halt, ob es dann auch in Wil der Fall sein wird oder in einer grösseren Stadt.»

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